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Zu viel Rotwild in Nordvorpommern?

Schuenhagen Zu viel Rotwild in Nordvorpommern?

Ausstellung im Forstamt sucht nach Antworten

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Hirsche stehen vor dem Abendhimmel auf einer Wiese. Mindestens 500 dieser Tiere leben in Nordvorpommern.

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Schuenhagen. Dem Rotwild, größte heimische Säugetierart, geht es gut in Nordvorpommern. Allein zwischen Eixen, Stralsund und Recknitztal gibt es etwa 500 Rothirsche. Ist das nun gut oder schlecht?

Genau hier hakt die neue Ausstellung auf dem Hof des Forstamtes Schuenhagen ein. Da geht es zunächst um Informationen zur heimischen Säugetierart. „Für viele ist Hirschgulasch die einzige Verbindung zum Thema Rotwild. Nur noch wenigen ist ein Brunftruf bekannt. Deshalb ist es unser erstes Anliegen, mit dieser Ausstellung Wissen zu vermitteln“, sagt Forstamtsleiter Andreas Baumgart. Bewusst soll das Rotwild in die nordvorpommersche Waldlandschaft eingeordnet werden – genau wie zum Beispiel der seltene Schreiadler. „Der Schreiadler ist gefährdet, nur ein Junges kommt pro Jahr durch, wenn überhaupt“, so Baumgart und macht klar: „Dagegen vermehren sich Hirsche schnell und zahlreich. Würden wir sie nicht bejagen, würden die 500 aus diesem Jahr bereits 2017 anwachsen auf 700. Wir brauchen also keine Angst haben, dass der Rothirsch bei uns mal auf der Roten Liste steht.“ Deshalb sei es so wichtig, darauf zu achten, dass die Bestände nicht uferlos anwachsen.

Forstleute sprechen von Schälschäden durch die Tiere. Von 100 jungen Bäumen wurden zwischen 1994 und 2014 jedes Jahr im Schnitt fünf neu geschält und damit beschädigt. Kein anderes Forstamt in Mecklenburg-Vorpommern hatte 2010 so hohe Schäden wie Schuenhagen, betont Andreas Baumgart.

Deshalb wurde vor Jahren der Abschussplan erhöht: Mittlerweile habe sich der Bestand verkleinert, also wurde der Plan für 2016 von 230 auf 160 nach unten korrigiert. „Das stieß nicht bei allen Jägern auf Verständnis“, umschreibt Andreas Baumgart den Konflikt zwischen Forstamt und Jägern.

Um Wildschäden zu minimieren, sollte man nicht nur auf die Jagd setzen: Der Forstamtsleiter spricht eine zweite Möglichkeit an, die sich ebenfalls in der Ausstellung wiederfindet. „Das Rotwild braucht mehr Ruhezonen. Wir haben 150 Hektar mit großer Einstandsfläche und bewirtschafteten Wildwiesen seit 2007 dafür eingerichtet. Dort darf ganzjährig nicht gejagt werden. In diesem Jahr kommen noch mal 120 Hektar jagdberuhigte Zone dazu. Zweite Variante wäre die Verkürzung der Jagdzeit. Mitte Juni bis Ende Juli darf nichts geschossen werden.“ Auch im Winter bräuchte das Wild Raum für eine Ruhepause. Müssten die Tiere fliehen, würden sie durch diese Stresssituation zu viel Energie verbrauchen. Auch das würde zu Schäden führen, so der Forstamtsleiter. Und schließlich plädiert die Forst für Äsungsstreifen, die in den nächsten beiden Jahren eingerichtet werden sollen.

Ines Sommer

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