Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Hundesteuer wird doppelt so teuer

Pruchten Hundesteuer wird doppelt so teuer

Im Gegenzug will die Gemeinde Pruchten Entsorgungsstationen für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner aufstellen / Wie notwendig sie sind, machten Hundesportlerinnen mit einer Aktion deutlich

Voriger Artikel
„Diese Satzung wäre ungerecht“
Nächster Artikel
Schmiede wird zum Kranich-Café

Marlene Gödecke (l.) und Rike Geist füllen Hundehaufen in Entsorgungsbeutel.

Quelle: Detlef Lübcke

Pruchten. Hundehalter in der Gemeinde Pruchten bei Barth werden künftig mehr Geld für den oder die Vierbeiner zahlen müssen. Die Gemeindevertreter haben in ihrer jüngsten Sitzung einer Erhöhung der Hundesteuer zugestimmt. Sie wird verdoppelt. Demnach sind für den ersten Hund 40 Euro statt bisher 20,45 Euro zu berappen. Für den zweiten Hund steigt die Steuer von 28,12 Euro auf 60 Euro. Für den dritten und jeden weiteren Hund sind 80 Euro zu zahlen. Der alte Steuersatz lag bei 38,35 Euro.

Auf 100 Metern haben wir 25 Haufen in Beutel gefüllt.“ Rike Geist, Vorsitzende

Hundesportverein

Muss man denn unbedingt drei oder mehr Hunde haben?“ Bürgermeister

Andreas Wieneke (SPD)

In den letzten 25 Jahren sei die Hundesteuer nur einmal geändert worden, sagte Bürgermeister Andreas Wieneke (SPD). Er stimmte allerdings gegen die Änderung — als Einziger. Wieneke hatte zuvor dafür geworben, die Steuer für den dritten und jeden weiteren Hund noch weiter zu erhöhen. „Muss man denn unbedingt drei oder mehr Hunde haben?“, so das Argument des Bürgermeisters. Seine Anregung stieß

jedoch auf Ablehnung. „Man sollte es auch nicht zu sehr übertreiben, wir leben hier schließlich auf dem Land“, hieß es.

Nicht durchsetzen konnte sich auch der Vorschlag, eine gesonderte Steuer für so genannte Kampfhunde mit in die Satzung aufzunehmen. Vier Hunderassen sind in Mecklenburg-Vorpommern per Gesetz als gefährlich eingestuft: American Staffordshire Terrier, American Pitbull Terrier, Staffordshire Bull Terrier und Bull Terrier. Bei ihnen wird eine über das Normalmaß hinaus gehende Kampfbereitschaft, Angriffslust, Gefährlichkeit und Schärfe vermutet. Ebenso gelten Hunde, die sich aus genannten Rassen herausgebildet haben und Hunde, welche bereits Menschen grundlos gefährdet oder gebissen haben, als „Kampfhunde“. Was rechtfertige eine Steuer für diese Tiere, fragte ein Gemeindevertreter. Hundehaltung, auch für diese Rassen, sei letztlich nur eine Frage der Erziehung. Die Mehrheit der Gemeindevertreter folgte bei zwei Gegenstimmen diesem Argument.

Die höhere Steuer soll sich aber auch für die Hundehalter und das Allgemeinwohl auszahlen. Die Kommune will drei Entsorgungsstationen für Hundekot anschaffen. Zwei sollen den Überlegungen zufolge in Pruchten, eine im Ortsteil Bresewitz aufgestellt werden. Die 2000 Euro für die Entsorgungsstationen und -beutel sind bereits im Haushalt 2016 berücksichtigt worden.

Marlene Gödecke aus Pruchten ist Mitglied im örtlichen Hundesportverein „Boddendogs“. Sie habe nichts gegen die Erhöhung der Hundesteuer — wenn denn die Entsorgungsstationen kämen. Auch für Vereinsvorsitzende Rike Geist sei die höhere Steuer unter dieser Voraussetzung okay. Die Entsorgungstationen seien dringend notwendig. Mit einer Aufsehen erregenden Aktion haben das Marlene Gödecke und Rike Geist am Dienstagabend bewiesen. Sie sammelten den Kot ein, den die Hunde beim Gassigehen am Radweg nach Zingst hinterlassen. Dieser Weg ist bei Gassigehern beliebt. Doch um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner kümmern sich nur wenige Hundehalter. „Allein auf 100 Metern Wegabschnitt vor dem Pruchtener Kindergarten haben wir 25 Haufen in Entsorgungsbeutel gefüllt“, berichtet Rike Geist.

Die vielen Kothaufen würden leider oft dem Hundesportverein angelastet. „Falsch, wir schwören alle darauf ein, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde einzusammeln“, erklärt Marlene Gödecke.

Die roten Beutel ließen die Hundesportlerinnen zunächst dort liegen, wo sie die Haufen entdeckt hatten — um Passanten auf die Situation aufmerksam zu machen. Später sammelten sie die Beutel ein.

Mit ihrer Aktion wollten beide auch die Mitbürger sensibilisieren, es ihnen gleich zu tun.

Von Detlef Lübcke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nienhagen

In Workshops und insgesamt neun Themengruppen soll bis zum Jahresende ein Zukunftskonzept erstellt werden

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Barth
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.