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Flitzen statt fliegen: Stralsunder Rennfahrer trainieren in Barth

Stralsund Flitzen statt fliegen: Stralsunder Rennfahrer trainieren in Barth

Das „Baltic Racing Team“ bereitet sich auf dem Ostsee-Flughafen für die „Formula Student Germany“ vor / Ihr Rennauto haben die Studenten selbst entwickelt und gebaut

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Auf dem Rollfeld des Flughafens in Barth dreht Samir Charif mit dem „TY16“ seine Runden.

Quelle: Alexander Müller

Stralsund. /Barth. Wo vorgestern noch Nico Rosberg bei der Formel 1 in seinem Silberpfeil über den Asphalt gerast ist, starten bald Studenten aus Stralsund in ihrem selbst gebauten Rennwagen. Das „Baltic Racing Team“ der Fachhochschule fiebert der „Formula Student Germany“ vom 9. bis 14. August auf dem Hockenheimring entgegen – sozusagen der Große Preis von Deutschland unter den Studententeams.

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Das „Baltic Racing Team“ bereitet sich auf dem Ostsee-Flughafen für die „Formula Student Germany“ vor / Ihr Rennauto haben die Studenten selbst entwickelt und gebaut

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Seit etwas mehr als einem Monat trainiert die Gruppe auf dem Flughafen in Barth. Auch am vergangenen Freitag dröhnt Motorengeheul über die Rollbahn. Fahrer Samir Charif dreht seine Runden mit dem neuen „TY16“ und versucht, die beste Zeit herauszuholen. Im Hintergrund landen gerade Fallschirmspringer, während die Sonne langsam untergeht. Doch für diese malerischen Momente hat Samir Charif keine Zeit. „Das Wichtigste ist Training und ein gutes Setup des Fahrzeugs“, sagt der 23-Jährige, der in Stralsund Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

Mit Setup meint er, wie die Techniker das Fahrzeug für das Rennen einstellen. In den Trainingspausen machen Teamleiter Victor Lubkowitz (23) und seine Mitstreiter Eric Gorkow (20) und Christian Hack (19) immer wieder Fotos von den Reifen des Flitzers. Sie sind unzufrieden mit dem Reifenabrieb, der zu unregelmäßig ist. Die Studenten verändern deswegen immer wieder den Luftdruck.

„Vielleicht werden wir in der Werkstatt auch noch etwas am Fahrwerk verändern“, sagt Victor Lubkowitz.

Das nötige Fachwissen dafür wird unter den Studenten von Generation zu Generation weitergegeben. Das „Baltic Racing Team“ gibt es seit 1999 und zählt damit zu den ältesten Europas. „Man lernt hier sehr viel mehr als im Studium selbst. Besonders wie wichtig das Team ist. Alleine kann man als Ingenieur nicht viel erreichen“, sagt der Maschinenbau-Student.

Bei der Formula Student geht es nicht nur um schnelle Zeiten. Es ist ein Ingenieurs-Wettbewerb, bei dem es auf das Gesamtpaket ankommt. In verschiedenen Disziplinen wird die Leistungsfähigkeit des Wagens getestet. Bei „Endurance“ (englisch für Ausdauer) geht es zum Beispiel darum, 22 Kilometer durchzuhalten. „Die meisten Autos gehen dabei kaputt, etwa durch Überhitzung des Motors“, sagt Victor Lubkowitz. Außerdem gibt es statische Disziplinen. Dabei wird das Design und der Business Plan des Teams bewertet. Darin stellen die Mitglieder dar, wie am besten Investoren gewonnen werden können.

Nach Problemen 2015 peilen die Stralsunder in diesem Jahr eine gute Position an. „Wir wollen in die Top 20“, kündigt Victor Lubkowitz an.

Schnell von 0 auf 100

115 Autos treten bei der „Formula Student“ auf dem Hockenheimring gegeneinander an. Darunter befinden sich sowohl Wagen mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektroantrieb. Das Stralsunder „Baltic Racing Team“ geht mit dem „TY16“ an den Start, der von den Studenten selbst entwickelt und konstruiert wurde. Der Wagen hat 40 PS, schafft maximal 120 Km/h und geht von 0 auf 100 in 4,8 Sekunden. Das Auto hat einen Wert von mindestens 23000 Euro.

Alexander Müller

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