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Gewichtige Ausstellung in Barth eröffnet

Barth Gewichtige Ausstellung in Barth eröffnet

In der neuen Waagenstube lädt Roswitha Dietrich ihre Besucher zu einem Ausflug in die Technikgeschichte ein / Mehr als 700 Exponate sind zu sehen

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Roswitha Dietrich mit einer Dezimalwaage. Mehr als 700 Exponate gehören zu ihrer Ausstellung in der Waagenstube.

Quelle: Fotos: Volker Stephan

Barth. Seit zwei Wochen lädt die Barther Waagenstube in der Langen Straße 79 zu einem Ausflug in die Technikgeschichte ein — auf 130 Quadratmetern Ausstellungsfläche können die Besucher einiges über die Geschichte des Wiegens und Messens erfahren. Nach den einstigen Anwendungsbereichen geordnet, stehen etwa 400 Waagen sowie 300 Gewichte und Hohlmaße in den Vitrinen und Regalen, auf Tischen und Fensterbrettern.

OZ-Bild

In der neuen Waagenstube lädt Roswitha Dietrich ihre Besucher zu einem Ausflug in die Technikgeschichte ein / Mehr als 700 Exponate sind zu sehen

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Es müssen schon besondere Waagen mit zeitgeschichtlichem Hintergrund oder einem Wiedererkennungswert sein.“Roswitha Dietrich (69), Sammlerin

Zusammengetragen hat die Sammlung in vielen Jahren die heutige Rentnerin Roswitha Dietrich, die dabei von ihrer Familie unterstützt wurde. Das Haus, in dessen Erdgeschoss zur DDR-Zeit das Geschäft der Bäuerlichen Handels-Genossenschaft untergebracht war, befindet sich ebenfalls im Familienbesitz. Roswitha Dietrich hat die einstige Ladenfläche angemietet, um hier ihre Schätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In gewissem Sinne scheint die Sammelleidenschaft der 69-Jährigen zu diesem Sachgebiet vorbestimmt zu sein: „Ich war einst als Statistikerin tätig, hatte also schon immer viel mit Zahlen zu tun.

Außerdem bin ich im Sternzeichen der Waage geboren.“

In der Sammlung finden sich Apothekerwaagen mit winzigen Gewichten ebenso wie Dezimalwaagen für den Großhandel und sogar eine Lkw-Waage. Einen hohen Wiedererkennungswert dürfte die elektrische Personenwaage mit Kartenausgabe haben, wie sie bis in die 70er Jahre auf großen Bahnhöfen und in Kaufhäusern zu finden war. Besonders stolz ist die Sammlerin auf eine sehr seltene Waagen-Kelle, deren genauer früherer Verwendungszweck bisher unklar ist. Theoretisch hätte man mit ihr beim Auskellen von Suppe das Gewicht der Portion ermitteln können. Raritäten sind auch alte Spielzeugwaagen: „Weil mit ihnen Kinder spielten, blieben sie selten in einem guten Zustand erhalten.“

Trotz ihrer umfangreichen Sammlung hegt Roswitha Dietrich noch den einen oder anderen Wunsch nach speziellen Objekten, so zum Beispiel nach regionalen Gewichten aus Mecklenburg und Pommern. Einst hatte nämlich jeder der deutschen Staaten und Kleinstaaten die Maßeinheiten auf seine eigene Weise interpretiert. So konnte beispielsweise ein Pfund zwischen 360 und 530 Gramm schwanken. Erst mit Gründung des Deutschen Zollvereins im Jahr 1830 wurde das „Zollpfund“ auf genau 500 Gramm Gewicht festgelegt. Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1870 und dem Übergang zum metrischen System kam auch das Kilogramm in Gebrauch.

Momentan größter Wunsch der Sammlerin wäre der Erwerb einer Justitia-Statue — jener Dame mit den verbundenen Augen und den beiden Waagschalen. „Solche Statuen zierten früher oft die Schreibtische in Rechtsanwaltskanzleien“, erklärte sie.

Nach wie vor ist sie an den Wochenenden auf Trödelmärkten, Sammlerbörsen und Auktionen anzutreffen, um die eine oder andere Kuriosität zu ergattern. „Es muss schon etwas Besonderes mit Wiedererkennungswert oder zeitgeschichtlichem Hintergrund sein — ich will ja kein Sammelsurium zeigen.“ Roswitha Dietrich ist Mitglied im Verein Maß und Gewicht e. V., dem deutschlandweit etwa 300 Mitglieder angehören. Zweimal jährlich treffen sie sich an wechselnden Orten, um sich fachlich weiterzubilden und Sammlerstücke auszutauschen.

Übrigens verwendet die Betreiberin der Waagenstube im eigenen Haushalt eine Digitalwaage. „Aber zum Fleischklopfen benutze ich ein altes Gewicht“, verriet sie.

Geöffnet ist die Waagenstube donnerstags, freitags und sonnabends von 14 bis 18 Uhr. Der Eingang befindet sich genau am Verkehrskreisel. Eintritt. Erwachsene 2 Euro, Kinder 1 Euro.

Von Volker Stephan

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