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Nach Abriss-Stopp: Wie geht‘s weiter?

Barth Nach Abriss-Stopp: Wie geht‘s weiter?

Auf der Abbruchbaustelle an der Barther Chausseestraße ruhen seit vier Monaten die Arbeiten / Stadt erhofft sich von Gespräch mit Landkreis in der nächsten Woche Antworten / Bauausschuss plant Sondersitzung

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Die Abrissbaustelle an der Chausseestraße: Sie müsse so schnell wie möglich weg, fordert der Barther Bauausschuss. Fotos (2): Detlef Lübcke

Barth. Nachdem im Januar ein weiterer Abbruch der Halle auf einem Privatgrundstück an der Chausseestraße in Barth untersagt wurde, ruhen die Arbeiten noch immer. Weil sie unsachgemäß mit Asbest umgegangen sei, hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales der Barther Firma aus Gründen des Arbeitsschutzes einen weiteren Abriss verboten.

 

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Abendlicher Bauausschusstermin am Abbruchgelände: Peter Papenhagen (v.l.), Lothar Wiegand, Andi Wallis, Manfred Kubitz, Ernst Branse.

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Wann die Abbrucharbeiten fortgesetzt und wie es dort überhaupt weitergehen soll, ist dem städtischen Bauausschuss nicht bekannt. „Es wird nun immer wärmer draußen und auch staubiger. Daher wird es Zeit, dass endlich etwas passiert“, sagte der Vorsitzende Ernst Branse (CDU) in der Bauausschusssitzung am Dienstagabend. Und er forderte Aufklärung, auch für die Bürger, die in der Nachbarschaft wohnen und sich wegen womöglicher Asbestbelastungen Sorgen machen.

Selbst Bauamtsleiter Manfred Kubitz konnte dazu keine Auskunft geben. Es sei „sehr unglücklich, dass die Stadtverwaltung von den zuständigen Behörden nichts erfährt“. In der nächsten Woche soll es nun ein Gespräch mit Vertretern des Landkreises Vorpommern-Rügen geben. „Wir haben dazu eingeladen, um den Stand zu erfahren“, informierte Kubitz.

Unabhängig davon plant auch der Bauausschuss eine Sondersitzung. „Wir möchten gern Fachpersonal mit am Tisch haben, das uns und den besorgten Bürgern Auskunft auf die Fragen geben kann“, sagte Ernst Branse.

„Unser Ziel muss es sein, dass hier zunächst nicht nur Teile der Abbruchbaustelle abgedeckt werden, sondern dass sie so schnell wie möglich wegkommt“, erklärte Ausschussmitglied Lothar Wiegand (Die Linke). Er forderte außerdem, dass über das Gespräch mit Vertretern des Landkreises ein Protokoll aufgestellt werde.

Eine Komplettsperrung der Abbruchbaustelle und zusätzlich ein Staubschutz wären für Ernst Branse das Richtige. „Das Wichtigste wäre jetzt Schadensbegrenzung“, betonte er.

Andi Wallis (SPD) kritisierte die Art und Weise, wie einzelne Mitglieder des Bauausschusses in dieser Sache vorgegangen waren. Jens Schriefer (FDP) hatte gemeinsam mit Tobias Bork (FDP) und Michael Schossow (Bürger für Barth) das Kreisumweltamt informiert. „Wenn es zu Alleingängen kommt und damit noch an die Öffentlichkeit gegangen wird, finde ich das nicht in Ordnung“, sagte Ausschussmitglied Wallis. „Da sind Anschuldigungen getroffen worden, für die es keine Beweise gibt. So etwas ist Rufmord“, fügte er hinzu. Wenn schon, dann hätte Wallis es besser gefunden, den Bauherrn anzuschreiben.

„Er hat das zu verantworten, was auf seinem Gelände passiert“, sagte Wallis. Und ihm gegenüber müsse die Abbruchfirma auch die Nachweise erbringen.

Jens Schriefer, Tobias Bork und Michael Schossow stützen sich nach wie vor auf ihre behördlichen Erkundigungen über das Abbruchunternehmen. Demnach liege die Asbest-Berechtigung nicht in ausreichendem Maße vor. „Wenn wir nicht Alarm geschlagen hätten, dann hätte keiner etwas unternommen“, erklärte Tobias Bork. „Die Stadt hat hoheitsrechtliche Aufgaben. Wir reden hier von Sicherheit.

Es wäre Aufgabe der Stadtverwaltung gewesen, nachzuhaken“, ergänzte Jens Schriefer. „Auch das Ordnungsamt hätte ein Augenmerk darauf legen müssen“, sagte Michael Schossow.

Abbruchunternehmer Gerhard Bossow (CDU) ist ebenfalls Mitglied des Bauausschusses. Der 76-Jährige war bei der Sitzung nicht dabei. Gegenüber der OZ beteuerte Bossow, seit über 20 Jahren die Asbest-Genehmigung zu besitzen. Sie laufe noch bis 2021.

Laut Landkreissprecher Olaf Manzke bestehe durch die Asbestmaterialien keine akute Gefahr für die Bevölkerung. Umfangreiche Sicherungsvorkehrungen seien daher nicht erforderlich.

Das Gelände gehörte früher zur Pommerschen Eisengießerei. Sie stellte 1991 ihren Betrieb ein.

Unmittelbar neben dem Abbruchgelände geht derweilen der Bau eines rot-gelben Netto-Einkaufsmarktes voran.

Von Detlef Lübcke

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