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Neue Schätze für das Barther Stadtarchiv

Barth Neue Schätze für das Barther Stadtarchiv

Um die Sammlung stetig zu erweitern, sind private Leihgaben oder Schenkungen wichtig

Barth. Im Barther Stadtarchiv finden sich jede Menge Schätze. Damit die Sammlung auch stetig wächst, ist Stadtarchivarin Stephanie Mählmann auf Leihgaben oder Schenkungen aus privaten Sammlungen, Archiven oder Nachlässen angewiesen. Was für den Einzelnen meist keinen nennenswerten materiellen Wert darstellt, kann durchaus stadtgeschichtliche Wissenslücken zu bestimmten Themen, Perioden oder Vorgängen des früheren Barther Alltags schließen oder unvollständige Archivbestände komplettieren.

Mitunter rufen auch Dachbodenfunde die Begeisterung der Archivarin hervor, wie Ende des vergangenen Jahres ein Packen gut erhaltener Barther Tageblätter aus dem Jahr 1910 sowie ein Bündel Banknoten von 1920, gefunden auf dem Boden des Ferienhauses der Neu-Bartherin Silvana Rukovina (die OZ berichtete).

Der Barth-Sammler Mario Galepp, der über ein eigenes Archiv über seine Heimatstadt verfügt, hat dem Stadtarchiv im vergangenen Jahr ebenfalls ein größeres Konvolut Barther Tages- und Wochenzeitungen, Amtsblätter und Unterhaltungsbeilagen aus den Jahren 1925 bis 1933 als Leihgabe überlassen. „Viele Exemplare des Barther Tageblatts hatten wir zuvor nicht im Bestand. Das Material befindet sich in einem relativ guten Zustand und wird samt Inhaltsverzeichnis in einem Karton aufbewahrt, auf den jeder stadtgeschichtlich Interessierte im Zuge seiner Recherchen zugreifen darf“, so Stephanie Mählmann.

Der Saateler Karl-Heinz Wollweber brachte der Stadtarchivarin ein wertvolles Zeitzeugnis aus den Jahren der Aufsiedlung des kleines Dorfes, Ende der 1920er/Anfang 1930er Jahre. In einem Ordner aus der damaligen Zeit, der sogenannten „Rentengutssache von Saatel für Rentengüter der Aufsiedler“, ist die gesamte Aufsiedlung amtlich dokumentiert. „Auf den jeweiligen Blättern sind die Grundstücke, ihre Größe, die Kaufpreise und die Namen der neuen Eigentümer erfasst“, sagt Stephanie Mählmann. Sie hatte nachgeschlagen, um den Begriff „Rentengut“ zu definieren: „Dabei handelte es sich um Stück Ackerland mit Hoffläche, dessen Kaufpreis in kleinen Raten abgezahlt wurde. Auf diese Weise sollte auch kleinen Leuten der Erwerb von Grund und Boden zum Aufbau einer eigenen Existenz ermöglicht werden.“ Beispielsweise kostete damals in Saatel eine 16,5 Hektar große Landwirtschaftsfläche knapp 50000 Mark.

Vom Ehepaar Waltraut und Ewald Schaldach wurden dem Stadtarchiv mehrere Ordner mit Zeitungsausschnitten, privaten Fotos und anderem Material zur Entwicklung und zum Geschehen rund um den Barther Hafen während der letzten Jahrzehnte übergeben. Ewald Schaldach hatte zu einer Zeit, als kaum ein anderer an so etwas dachte, seiner Hafendokumentation viel Fleiß und Mühe gewidmet. Sie kommt in ihrer Gesamtheit der Bedeutung einer Hafenchronik gleich – erstellt aus der Sicht eines Barther Bürgers.

Aber auch über das stadtgeschichtlich wertvolle Material, das Helga Mienert aus dem Nachlass von Frau Ilse Beukert aus der Pohlstraße übergab, freute sich die Archivarin. Die Sammlung umfasst ein Album mit Fotos, Postkarten und Reproduktionen aus der Zeit von den 1920er bis in die 1980er Jahre, die rare Zeitschrift „Unser Pommernland“ zum Thema Barth sowie Zeitungsartikel, Adressbücher und Kopien von Zeitungsbeilagen. Persönlicher Favorit der Archivarin ist darin ein älterer Zeitungsausschnitt ohne Datierung, auf dem unter einem Foto des Dammtors einige kurze, heitere Verse über dieses Barther Wahrzeichen abgedruckt sind (siehe Infokasten). Als Autor der Reime ist ein gewisser H. Fr. aus Barth ausgewiesen. „Wer mag das wohl gewesen sein?“, fragt sich Stephanie Mählmann.

Volker Stephan

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Cowboy und Büffeljäger
William F. Cody, genannt Buffalo Bill (undatiertes Archivbild). Foto:

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