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„Hier wird boykottiert oder gar nicht informiert!“

Barth „Hier wird boykottiert oder gar nicht informiert!“

Barther Bauausschuss will endlich Antworten auf Fragen zur Asbest-Ruine / Stadtverwaltung musste harsche Kritik einstecken

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Die Asbest-Ruine an der Barther Chausseestraße. Die Bauschutthaufen sind notdürftig abgedeckt.

Quelle: Fotos: Detlef Lübcke

Barth. Der neue rot-gelbe Netto-Markt an der Barther Chausseestraße ist schon fast fertig. Auf dem angrenzenden Privatgrundstück ruhen indes die Abbrucharbeiten nach dem im Januar verhängten Abriss-Stopp noch immer. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hatte den Baustopp wegen unsachgemäßen Umgangs mit Asbest verfügt. Weil auch Anwohner wegen eventuellen Asbeststaubes besorgt sind, hatte der Barther Bauausschuss bereits in seiner Mai-Sitzung Aufklärung gefordert. Die konnte ihm die Stadtverwaltung nicht geben. Deshalb hatten die Ausschussmitglieder Tobias Bork (FDP), Jens Schriefer (FDP) und Michael Schossow (Bürger für Barth) für die jüngste Sitzung am Dienstagabend eine Aussprache gefordert. Sie wollten, dass der Umgang mit Asbest und Altlasten in Barth diskutiert wird. Doch es kam anders als erwartet.

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Barther Bauausschuss will endlich Antworten auf Fragen zur Asbest-Ruine / Stadtverwaltung musste harsche Kritik einstecken

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Bauamtsleiter Manfred Kubitz ließ zu Beginn der dreieinhalbstündigen Sitzung verlauten, dass sich die Stadt keinen Gutachter dazu leisten könne. Das gebe die prekäre Haushaltslage nicht her. Da platzte Tobias Bork der Kragen. „Wir wollen Aufklärung und Antworten auf unsere Fragen. So lange wir keinen Gutachter und kein Fachpersonal vom Landkreis Vorpommern-Rügen mit am Tisch haben, können wir uns die Diskussion darüber sparen“, erklärte er kopfschüttelnd. Und überhaupt sah er das Argument mit der Haushaltslage als lächerlich an. „Die Stadt gibt so viel Geld für andere Dinge aus, da wird doch wohl für so ein wichtiges Thema noch ein Gutachter drin sein“, setzte er nach. Es gehe hier um die Gesundheit der Bürger. „Wir werden das definitiv nach der Sommerpause noch einmal auf die Tagesordnung nehmen“, erklärte Ausschussvorsitzender Ernst Branse (CDU).

Doch so ganz wegdrücken wollte Bauausschussmitglied Lothar Wiegand (Die Linke) die zum Asbest beantragte Aussprache nicht. Er erinnerte an die vorangegangene Ausschusssitzung. „Wir haben doch damals gefordert, dass von dem dazu im Mai geplanten Gespräch zwischen der Stadtverwaltung und Vertretern des Landkreises ein Protokoll angefertigt werde. Ich habe bis heute weder ein Protokoll gesehen noch irgend etwas von diesem Gespräch gehört“, monierte Wiegand. „Es geht hier um Privatrecht und das darf nicht in die Öffentlichkeit“, begründete Manfred Kubitz nach anfänglichem Zögern die Zurückhaltung der Stadtverwaltung.

„Wir kriegen zu diesem Thema einfach keine Antworten, das geht so nicht“, erboste sich Tobias Bork. Er hätte mit weiteren Bauausschussmitgliedern gern selber an diesem Gespräch teilgenommen. Doch sie seien vor die Tür gesetzt worden. „Herzlichen Dank noch einmal dafür! Hier wird boykottiert oder gar nicht informiert“, warf Bork der Verwaltung vor. „Das wird einfach so an die Wand gespielt, für mich klingt das sehr dubios“, pflichtete Jens Schriefer bei. Er drängte darauf, den Bauausschussmitgliedern ein Protokoll des besagten Gespräches auszuhändigen. „Wir müssen das endlich zu Ende kriegen“, so Schriefer. Sonst hätte Barth die Asbestruine in zehn Jahren noch.

„Man kann doch nicht direkt daneben einen Einkaufsmarkt eröffnen“, meinte Ausschussmitglied Peter Papenhagen (SPD).

Detlef Lübcke

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