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Historisches Flair kehrt zurück

Lüdershagen Historisches Flair kehrt zurück

Potsdamer Studenten bauen in Lüdershagens Kirche das Gestühl wieder ein

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In der Lüdershäger Kirche werden derzeit Kasten- und Patronatsgestühl eingebaut.

Quelle: Peter Schlag

Lüdershagen. Lüdershagens Kirche bekommt ein Stück Historie zurück. Studenten der Potsdamer Fachhochschule bauen seit Dienstag das Gestühl wieder im Gotteshaus ein.

Eine Aktion mit Vorgeschichte. Vor fünf Jahren war aufgrund von Regenfällen der Fußboden der Kirche abgesackt. Eine dramatische Situation. Die Kirche musste gesperrt werden. Dank umfangreicher Bauarbeiten verfügt sie seit Mai 2012 wieder über einen intakten Fußboden. Das Gestühl allerdings war ausgebaut und ausgelagert worden. Als ersten Schritt für den Wiedereinbau hatten Josephine Bartholomé, Clara Kirmse, Richard Engel und Alexander Ackermann vor einem Jahr an einem ehemaligen Stallgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche eine Einhausung gebaut, um das Gestühl lagern zu können. Dort konnte das Holz trocknen – nun wird es von dem Quartett aus Potsdam nach und nach in der 1278 erstmals urkundlich erwähnten Kirche eingebaut. Als ehrenamtliche Initiative.

Im Chorraum riecht es derzeit gut nach Holz. Eichenbalken und -bretter lagern hier. Sie kommen aus dem Sägewerk Franzburg. Irgendwie passend, denn Lüdershagens Kirchengeschichte hatte vor Jahrhunderten mit dem Kloster Neuenkamp und damit auch mit Franzburg zu tun.

An einer Seite des Chorraumes sind Clara Kirmse und Alexander Ackermann gerade dabei, die Sockelkonstruktion zu gestalten. Passgerecht werden die Balken installiert, auf die dann Eichenbretter kommen. Und auf die wiederum dann Bänke und Rückenlehnen des Patronatsgestühls.

Für Richard Engel ist das alles auch ein Stück Heimatpflege – er ist in der Region zu Hause. Seine Kommilitonen, allesamt aus dem Studiengang Konservierung und Restaurierung, unterstützen ihn.

Die ältesten Teile des Gestühls, erzählt Richard Engel, stammen von 1724. Damals war gerade der Nordische Krieg zu Ende gegangen, auch in unserer Region hatte er große Schäden angerichtet. Bilder der Pastoren, die damals amtierten, hängen übrigens an der Wand über der Sockelkonstruktion. Damals waren Blasius und Joachim Rütze Pfarrer in Lüdershagen. Auf alten Aufnahmen ist zu sehen, dass die Pastoren-Bilder früher nicht an der Längsseite des Chores hingen, sondern links und rechts vom Altar. Über den Patronatslogen wiederum hingen einst Wappenschilder. Sie sind im Winter 2014/15 von Richard Engel aufgearbeitet worden, hängen jetzt unter den Emporen.

Die Arbeiten der Potsdamer Studenten tragen dazu bei, dass die Gestaltung des Innenraumes der Kirche optisch wie in früheren Zeiten sein wird. Wobei der Zeitgeschmack durchaus für Veränderungen sorgte. In den 1960er Jahren war das Gestühl größtenteils durch Bänke ersetzt worden. Nun wird, sozusagen in der ersten Reihe zum Chor hin, wieder das Kastengestühl eingebaut, an den Seiten das Patronatsgestühl.

Als im September anlässlich des Tages des offenen Denkmals Besucher sich auch Lüdershagens Kirche anschauen konnten, hätten viele Interessierte nach dem Gestühl gefragt, erzählt Richard Engel. Das erübrigt sich nach dem Einbau.

In acht Jahren erlebt das Gestühl übrigens sogar ein Jubiläum. Von 1724 stammen die ältesten Teile. 2024 ist das 300 Jahre her ...

1278 erstmals urkundlich erwähnt

Lüdershagens Kirche ist zweischiffig gebaut, das kommt selten vor.

1278 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt, damals noch in Zusammenhang mit „Ludolueshagen“, heute Lüdershagen.Landesfürsten und Patronatsfamilien haben die Kirche über Jahrhunderte gefördert. Daher ist sie im Kirchspiel die einzige Patronatskirche.

2011 war der Fußboden abgesackt und musste saniert werden. Das Einweihungsfest fand 2012 statt.

Peter Schlag

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