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Noch mehr Sonnenstrom aus Barth

Barth Noch mehr Sonnenstrom aus Barth

Am Ostseeflughafen wird die dritte Photovoltaik-Anlage gebaut / Im Februar geht sie ans Netz

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Bieciuu Andrzes montiert Module. Aneinandergereiht würden die Solarmodule der dritten Photovoltaik-Anlage eine Länge von 12,6 Kilometern ergeben. 9900000 Kilowattstunden Strom sollen sie jährlich erwirtschaften.

Barth. In Barth wird zwar nicht Stroh zu Gold gesponnen, aber Strom aus Sonnenenergie gewonnen. Sehr viel Strom. Mit zurzeit 51 Hektar Fläche zählt der Solarpark am Ostseeflughafen Stralsund-Barth zu den größten in Mecklenburg-Vorpommern. Er wird nun noch größer. Die weltweit tätige, Münchener Firma BayWa renewable energy baut hier seit Oktober die dritte Photovoltaik-Anlage. Der Barther Solarpark wächst damit um weitere zwölf Hektar.

 

OZ-Bild

Über 37000 Module: Lasse Nieswitz (33) leitet den Bau der dritten Photovoltaik-Anlage am Ostseeflughafen. FOTOS: DETLEF LÜBCKE

Quelle:

393 300

Euro hatte der Ostseeflughafen

im Jahr 2015 an Umsatzerlösen

zu verzeichnen.

Davon machten die Erlöse

aus Pachteinnahmen

für die Solaranlagen

314456 Euro aus.

Diese Zahlen wurden

auf Anfrage der Fraktion

Bündnis 90/Die Grünen

in der jüngsten

Bürgerschaftssitzung

der Hansestadt

Stralsund bekannt

gegeben.

„Barth gilt als Solarhauptstadt Deutschlands.Stefan Kerth (SPD),

Bürgermeister

37784 Module werden montiert. Größtenteils sind sie es schon. Damit hier Sonnenenergie in Strom umgewandelt werden kann, sind außerdem 247 Wechselrichter und sechs Transformatorenstationen erforderlich.

Strom für 3000 Haushalte

Mit dieser neuen Photovoltaik-Anlage soll ein jährlicher Ertrag von 9900000 Kilowattstunden Strom erwirtschaftet werden. „Das entspricht einer Stromversorgung von etwa 3000 Haushalten“, veranschaulicht Marketingkoordinatorin Christine Vadas aus München.

„Würden wir die Module alle in einer Reihe montieren, kämen wir auf eine Länge von 12,6 Kilometer“, macht Bauleiter Lasse Nieswitz deutlich. Und der Bremer hat noch weiteres ein Beispiel parat, um die Dimensionen besser deutlich zu machen. „Die Trageschienen für die Module wären aneinandergereiht mehr als 75 Kilometer lang.“ Entwickelt hat das Projekt die SunEnergy Europe GmbH aus Hamburg.

Morgen ist Bauabnahme

Morgen soll die Abnahme nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erfolgen. Diese Abnahme ist Voraussetzung, damit der Betreiber die Einspeisevergütung bekommt. Ans Netz geht die Photovoltaik-Anlage im Februar 2017. Bis dahin muss noch das Erdkabel zum Umspannwerk im benachbarten Kenz-Küstrow verlegt werden.

Bevor der Bau der dritten Photovoltaik-Anlage begann, ist die Fläche vor den Toren der 8000-Einwohner-Stadt auf Munition durchsiebt worden. Größere Funde seien ausgeblieben. Der Munitionsbergungsdienst hätte es lediglich mit kleineren Funden zu tun gehabt, so Lasse Nieswitz. Barth war während des Zweiten Weltkrieges bevorzugtes Ziel für Bombenangriffe. Der heutige Ostseeflughafen Stralsund-Barth war damals Militärflughafen.

Strom aus Sonnenkraft wird am Ostseeflughafen seit vier Jahren gewonnen. Im ersten Abschnitt des Solarparks sind 40 Hektar mit Modulen bestückt worden, im zweiten elf Hektar. Der erste Abschnitt ist im Dezember 2012 in Betrieb genommen worden, der zweite elf Monate später.

Die ersten beiden Photovoltaikanlagen haben die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Ostseeflughafens bereits verbessert. „Das wird mit der dritten Anlage noch besser werden“, ist der Barther Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) überzeugt. Die Stadt Barth profitiert nicht nur durch die Gewerbesteuer vom Ostseeflughafen. Sie hält 25 Prozent der Gesellschafteranteile. Weitere Gesellschafter sind die Hansestadt Stralsund und der Landkreis Vorpommern-Rügen mit jeweils 37,5 Prozent.

Mit den Solaranlagen wird etwa drei Viertel des Geldes auf dem Flughafengelände verdient. 2014 hat der Ostseeflughafen dadurch erstmals seit Jahren ein ausgeglichenes Betriebsergebnis erzielt.

Barth gehört zu den Städten mit der höchsten Megawattzahl je Einwohner. „Barth gilt als Solarhauptstadt Deutschlands“, sagt Bürgermeister Kerth und ist stolz darauf.

Platz reicht für weitere Anlagen

Nach der dritten Photovoltaik- Anlage können auf dem Flughafengelände noch weitere Abschnitte gebaut werden. Genug Platz ist da, und die rechtliche Grundlage auch: Der Bebauungsplan lässt Solarzellen auf noch 73 Hektar zu.

BayWar renewable energy entwickelt, realisiert, berät und betreut die Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Da das Erneuerbare-Energien-Gesetz sehr genau definiert, welche Flächen in Deutschland mit Photovoltaik bebaut werden dürfen, hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ein Pilotprojekt gestartet. „Dabei werden sich Landwirtschaft und Photovoltaik zusammen auf einem Feld gegenseitig ergänzen“, berichtet Christine Vadas. „Die Module sind auf einer Höhe von sechs bis acht Metern installiert, damit landwirtschaftliche Maschinen darunter das Feld wie gehabt bestellen können.“ Ziel sei es, die Flächenkonkurrenz zu minimieren und Vorteile für beide Seiten zu schaffen. „E-Traktoren und Bewässerungsanlagen könnten den Strom der Anlage nutzen, während die Anlage gleichzeitig als Hagelschutz dient und Schattengewächsen gleichmäßige Lichtverhältnisse bietet“, erläutert Vadas weitere Vorteile.

In Barth ist das herkömmliche Prinzip angewandt worden. Für den Bau standardisierter Photovoltaik-Anlagen erhielt das Münchener Unternehmen ein Zertifikat des VDE-Institutes.

Detlef Lübcke

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