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Rathaus soll auch samstags öffnen

Barth Rathaus soll auch samstags öffnen

Wählergruppe startet Unterschriftenaktion in Barth / Die Listen liegen bis Ende Dezember aus

Barth. Das Rathaus in Barth braucht bürgerfreundlichere Öffnungszeiten. Das fordert die Wählergruppe „Bürger für Barth“. Sie will erreichen, dass das Bürgeramt auch sonnabends geöffnet ist – von 9 bis 12 Uhr. Außerdem spricht sich die Gruppe für eine „Neukonzeption der Organisationsform für bürgernahe Dienstleistungen und Produkte“ aus.

Dazu hat die Wählergruppe eine Unterschriftenaktion gestartet. Bis Ende Dezember liegen in der 8000-Einwohner-Stadt Unterschriftenlisten aus.

Mit ihrer Unterschrift können die Bürger der Stadt und auch der Gemeinden des Amtes Barth die Forderungen unterstützen. Neben den Unterschriftenlisten kann dafür online eine elektronische Unterschriftensammlung genutzt werden (www.openpetition.de).

„Viele Bürgerinnen und Bürger kritisieren die zu geringen Öffnungszeiten des Bürgeramtes pro Woche, auch wenn in Ausnahmefällen die Möglichkeit besteht, außerhalb der Öffnungszeiten Sprechzeiten zu erhalten“, erklärt Heike Lohrmann, Vorsitzende der Wählergruppe. Einen Gesprächstermin telefonisch zu vereinbaren, erweise sich häufig als zeitraubend, weil besetzt, das Gespräch nicht angenommen oder der zuständige Mitarbeiter gerade nicht erreichbar sei. Ähnliches gelte auch für schriftliche Terminanfragen. „Weder die Öffnungszeiten noch die Organisationsform stehen für eine bürgernahe und kundenorientierte Bereitstellung von Dienstleistungen“, kritisiert Lohrmann. „Diese Öffnungszeiten lassen es nicht zu, dass Bürger, die werktags auswärts tätig oder zu den jetzigen Öffnungszeiten verhindert sind, Serviceleistungen des Bürgeramtes in Anspruch nehmen können“, bedauert Lohrmann. Nach Ansicht der Wählergruppe biete es sich an, das Bürgerbüro in der ehemaligen Fritz-Reuter-Schule einzurichten.

Die Forderung zeige, dass die derzeitige Organisationsform des Bürgeramtes nicht mehr den Ansprüchen einer bürgernahen und bürgerfreundlichen Serviceeinrichtung genüge. „Oft wird in der Verwaltung vergessen, dass die Bürger Kunden sind, die Anspruch auf freundliche, zeitnahe, kompetente Leistungserbringung der Verwaltung haben.“ Diesem Anspruch gerecht zu werden, sei sicherlich nicht immer einfach. „Aber er sollte Ziel jedes Mitarbeiters sein und Gestaltungswillen der Organe der Stadt und des Amtes Barth voraussetzen.“

„Für die Unterschriftenaktion wünschen wir uns eine rege Beteiligung“, sagt die Vorsitzende der Wählergruppe. Gleichzeitig verbindet Lohrmann mit der Aktion eine Hoffnung: „Vielleicht gelingt es dadurch, diese Form der Bürgerbeteiligung für zukünftige kommunalpolitische Themen zu etablieren und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Amtes Barth direkt an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen.“

Bereits im vergangenen Jahr haben sich die Barther Stadtvertreter mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass im Rathaus bürgerfreundlichere Öffnungszeiten eingeführt werden sollen. Demnach sollte die Verwaltung auch am Mittwoch sowie an einem der Brückentage im Jahr erreichbar sein. Bislang ist das Rathaus mittwochs für Bürger geschlossen. Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) war damals gegen den Vorschlag – und ist es auch heute.

„Ich finde es generell gut, wenn sich eine Gruppe Gedanken über längere Öffnungszeiten macht, nehme das sehr ernst und habe intensiv darüber nachgedacht“, sagte der Rathauschef gestern. Erweiterte Sprechzeiten würden seiner Ansicht nach keine Verbesserung des Bürgerservice bringen, sondern eher eine Verschlechterung. „Das würde zu einem unflexiblen Formalismus führen, gegen den ich mich wehre“, sagte Kerth. In besonderen Fällen stehe die Verwaltung auch außerhalb der regulären Sprechzeiten zur Verfügung. Wer beispielsweise ganz dringend einen neuen Reisepass oder Personalausweis benötige, für den würde er das Rathaus auch am Sonntag öffnen.

„Der Bedarf nach Öffnung des Rathauses am Samstag ist einfach nicht da“, erklärt Kerth. In den vergangenen Jahren hätte es nur zwei Anfragen gegeben. „Eine Samstagsöffnung wäre für mich nach außen hin nur Show, und eine Show brauchen wir nicht!“ Die Bürgermeister der Gemeinden des Amtes Barth würden sich sogar eher eine Verringerung der jetzigen Sprechzeiten wünschen, ergänzt Kerth. Der Grund:

Nur so lasse sich auf Dauer eine effektive Arbeit der Verwaltung erreichen.

Detlef Lübcke

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