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Vier Draufgänger retten die Königin

Barth Vier Draufgänger retten die Königin

Die Musketiere kämpfen ab morgen wieder im Barther Theatergarten / Ein kleiner Junge hat Regisseur Martin Schneider überredet, eine Fortsetzungsgeschichte zu schreiben

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Regisseur Martin Schneider mit dem Modell des Bühnenbildes für „Die vier Musketiere – alles oder nichts“. Entworfen hat es Udo Klenner.

Barth. „Sind Licht und Ton so weit?“, erkundigt sich Martin Schneider. Alles klar, signalisieren die Techniker dem Theaterleiter und Regisseur. „Okay, dann alle auf die Plätze! Und ab!“, gibt Schneider den Einsatz vor. Mit einem gewaltigen Rumsen und Scheppern beginnt der Abend im Barther Theatergarten. Die gusseiserne Gittertür eines Versteckes ist mit einer Ladung Dynamit gesprengt worden und kracht lautstark zu Boden.

Termine

16. Juli bis 2. September , montags, mittwochs, donnerstags und sonnabends, jeweils ab 19.30 Uhr im

Theatergarten Barth, Trebin 35a

Eintritt: 12 bis 18 Euro

Tickethotline: ☎ 03971 / 20 89 25 Parken: kostenpflichtig am Osthafen

• Internet:

www.theatergarten.boddenbuehne.de

Der erste von noch 14 folgenden pyrotechnischen Effekten hat schon mal geklappt. Beim Text gibt es aber noch Hänger, und auch die Nebelmaschine setzt nicht so schnell ein wie geplant. Dann die nächste Panne: Ein großes Rollo, Teil des Bühnenbildes, lässt sich nicht vollständig hochziehen. Kurze Unterbrechung. Die Techniker müssen ran. Sie suchen nach der Ursache. Martin Schneider bleibt gelassen. Es ist ja nur die Durchlaufprobe. Bis zur Premiere morgen Abend ist noch Zeit, die kleinen Pannen auszubügeln.

Seit fünf Jahren sind im beschaulichen Barther Theatergarten die großen, klassischen Abenteurer dieser Welt zugange. Zuerst ritt Robin Hood durch die Wälder. Dann verwandelte sich der Theatergarten in die Schatzinsel. Und schließlich war der Windmühlenretter Don Quijote zu erleben. In den vergangenen beiden Jahren kämpften die Musketiere für die Ehre, die Krone und die Liebe.

„Eigentlich sollte im vergangenen Jahr nach dem zweiten Teil Schluss sein mit den Musketieren. Aber Martin Schneider ließ sich überreden – von einem kleinen Jungen. „Er bat mich, doch noch eine weitere Musketier-Geschichte zu schreiben“, berichtet Schneider. Dieser Bitte hätte er einfach nicht widerstehen können.

So gibt es ab morgen eine Fortsetzung der Musketier-Story. Sie knüpft nahtlos an die letzte an. Die Geschichte sei sehr frei, aber ganz gewiss im Sinne Alexandre Dumas (1802-1870), wie es Martin Schneider formuliert. Und das ist Schneiders Geschichte: Die intigrante Widersacherin der Krone und der Musketiere Lady de Winter ist gerichtet, wodurch D’Artagnan (gespielt von Sebastian Hildebrand) seiner Freundin Constance (Marie-Céline Korzenek) in letzter Sekunde das Leben retten konnte. Königin Anna (Katharina Mahnke) gebar einen Sohn, den lang ersehnten Thronfolger. Aber der König hatte keine lange Freude an seinem Sohn und starb kurz nach dessen Geburt. Kardinal Richelieu (Helga Wienhöfer) wittert eine neue Gelegenheit, die Königin zu erpressen und nach der Macht zu greifen. Als erste Amtshandlung löst er das Corps der Musketiere auf. Die Freunde Aramis (Felix Caspar Krause), Porthos (Jan Lehmann) und Athos (Erik Gätjen) sind gezwungen sich zu trennen. Nur D’Artagnan bleibt in Paris, das schon bald in ein neues Unheil zu versinken droht. Eine neue dunkle Macht, der geheimnisvolle Noire (Wolf-Aaron Thalmann), treibt mit dem Orden der schwarzen Lilie in der Stadt sein Unwesen. D’Artagnan handelt. Er sucht seine Freunde. Aber es ist nicht so einfach, die Herren aus dem Musketier-Ruhestand zu locken. Doch es gelingt ihm, und die vier müssen gegen undurchschaubare Feinde antreten...

Aufgeführt wird das Theater-Open-Air bis zum 2. September, vier Mal wöchentlich, außer am 4. und 6. August. „Insgesamt werden es 27 Vorstellungen sein, sechs mehr als im letzten Sommer“, sagt Martin Schneider. 3500 Besucher haben sich die Musketiere im vergangenen Sommer angeschaut.

15 Darsteller spielen in „Die vier Musketiere – alles oder nichts“. Neun davon kommen aus dem Barther Amateurensemble. Fünf sind Eleven an der Theaterakademie Vorpommern.

Nach dem dritten Teil soll es dann aber keine Fortsetzung der Musketiere mehr geben, sagt Martin Schneider. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja wieder ein kleiner Junge auf ihn zu und wünscht sich eine weitere Geschichte...

Die Musketiere gab es wirklich

1567 sind die Muskete in Spanien erstmals erwähnt worden. Möglicherweise stammt das Wort vom italienischen Moschetto (Sperber) ab oder vom spanischen Begriff Mosca (Funken). König Ludwig XIII. führte seit 1622 die Musketiere der Garde als Teil seiner Haustruppen.

D‘Artagnan: Charles d‘Artagnan de Batz-Castelmore wurde 1623 in der Gascogne geboren. 1640, mit 17 Jahren, verließ er sein Elternhaus, um nach Paris zu ziehen und sich dort 1644 den Musketieren des Königs anzuschließen. Er starb 1673 in Maastricht. Französische Historiker haben auch herausgefunden, wer die anderen Musketiere wirklich waren. Ob sie sich gekannt haben, ist nicht belegt.

Athos: Armand de Sillegue d‘Athos d‘Autevielle entstammte einer reichen, ursprünglich bürgerlichen Familie. Er wurde um 1617 geboren. Da ihm laut Erbrecht als jüngster Sohn keine Ländereien zustanden, hatte er die Wahl zwischen Kirche und Armee. Er trat den Musketieren 1640 bei und starb am 21. Dezember 1643 in Paris.

Porthos: Isaac de Portau wurde 1617 in Pau in der Gascogne geboren und 1643 Musketier. Er kam aus einer protestantischen Familie. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass er d'Artagnan kennengelernt hat. Er starb 1670.

Aramis: Henri d‘Aramitz war adliger Herkunft. Er stammte aus Aramits in den Pyrenäen. Er trat 1640 bei den Musketieren ein, vermutlich auf Fürsprache Monsieur de Trevilles, dem Chef der Musketiere, dessen Vetter er war. Wann er starb, ist nicht bekannt.

Detlef Lübcke

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