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Seine Heimat bleibt das Riesengebirge

Barth Seine Heimat bleibt das Riesengebirge

Peter Barth aus Barth: Heute feiert der schreibende Chemiker seinen 80. Geburtstag

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In dieser Rubrik schrieb Peter Barth 1955 und 1956 für die OZ.

Barth. „Fernsehen ist nun auch in Barth zu einer großen Beliebtheit geworden, seitdem der Sender Marlow seine Tätigkeit – wenn auch vorerst nur versuchsweise – aufgenommen hat. Besonders Kinder und Jugendliche umlagern dichtgedrängt die Apparate in den Kaufhäusern oder beim Fachgeschäft Lehmann . . .“ Das schrieb Peter Barth Mitte der 1950er-Jahre für die OSTSEE-ZEITUNG. „Von unserem Barther Stadtreporter!“ war die insgesamt 16-zeilige Mitteilung überschrieben. Peter Barth feiert heute seinen 80. Geburtstag. Und er schreibt noch immer.

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Peter Barth aus Barth: Heute feiert der schreibende Chemiker seinen 80. Geburtstag

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Monatlich etwa 150 Briefe

„Meine journalistische Laufbahn begann vor mehr als 60 Jahren während der Oberschulzeit in Barth mit ersten kleinen Beiträgen unter dem Kürzel Peba. Zu der Zeit hatten Darß und Barth nur eine Spalte“, blickt der Jubilar zurück.

Peter Barth ist eifriger Leser der OSTSEE-ZEITUNG und arbeitet seit 2005 als Redakteur für die 40-seitige Zeitschrift „Riesengebirgsheimat“. Sie erscheint elfmal im Jahr und wird in Nürnberg publiziert. Monatlich erhält Peter Barth etwa 150 Briefe, die er bearbeitet. Sein Manuskript schickt er an eine Textwerkstatt. Von dort bekommt er Druckfahnen zurück, korrigiert und sendet sie retour.

Tannenheim bei Barth ist seit 2001 sein Zuhause. Aber seine Heimat bleibt Trautenau (tschechisch Trutnov) im Riesengebirge. In Tannenheim lebt der Witwer mit seiner schwarzen Katze Mäuschen und wenigen „Schätzen“, die seine Tante Hilde Ansorge rettete. „Ihr verdanken wir den Besitz persönlicher Dokumente, Fotos vor 1945 und auch einige Schmuckstücke. Als meine Großeltern Fritz und Rosa Barth, Bäcker und Kohlenhändler in Wekelsdorf, 1945 Opfer der wilden Vertreibung wurden, durfte die Hochschwangere Tante Hilde mit ihrem Mann im Elternhaus verbleiben und später wesentlich mehr als wir mitnehmen“, erzählt Peter Barth. Kostbar ist für ihn ein Porzellanservice seiner Großeltern, Heinrich und Rosa Hoffmann mütterlicherseits, die in Trautenau ein Glas- und Porzellan-Warenhaus mit Spiegelherstellung besaßen und auch Bildereinrahmungen ausführten.

An rund 40 Patenten beteiligt

„Im August 1946 bin ich zum ersten Mal mit der Stadt Barth in Berührung gekommen – auf dem Weg aus dem Quarantänelager in Damgarten nach Zingst.“ Nach der Oberschulzeit in Barth studierte er Chemie in Greifswald, „kochte“ dort an einer komplizierten Apparatur seine Diplomarbeit und arbeitete bis zum Eintritt ins Rentenalter in der chemischen Industrie in Bitterfeld. Seine Tätigkeit in der Forschung rückte ihn ins Visier der Staatssicherheit. Peter Barth war an etwa 40 Patenten beteiligt, darunter ein „Mittel zur Halmstabilisierung bei Getreide“, das 1975 in der DDR, in der Sowjetunion, in Bulgarien und in der Tschechoslowakei angemeldet wurde. Zur Letzteren gehörte seit 1945 seine Heimat.

Der Rentner freut sich über ein Geschenk seines Sohnes Klaus- Dieter und seiner Schwiegertochter Birgit: ein von beiden gestaltetes Erinnerungsbuch vom letzten gemeinsamen Besuch 2016 im Riesengebirge. Auch Birgits Eltern waren Vertriebene. Sie stammten aus Schwarzwasser. Das Titelfoto zeigt den Ringplatz von Trautenau mit Rathaus und die typischen Laubengänge, das Rückseitenfoto ein böhmisches Gericht, das Peter Barth noch heute gerne isst: Semmelknödel mit Gulasch, Paprika und Zwiebelringen. Auf einem Foto ist Peter Barth vor dem Geschäftshaus seiner Großeltern zu sehen, das heute einen Bäckerladen und ein Textilgeschäft beherbergt. Er sagt: „Ich bin innerlich berührt, wenn ich davor stehe und denke: Was wäre, wenn es keinen Krieg und keine Vertreibung gegeben hätte?“

Elke Erdmann

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