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Leichenschau im Gewerbegebiet

Barth Leichenschau im Gewerbegebiet

Ab morgen sind in Barth „Echte menschliche Körper“ zu sehen / Die Ausstellungsmacher wollen Wissen vermitteln / Die Plakate haben sie ohne Genehmigung aufgehängt

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Plakat zu der Barther Körper-Ausstellung – kein Hinweis zum Veranstalter.

Quelle: Detlef Lübcke

Barth. Die knallrosa Plakate sind in Barth nicht zu übersehen. Aufgehängt wurden sie ohne Genehmigung des Ordnungsamtes, wie gestern aus dem Rathaus zu erfahren war.

„Echte menschliche Körper“ werden dort als Ausstellungsexponate angekündigt. Die Körper, aber auch die Körperteile, die der Veranstalter ab morgen in Barth zeigen wird, sollen laut dessen Internetseite echt sein. Es handle sich um in den USA plastinierte Menschen. Sie hätten sich zu Lebzeiten dafür entschieden, nach ihrem Tod der Wissenschaft zur Verfügung zu stehen. „Ein führender amerikanischer Hersteller“ hätte die Exponate für die Dauer der Ausstellung als Leihgabe zur Verfügung gestellt, heißt es weiter.

Wer der Veranstalter ist, kann den Plakaten, die auch in vielen anderen Orten ausgehängt sind, merkwürdigerweise nicht entnommen werden. Auf der Privatfläche gegenüber des Famila-Marktes im Gewerbegebiet am Mastweg war gestern noch niemand anzutreffen. Der Bitte um eine Rückmeldung für Nachfragen kamen die Ausstellungsmacher nicht nach. Und es gäbe genug zu erklären. Etwa, ob einige der Plastinierten womöglich doch aus China stammen? Dort ist das Plastinieren seit zehn Jahren verboten. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, plastinierte Chinesen seien zu Lebzeiten gar nicht gefragt worden, ob sie nach ihrem Tod in dieser Weise zur Schau gestellt sein wollen. Auch die Leichen hingerichteter Menschen seien plastiniert worden, wurde verbreitet. Nur ein Gerücht oder Wahrheit?

Mit über 200 Exponaten will die Ausstellung anatomisches Wissen an Besucher vermitteln. Keine unwürdige Zurschaustellung, sondern die Vermittlung von Wissen liege im Focus.

Zuletzt ist die Ausstellung in der 47000-Einwohnerstadt Heidenheim an der Brenz (Baden-Württemberg) gezeigt worden. Auch dort war die Plakatierung nicht von der Stadt genehmigt.

Erfinder der Konservierungstechnik ist Prof. Gunther von Hagens (71). Dessen Ausstellung „Körperwelten“ ist weltberühmt. Sie ruft stets auch ethische Kontroversen hervor. Gunther von Hagens’

„Körperwelten“ sind zurzeit unter dem internationalen Namen „Body Worlds“ als Wanderausstellungen in Europa, Amerika, Afrika und Asien zu sehen. Mit über 40 Millionen Besuchern gehören sie zu den erfolgreichsten Wanderausstellungen aller Zeiten.

Von Hagens zeigt sich nicht erfreut über Nachahmer. Aktuell gibt es im deutschsprachigen Raum kleinere Nachahmerausstellungen. Auf seiner Internetseite distanziert sich von Hagens klar von ihnen. Er und Kuratorin Dr. Angelina Whalley, deren Ausstellungen auf einem etablierten Körperspenderprogramm mit über 15000 Spendern basieren und seit 1995 weltweit Gesundheitsaufklärung leisten, legen großen Wert darauf, nicht mit solchen Veranstaltungen in Verbindung gebracht zu werden.

Anatomie mit Gruselfaktor

Die Ausstellung „Körper – Die Lehre der Toten“ wird von Donnerstag,

7. Juli, bis Mittwoch, 24. August,

gegenüber des Famila-Marktes im

Barther Gewerbegebiet am Mastweg zu sehen sein.

Geöffnet ist täglich von 11 bis

18 Uhr. Es werden keine Führungen

angeboten.

Tickets sind nur an der Ausstellungskasse erhältlich. Erwachsene zahlen 15 Euro. Schüler, Auszubildende und Studenten zahlen 10 Euro.

Detlef Lübcke

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