Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Kommt, wir bauen ein Haus!

Barth Kommt, wir bauen ein Haus!

Der Funtruck des Kinderschutzbundes war gestern zum ersten Mal in Barth

Voriger Artikel
Seine Heimat bleibt das Riesengebirge
Nächster Artikel
Schaut, so fröhlich sind unsere Masken!

Ramzan und Prince bauen mit Sven Reimer und Nadja Scibiorski von der Malteser-Hilfsorganisation ein Haus.

Quelle: Fotos: Detlef Lübcke

Barth. Prince, Ramzan und Baisangur aus der Barther Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber interessieren sich besonders für die riesigen bunten Bauklötze, die auf dem Parkett der Sporthalle im Stadtteil Süd ausgebreitet sind. „Kommt, wir bauen damit zusammen ein großes Haus“, ruft Sven Reimer von der Hilfsorganisation Malteser den Flüchtlingskindern zu. Die Malteser betreiben die Gemeinschaftsunterkunft. Die Steppkes lassen sich nicht lange bitten. Die Jungs greifen nach den Bausteinen im XXL-Format und machen sich ans Werk. Ihre Augen leuchten, als das Haus Stück für Stück Gestalt annimmt.

OZ-Bild

Der Funtruck des Kinderschutzbundes war gestern zum ersten Mal in Barth

Zur Bildergalerie

Nach nicht mal zwei Minuten Bauzeit fehlt nur noch das Dach. Dann ist es geschafft. „Prima“, lobt Nadja Scibiorski, die ebenfalls den Maltesern angehört und an diesem Nachmittag die Mädchen und Jungen vier Stunden lang in der Sporthalle betreut. „Fast alle Kinder, die zurzeit in der Barther Gemeinschaftsunterkunft leben, sind heute hier“, berichtet sie. Da zurzeit Winterferien sind, kommen von ihnen auch die Schulkinder in den Genuss des Funtrucks. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich das mobile Spielkonzept des Kinderschutzbundes in Mecklenburg-Vorpommern.

„Mit dem Funtruck möchten wir lokale Initiativen zur Integration geflüchteter Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien unterstützen“, erklärt Projektleiterin Sabine Schnuhr. Das Projekt diene dem Zweck, langfristig die örtlichen Akteure der Flüchtlingshilfe und der Jugendarbeit mit den Möglichkeiten mobiler Spielpädagogik vertraut zu machen.

Der Funtruck ist ein Spielmobil. Der weiße Mercedes-Kleintransporter ist mit unterschiedlichsten Spielgeräten für drinnen und draußen ausgestattet. Dazu gehören Bewegungsspiele, Geschicklichkeitsparcours und Bastelmaterialien. Das Spielmobil ist auf unterschiedliche Altersgruppen ausgerichtet.

In der Barther Sporthalle spielen selbst die Eltern der Flüchtlingskinder an einigen Stationen mit. Väter und Söhne hat es vor allem der Kicker angetan. Von einer Bank aus schaut eine Mutter aus Syrien ihrer kleinen Tochter zu, die unbekümmert an einer Murmelbahn spielt. Die Frau hat Tränen in den Augen. Sie ist bewegt von der Freude des Mädchens.

„Verständigungsprobleme gibt es nicht“, erklärt Nadja Scibiorski. „Viele Kinder können schon besser Deutsch als ihre Eltern.“ Häufig werde auch auf Englisch kommuniziert oder man helfe sich gegenseitig durch Übersetzen. „Und notfalls funktioniert auch die Sprache mit Händen und Füßen.“

„Alle Kinder sind mit großem Spaß bei der Sache. Sie haben auch beim Aufbau der Stationen mitgeholfen“, sagt Wilfried Peinke, von allen nur Willi genannt. Der 54-Jährige betreut die Stationen zusammen mit Dooi aus Australien. Die Austauschschülerin hilft auf den Touren des Funtrucks als Honorarkraft aus.

Den Funtruck gibt es seit dem 1. Juni 2016. Er ist in ganz Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Zwei Mal wöchentlich geht das Spielmobil auf Tour.

Der Funtruck richte sich laut Sabine Schnuhr zunächst an die geflüchteten Kinder, Jugendlichen und ihre Familien in den Unterkünften und Wohnquartieren. Angesprochen seien aber ebenso die dort bereits ansässigen Kinder und Jugendlichen.

Das Projekt wird überwiegend durch die Aktion Mensch gefördert. 40 Prozent trägt der Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes aus Eigenmitteln zur Finanzierung bei. Da der Kinderschutzbund keine Einnahmen erwirtschaftet, ist er auf Spenden angewiesen.

„Das Projekt läuft bis Ende August 2018“, sagt Sabine Schnuhr. Dann ende die Förderung. Und wie geht es weiter? „Ich hoffe, dass sich vielleicht das Land animieren lässt, das Projekt weiter zu finanzieren.“

Detlef Lübcke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wismar

Hartmut Möller übernimmt den Posten / Fokus legt er auf die Geflüchteten / Die Haffburg wird er weiterhin leiten

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Barth
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.