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Pannenserie im Sozialausschuss

Barth Pannenserie im Sozialausschuss

Mitglieder in Barth standen erst vor verschlossener Tür, dann kam ein Experte zum Thema Drogen nicht

Barth. Montag, 18.30 Uhr, der Jugendclub „Alte Post“ hatte bereits geschlossen, als die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Schule und Soziales dort zur Sitzung eintrafen – und nicht hineinkamen. Kurzerhand gewährte Karoline Preisler den Ausgesperrten Asyl in den Räumen des Nachbarschaftstreffs um die Ecke. Der Fauxpas blieb nicht die einzige Panne des Abends. Denn eigentlich sollte die Drogensituation in der Vinetastadt ein bestimmendes Thema der Sitzung sein, die Tagesordnung kündigte den Kontaktbeamten Ingo Latwat an. Doch der war nicht gekommen. Aber mit der öffentlichen Bekanntmachung des Sitzungstermins hätte es ohnehin nicht so richtig geklappt, monierte jedenfalls Michael Schossow, sachkundiger Einwohner des Gremiums. Wenigstens Kerstin Klein, Ausschussmitglied und zweite Vorsitzende des „Willkommen in Barth e.V.“ wurde der Tagesordnung gerecht und rief Aktivitäten, Probleme und Pläne ihres 25 Mitglieder starken Vereins ins Gedächtnis, der bei der Vergabe der städtischen Fördermittel im September leer ausgegangen war.

„Wir sind kein Flüchtlingsverein“, sagte sie und trat damit einem weit verbreiteten Eindruck entgegen, diese Menschen seien zufällig zeitgleich mit dem Vereinsaufbau gekommen. Derzeit leben Menschen aus 24 verschiedenen Ländern in der halbvollen Gemeinschaftsunterkunft in der Bertolt- Brecht-Straße, erzählte Kerstin Klein und brachte die Ausschussmitglieder auf den aktuellen Stand. Trotz erheblicher kultureller Unterschiede untereinander und zwischen Einheimischen und Neu-Barthern laufe es insgesamt „geschmeidig“, verwies Klein auch auf Integrationserfolge. „Wir wollen zwischen den einzelnen Kulturen vermitteln.“

Doch der Willkommensverein sei als Anlaufstelle für alle Neuankömmlinge in der Vinetastadt gedacht und wolle als solche auch die verschiedenen Angebote miteinander vernetzen. Der Verein betreibt unter anderem eine Kleiderkammer und das Möbellager, in dem geschenkte Stücke aufbereitet und gegen eine Spende abgegeben werden. Das würde von mehr Barthern als Flüchtlingen genutzt und die so eingenommenen „mehreren tausend Euro“ fließen in andere Vereinsprojekte, erklärte Klein.

Aktuell aber belaste die drohende „Obdachlosigkeit“ des Vereins. Seit September sei klar, dass die derzeit genutzten Räume wohl ab 2018 nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Lieblingsprojekt, ein „Haus zum Leben“ in der Diesterwegschule einzurichten, lasse sich kaum verwirklichen, wenn das denkmalgeschützte Gebäude verkauft würde. Man führe Gespräche, habe aber noch keinen „Plan B“. Der Ausschuss versprach, das Thema „Heime für Vereine“ zu vertiefen und stimmte sich schon einmal auf das verschobene Thema „Droge“ ein. „Das Problem ist da“, sagte Ausschussmitglied und langjähriger Kontaktbeamter Hartmut Kühl, warnte aber vor verunsichernden Verallgemeinerungen.

Die mit großem Abstand am häufigsten missbrauchte Droge sei in Barth der Alkohol und einer der Gründe für den Konsum gerade unter Jugendlichen könnte der Mangel an Freizeitangeboten in der Vinetastadt sein. „Jugendliche mit wenig Kaufkraft können hier nach 18 Uhr nirgends mehr hin, wenn sie etwas erleben wollen“, gab Karoline Preisler zu bedenken.

Susanne Retzlaff

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Arthur König (66) wurde in Gardelegen (Altmark) geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Maschinenbauer, studierte von 1969 bis 1973 in Greifswald Physik, promovierte anschließend und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1990 wurde er für die CDU in die Bürgerschaft gewählt, war von 1994 bis 2001 CDU-Fraktionschef. Von 1998 bis 2001 war er Landtagsabgeordneter, bevor er im Juli zum Oberbürgermeister gewählt wurde.

14 Jahre war Arthur König (CDU) Greifswalds Oberbürgermeister / Vor zwei Jahren ging er in Rente

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