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Schönheitskur für hölzernen Herrscher

Kenz Schönheitskur für hölzernen Herrscher

In der Kenzer St.-Marienkirche wird jetzt das älteste Bildnis eines pommerschen Herzogs restauriert

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Das aufklappbare Kenotaph beherbergt in seinem Innern eine Holzplastik des Herzogs Barnim VI.

Quelle: Detlef Lübcke

Kenz. Mit dem Kenotaph Barnim VI. in der St.-Marienkirche von Kenz wird jetzt das älteste Bildnis eines pommerschen Herzogs restauriert. Das Kenotaph ist ein Scheingrab als Ehrenbezeugung. Es wurde aus Holz um das Jahr 1410 von einem unbekannten Künstler angefertigt. Das Kenotaph steht seit mehr als 600 Jahren im Chor der Kirche, nahe der Grabkammer des einstigen Herzogs von Pommern-Wolgast.

Das Kenotaph ist das einzige aufklappbare hölzerne

mittelalterliche Grabmal in MV.“ Pastor Kai Steffen Völker

Das aufklappbare Kenotaph beherbergt in seinem Innern eine etwa zwei Meter lange Holzplastik des Herzogs Barnim VI. Zwei Klappen, die sich öffnen und schließen lassen, ziehen sich über die ganze Länge des aus Eichenholz gefertigten Scheingrabs. Es ist mit schmückendem Schnitzwerk versehen.

„Das Kenotaph ist mit einer Länge von 2,40 Metern und einer Höhe von 1,57 Metern das einzige aufklappbare hölzerne mittelalterliche Grabmal in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Pastor Kai Steffen Völker. Zugleich sei es die älteste erhaltene bildliche Darstellung eines pommerschen Herzogs überhaupt.

Nach Angaben von Pastor Völker sind Holzteile beschädigt und an einigen Stellen löst sich die Bemalung. Nach derzeitigen Berechnungen wird die Restaurierung 16000 Euro kosten.

„Möglich geworden sind die Arbeiten erst durch die Förderung der G. und H. Murmann-Stiftung innerhalb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz“, so der Pastor. Auch die Sparkasse Vorpommern unterstütze die Restaurierung.

Das Kenotaph Barnim VI. ist eines von mehreren einzigartigen Ausstattungsstücken der Ende des 14. Jahrhunderts errichteten ehemaligen Wallfahrtskirche St. Marien. „Die um 1430 entstandenen Glasmalereien in den sechs Chorfenstern stellen den größten Bestand mittelalterlicher Glasfenster in Mecklenburg-Vorpommern und in seinem Umfang auch für den Norden Deutschlands dar“, berichtet Kai Steffen Völker. Einzigartig seien unter anderem auch der Mosaikfußboden der Seitenkapelle und der mit einer Kammer versehene Altarunterbau. Der Unterbau sei älter als die Kirche selbst und stelle vermutlich einen alten Zugang zur Kenzer Quelle dar. Kenz in der Nähe von Barth war einst der bedeutendste Wallfahrtsort und später das erste Kurbad in Pommern. Barnim VI. (um 1365-1405) war ab 1394 Herzog zu Wolgast-Demmin und Greifswald.

Kenotaph

Als Scheingrab wird ein Kenotaph ebenfalls bezeichnet. Es ist ein Ehrenzeichen für einen oder mehrere Tote.

Im Gegensatz zum Grab dient es ausschließlich der Erinnerung und enthält keine sterblichen Überreste. Aus gartenkünstlerischen Überlegungen angelegte Scheingräber werden als Scheinfriedhof bezeichnet. Die ersten Keno-

taphe waren einfache Grabmale zum

Andenken an Tote, deren Gebeine nicht aufgefunden werden konnten.

Detlef Lübcke

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