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Playmobil-Schau soll wieder aufgebaut werden

Barth Playmobil-Schau soll wieder aufgebaut werden

Nach der Schließung des Barther Technikmuseums vor neun Monaten wagt Inhaber Christoph Zechlin (44) einen Neuanfang mit den Plastik-Kultfiguren

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Rettungseinsatz nach einem schweren Verkehrsunfall auf einer Landstraße. Auch diese Szene aus der einstigen Playmobil-Ausstellung im ehemaligen Technikmuseum will Christoph Zechlin wieder aufbauen. Zurzeit lagern die Figuren in Umzugskartons.

Quelle: Fotos: Detlef Lübcke

Barth. Neun Monate nach Schließung des Technikmuseums in Barth wagt Christoph Zechlin, Chef des noch bestehenden Betreibervereins, einen Neuanfang.

Norddeutschlands größte Playmobil-Ausstellung, die das Technikmuseum seit 2014 zeigte, will der gebürtige Hamburger wieder aufbauen und damit Besucher begeistern. Dafür ist der 44-Jährige auf der Suche nach einer alten Industriehalle, möglichst in Mecklenburg-Vorpommern oder auch in Schleswig-Holstein. „Ideal wäre da ein leer stehender Supermarkt, eine nicht mehr genutzte Kaufhalle, eine ehemalige Sporthalle oder eine alte Schule“, schwebt Zechlin vor. Das Objekt dürfe nur nicht zu klein sein. Mindestens 800 bis 1000 Quadratmeter Fläche seien nötig, um die Ausstellung repräsentativ darstellen und später erweitern zu können. Der Barther wünscht sich, noch in diesem Jahr die Ausstellung an einem neuen Standort eröffnen zu können.

Aus 30 000 Einzelteilen hatte das Simulationsanlage- und Notfallausbildungszentrum der Rostocker Universitätsmedizin die Playmobil-Ausstellung im Technikmuseum aufgebaut. Die vier Gestalter hatten verschiedene realitätsnahe Situationen zum Thema Blaulicht nachgestellt. Die Szenen zeigten dramatische Rettungseinsätze auf dem Wasser und in den Bergen. Ein schwerer Verkehrsunfall auf einer Landstraße war zu sehen, auch der Einsatz von Rettern bei einem Wohnhausbrand und einem Zugunglück. Selbst das Eingreifen eines Sondereinsatzkommandos bei einem Banküberfall war dargestellt worden.

Bewegend: Auch die Überführung eines im Afghanistan-Einsatz getöteten Bundeswehrsoldaten wurde gezeigt. Zwölf Situationen waren auf 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche der Realität nachempfunden worden. Vier Jahre hatte es gedauert, um die Playmobil-Figuren zu sammeln und damit eine Ausstellung zu realisieren.

Seit dem Abbau fristen die 1500 Plastik-Kultfiguren in Umzugskartons ihr Dasein. Zechlin hat in Barth zwei Lagerräume angemietet. Auch die im ehemaligen Technikmuseum auf 250 Quadratmetern gezeigte Ausstellung zum Bau, Luxus und Untergang der „Titanic“ hat Zechlin dort erst einmal zwischengelagert. „Mal sehen, was sich noch ergibt“, sagt er. Wichtig sei ihm zunächst, die Playmobil-Ausstellung wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Christoph Zechlin ist seit seiner Kindheit selbst großer Fan dieser kleinen Figuren.

Die meisten Oldtimer aus der 1400 Quadratmeter großen Fahrzeughalle des Technikmuseums sind zurück an ihre Besitzer gegangen. Bei den alten Autos handelte es sich überwiegend um Leihgaben. Für seine eigenen Oldtimer hat Zechlin Abnehmer gefunden.

Das Technikmuseum schloss nach zehn Jahren am 1. November 2015. Grund waren laut Zechlin Immobilienstreitigkeiten und überzogene Pachtforderungen. Deshalb hätte er beschlossen, den Museumsbetrieb zu beenden und auszuziehen. Jährlich kamen von April bis September 15000 Besucher in das Gebäude am Wirtschaftshafen. Es steht nun leer.

Der 44-Jährige hat sich danach erst einmal eine Auszeit gegönnt – eine Kreativpause, wie er es nennt. Sie hätte ihm gut getan. Vor allem wollte sich Christoph Zechlin während der Auszeit einen langgehegten Wunsch erfüllen: eine Weltreise. Seit seinem 25. Lebensjahr verfolgt er bereits diese Idee. Doch die Weltreise hat er vorerst noch hinausgeschoben. „Das Ausräumen des Museums hat wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht“, begründet Zechlin. Bis Jahresende wollte er damit fertig sein. Sechs Monate hätte das Ausräumen aber letztlich gedauert.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht in den zehn Jahren und ich habe in Barth viel erlebt“, blickt Zechlin zurück. Sechs Monate im Jahr jeden Tag geöffnet zu haben, hätte aber auch Kraft gekostet.

Doch nun sei der Zeitpunkt gekommen, um wieder durchzustarten.

15 Jahre lang zeigte Zechlin Ausstellungen. Seit 2005 in Barth, davor in Peenemünde auf der Insel Usedom. Seine nun eingelagerte Titanic-Ausstellung, zu der ein sechs Meter großes Modell des Schiffes gehörte, hatte er von dort mitgebracht.

Kontakt: ☎ 0177/8919330 oder E-Mail erlebnismuseum@aol.com

Detlef Lübcke

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