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Schnuckel sorgt für meisten Nachwuchs

Langenhanshagen/Ribnitz-Damgarten Schnuckel sorgt für meisten Nachwuchs

Spitzenreiter beim Paaren: Die Langenhanshäger Storchendame hat bereits 39 Jungtiere großgezogen

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Storchendame „Schnuckel“ (links) ist an der Langenhanshäger Gaststätte zu Hause. Dort wird sie auch bewirtet.

Quelle: Volker Stephan

Langenhanshagen/Ribnitz-Damgarten. War das Storchenjahr 2016 ein gutes? „Nach allem, was ich gehört habe, war es eher kein gutes“, erzählt Hans Zöllick. Wenn es um die Rotstrümpfe geht, ist er der Fachmann in der Region. Seit Anfang der 1970er-Jahre analysiert Hans Zöllick die Aktivitäten der Störche im Altkreis Ribnitz- Damgarten. Über mittlerweile 92 Tiere hat der Poppendorfer einen immensen Fundus an Zahlen, Daten und Geschichten zusammengetragen.

OZ-Bild

Spitzenreiter beim Paaren: Die Langenhanshäger Storchendame hat bereits 39 Jungtiere großgezogen

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In diesem Jahr brachten es 41 Storchenpaare auf insgesamt 55 Junge. Das sind zwar drei mehr als im vergangenen Jahr. Aber das war schon mal ganz anders. Wenn man beispielsweise 2004 nimmt – mit 63 Paaren und 116 Jungen.

In vielen Dörfern sind die Störche den Menschen ans Herz gewachsen. Ein Beispiel dafür ist Schnuckel. Ursprünglich ist die Storchendame mal in Rheinland-Pfalz beringt worden, weiß Hans Zöllick. 2005 tauchte sie in Schlemmin auf, seit 2006 übersommert Schnuckel in Langenhanshagen. Da ist sie bestens bekannt, ist zutraulich und wird im Dorf gerne durchgefüttert. Unter anderem von der Familie Schmidt.

Mittlerweile hat „Schnuckel“ erfolgreich eine Großfamilie aufgezogen, kommt in all den Jahren auf insgesamt 39 Junge – ein Spitzenwert im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Die Störchin kommt mit Menschen gut klar. In allen Jahreszeiten. Auch im Winter bleibt sie in Deutschland, lässt sich an Supermärkten verpflegen und schläft auf Laternenmasten. Das sorgt für warme Füße.

In der Region gibt es viele weitere treue Brutpaare – ob in Klockenhagen, Gresenhorst, Forkenbeck, Kavelsdorf oder Langsdorf. In Löbnitz ist das Nest auf dem Storchenhaus nun auch wieder angenommen worden. 2016 sogar mit Bruterfolg. Auch in Kneese sind nach mehreren Jahren wieder Störche. Allerdings noch ohne Bruterfolg.

Die 55 Jungen des Jahrgangs 2016 sind diejenigen, die überlebt haben. Manch’ anderes Junge schaffte es nicht. Unter anderem wegen zu trockenen Wetters, erklärt Zöllick. Futtermangel führte dazu, dass Storcheneltern einige Kinder nicht durchbrachten. In Bartelshagen I, Ortsteil von Marlow, brüteten in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1993 erfolgreich Störche. Von den drei Jungen überlebte aber nur eines – auch dank der tatkräftigen Unterstützung von Familie Böhme, auf deren Grundstück das Nest steht. Sie sammelten sogar Nacktschnecken für die Störche. Auch mangelnde Bruterfahrung kann zum Problem werden und zu Verlusten führen, wenn die Storcheneltern überfordert sind.

So ist die Analyse des Storchenjahres regional recht unterschiedlich ausgefallen. In Petersdorf gab es zwar drei Jungen. Aber keines überlebte. Ein paar Kilometer weiter, in Ehmkenhagen, gab es mit vier überlebenden Jungstörchen den zahlenmäßig größten Nachwuchs. Wie auch bei einem Storchenpaar im Marlower Vogelpark.

Welche Flugleistungen Störche vollbringen, lässt sich dank Monitoring nachvollziehen. Zwischen 2008 und 2015 sind im Altkreis insgesamt 212 Nestlinge beringt worden, dieses Jahres davon 31.

Werden sie woanders registriert, lassen sich Flugrouten verfolgen. Zum Beispiel flog ein Storch in zehn Tagen bis nach Israel. 3000 Kilometer insgesamt, das macht eine Tagesleistung von 300

Kilometern.

Wer Hans Zöllick zuhört, spürt das große Engagement des 92-Jährigen. Die Zoologische Sammlung Rostock hat den Poppendorfer in diesem Jahr mit ihrer Verdienstmedaille geehrt. Der „Storchenvater“ hat viele Veränderungen miterlebt. Als er mit seiner ehrenamtlichen Arbeit begann, gab es im damaligen Bezirk Rostock rund 1200 Brutpaare. Die meisten Messstandorte befanden sich auf stroh- und rohrgedeckten Gebäuden. Später nutzten Störche die E-Masten. Durch die Verkabelung sind viele Maste überflüssig – deshalb sind mittlerweile Nisthilfen entwickelt worden, um die Störche zu unterstützen. Manchmal ist es auch private Initiative – so wie in Bartelshagen I, wo Familie Böhme extra ein Nest im Garten aufgestellt hat.

26 Paare haben erfolgreich gebrütet

26 Storchenpaare haben in diesem Jahr im Altkreis Ribnitz-Damgarten erfolgreich gebrütet. 55 Jungstörche konnten aufgezogen werden. 15 weitere Paare hatten keinen Nachwuchs.

In der Langzeitstatistik sind viele Schwankungen in der Zahl der Brutpaare zu erkennen. 2004 wurden 63 Brutpaare (mit 116 Jungen) gezählt, auch 1974 war ein sehr gutes Jahr (60 Paare, 104 Junge). Im Jahr 1988 waren es dagegen nur 33 Brutpaare.

4 Junge gab es in diesem Jahr bei Brutpaaren in Ehmkenhagen und in Marlow.

Peter Schlag

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