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Gemeinden machen gemeinsame Sache

Fuhlendorf/Saal/Pruchten Gemeinden machen gemeinsame Sache

Die Gemeinden Pruchten, Saal und Fuhlendorf machen gemeinsame Sache. Alle drei wollen staatlich anerkannter Erholungsort werden.

Fuhlendorf/Saal/Pruchten. Die Gemeinden Pruchten, Saal und Fuhlendorf machen gemeinsame Sache. Alle drei wollen staatlich anerkannter Erholungsort werden. Da eine der kleinen Gemeinden alleine das jedoch nicht schaffen kann, versuchen sie jetzt gemeinsam den Kriterienkatalog für diese Prädikatisierung zu erfüllen. „Vor drei Jahren wurden die ländlichen Gemeinden mit der Kommission, die entscheidet, befahren. Dabei kam heraus, dass Fuhlendorf beste Voraussetzungen dafür hat“, berichtet Eberhard Groth, Bürgermeister von Fuhlendorf. Daraufhin setzte er sich mit seinen Amtskollegen Wolfgang Pierson (Saal) und Andreas Wieneke (Pruchten) zusammen. Sie beschlossen, es zu versuchen.

 

OZ-Bild

Wenn wir uns weiter- entwickeln wollen, müssen wir den Aufwand wieder reinkriegen.“Eberhard Groth, Bürgermeister von Fuhlendorf

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Derzeit läuft die Planungsphase. Dafür wurde das Rostocker Planungsbüro Wagner, das schon die Stadt Barth bei seinem Antrag zum Staatlich anerkannten Erholungsort begleitet hatte, beauftragt. Beim Sozialministerium in Schwerin wird abgeklopft, wie ein gemeindeübergreifender Antrag gestellt werden kann. Der Titel würde dann aber an jede Gemeinde für sich verliehen werden. Zudem ist abzusehen, dass nicht alle Ortsteile der Gemeinden Erholungsort werden. Das ist zum Beispiel in Ribnitz-Damgarten so.

Voraussetzung für den Titel ist unter anderem eine gewisse touristische Infrastruktur. Dabei sollen sich die Gemeinden ergänzen. So gibt es in Fuhlendorf beispielsweise eine Tourist-Info, die von Gästen der anderen beiden Gemeinden genutzt werden kann und deshalb für den Gesamtantrag einbezogen werden soll. Saal hat beispielsweise einen Wasserwanderrastplatz. Darüber hinaus sollen auch Barth und Ribnitz-Damgarten mit in die Gesamtbetrachtung einbezogen werden, wo Museen und Schwimmbäder vorgehalten sind, die sich eine kleine Gemeinde nicht leisten kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Antragstellung ist eine „eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage mit lufthygienischen Verhältnissen, die die Erholung unterstützen“, so steht es im Gesetz über die Anerkennung als Kur- und Erholungsort in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür müssen Gutachten her, etwa zur Luftqualität oder ein Lärmgutachten. Die kosten Geld. 25000 bis 30

000 Euro könnte das die Gemeinden kosten. Der Vorteil: Diese Summe können sich Saal, Pruchten und Fuhlendorf teilen. Im zweiten Schritt, der dann heißen Phase mit Prüfung durch den Beirat für Kur- und Erholungsorte und der Zusammenstellung aller Unterlagen, könnten nochmal bis zu 30000 Euro Kosten auf die Gemeinden zukommen. 2017, so die Hoffnung, soll der Titel verliehen werden.

Und warum das Ganze? Wolfgang Pierson spricht von einem „Lückenschluss“ zwischen Barth und Ribnitz-Damgarten. Der Titel könnte den Tourismus unterstützen. Mehr Gäste, mehr Einnahmen.

Ein weiterer Punkt ist dann aber auch, dass die Gemeinden dann berechtigt sind, Tourismusabgaben zu erheben. In Ribnitz-Damgarten gab es zuletzt erhebliche Diskussionen um die Fremdenverkehrsabgabe, die die Unternehmer der Gemeinde zahlen. Die soll es in den drei Boddengemeinden nicht geben, sind sich die Bürgermeister einig. „Die Fremdenverkehrsabgabe widerstrebt mir“, sagt Eberhard Groth. „Wir sind uns einig, dass wir in diesem Punkt einheitlich agieren“, so Wolfgang Pierson. Die Kurabgabe soll dagegen kommen. „Es ist nur mehr als recht, wenn sich auch diejenigen beteiligen, die unsere Einrichtungen nutzen“, so Eberhard Groth. Gemeint sind Urlauber und Tagesgäste. Schließlich koste die Instandhaltung und der Betrieb touristischer Einrichtungen Geld. „Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir den Aufwand wieder reinkriegen“, so Eberhard Groth.

Kriterien für die Anerkennung

Die Anerkennung als Erholungsort setzt laut Kurortgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern „eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage mit lufthygienischen Verhältnissen, die die Erholung unterstützen“ voraus. Außerdem soll der Erholungsort einen entsprechenden Ortscharakter vorweisen, der die Erhaltung der landschaftlichen Strukturen unter Berücksichtigung des Natur- und Umweltschutzes beinhaltet. Außerdem müssen für die Erholung geeignete Einrichtungen sowie Lese- und Aufenthaltsräume, Radwege, ein erschlossenes Wanderwegenetz und Möglichkeiten für Sport und Spiel vorhanden sein, ebenso wie eine Bademöglichkeit.

Außerdem dürfen Schadstoffe in Boden und Wasser Möglichkeiten der Vorbeugung gegen Krankheiten und deren Heilung oder Linderung nicht beeinträchtigen. Gleiches gilt für die Lärmemission.

Darüber hinaus müssen die Einrichtungen in hygienisch einwandfreiem Zustand geführt werden. Das betrifft insbesondere die Trinkwasserversorgung und die Abfall- und Abwasserentsorgung, die Lebensmittelversorgung und die öffentlichen Toiletten, die in ausreichender Zahl vorhanden sein müssen.

In Gaststätten sind Nichtraucherbereiche vorzuhalten. Barrierefreiheit ist ebenfalls ein Kriterium. Auch eine Touristeninformation muss betrieben werden.

Von Robert Niemeyer

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