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Personalnot in der Vinetastadt

Barth Personalnot in der Vinetastadt

Galerie-Café muss Öffnungszeiten verkürzen / Auch Eshramo und Speicher suchen Mitarbeiter

Barth. Personalnot im Barther Galerie-Café: Das beliebte Ausflugsziel am Markt kann nicht mehr an sieben Tagen in der Woche öffnen, weil motivierte Mitarbeiter fehlen. Seit dieser Woche bleibt das Café montags und dienstags geschlossen. Kein Einzelfall. Fast jede gastronomische Einrichtung in der Vinetastadt und etliche Läden suchen Personal.

 

OZ-Bild

Mandy Opitz sucht dringend eine Servicekraft, damit sie ihr Barther Galerie-Café bald wieder an sieben Tagen pro Woche öffnen kann.

Quelle: Foto: Privat

Der Chefin des Galerie-Cafés, Mandy Opitz (37), blutet bei der Entscheidung, die Öffnungszeiten zu verkürzen, zwar das Herz, aber sie denkt an ihre drei Angestellten wenn sie sagt: „Ich möchte und kann meine Kollegen nicht verheizen. Sie brauchen die beiden freien Tage pro Woche.“ Seit Anfang März sucht die junge Betreiberin nach einer Servicekraft, die Vollzeit im Zwei-Schichten-System bei ihr arbeiten möchte. Vergeblich.

Drei Frauen zwischen 20 und 55 Jahren arbeiteten in den vergangenen Wochen zur Probe. „Leider kam dann nach zwei Wochen der erste Krankenschein“, ärgert sich Mandy Opitz. Sie habe bislang mit ihrer Wahl immer daneben gelegen. „In der Gastronomie muss man freundlich und umsichtig sein und sollte nicht mit hängenden Mundwinkeln die Gäste begrüßen.“ Wünsche, die ihr bislang verwehrt blieben. Dabei sei die Stimmung innerhalb des Teams großartig. Seit 2012 gibt es das Galerie-Café in dem stets auch Bilder und Kunsthandwerk angeboten werden. Im Internet loben die Gäste die Freundlichkeit des Personals und die schmackhaften selbst gebackenen Kuchen. Diesen Service möchte die junge Chefin so bald wie möglich wieder sieben Tage pro Woche anbieten. „Ich hoffe sehr, dass ich bald jemanden finde“, sagt Mandy Opitz. Dass das gastronomische Angebot in Barth immer spärlicher gesät sei, sagt Heidi Weishaupt, die bis zum vergangenen Jahr das Puppenmuseum und ein Café in der Nachbarschaft führte. In diesem Jahr schlossen sich hier die Türen für immer. „Aus gesundheitlichen Gründen haben wir in dieser Saison nicht mehr geöffnet“, betont die einstige Chefin. Fast fünf Jahre lang gab es das kleine, private Museum in Barth.

Auch in der Pension und im Restaurant „Eshramo“ von Lutz Krebs ist noch eine Vollzeitstelle frei. Er sucht dringend einen Koch. Im Internet und über die Jobagentur habe er nach geeignetem Personal gesucht. „Aber wenn es doch mal jemanden gibt, der anfangs überhaupt Interesse zeigt, erscheint dieser nicht einmal zum Probearbeiten“, sagt der Inhaber. An seinen Öffnungszeiten möchte er festhalten und sagt: „Wir ziehen jetzt durch und suchen weiter.“

Das ist auch das Motto von Heike Sommer, Hoteldirektorin im Speicher. Zwei Voll- und eine Teilzeitstelle hat sie aktuell zu besetzen: an der Rezeption, im Housekeeping und im Service. Sie schaltete Anzeigen, suchte im Internet und beim Jobcenter. „Wer nicht Vollzeit arbeiten möchte oder kann, dem könnte ich auch einen Sechs-Stunden-Tag anbieten.“ Im Speicher werden die mehr als 30 Mitarbeiter auch über die Winterzeit beschäftigt. Doch auch das scheint niemanden zu locken. Aktuell lernen in dem Hotel neun Azubis. „Wenn es passt und die jungen Leute nach der Lehre auch bleiben wollen, übernehmen wir sie gern.“ Heike Sommer findet, dass es nicht einfacher geworden sei, junge, motivierte Menschen zu finden. „Heutzutage ist man als Ausbilder auch Lebensmentor, der die Jugendlichen auch privat begleitet, wenn es zu Hause an Rückhalt fehlt.“ Die Ausbildung gehe oft über die Vermittlung gastronomischer Kenntnisse hinaus. Im Speicher steht auch das Zwischenmenschliche auf dem Lehrplan. Die Chefs der Vinetastadt sind sich in einem einig: „Es ist nicht alles Gold was glänzt.“ Ihre Hoffnung, den richtigen Mitarbeiter zu finden, hat noch keiner von ihnen aufgegeben.

Carolin Riemer

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