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Zu voll, zu billig, zu viele Hunde

Neuendorf Zu voll, zu billig, zu viele Hunde

Anwohnerin Veronika Roberts ärgert sich über die Zustände auf dem Wohnmobilstellplatz in Neuendorf / Ihr Vorwurf: Viele Gäste verschwenden Wasser und verlassen den ohnehin schon günstigen Platz, ohne zu bezahlen

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Veronika Roberts ist froh, dass mit dem Herbst wieder Ruhe auf dem Campingplatz einzieht.

Quelle: Carolin Riemer

Neuendorf. Früher war der Stellplatz für Wohnmobile am Hafen in Neuendorf ein Geheimtipp – vor allem für Urlauber mit Hunden. „Die Zeiten sind jedoch seit vier Jahren vorbei“, sagt Veronika Roberts (64). Der Anwohnerin reicht es. Überlaufen sei der einst idyllische Hafen, die Kapazitäten erschöpft, Gemeinde und Hafenmeister überfordert von dem Strom der Camper, die ihre Ferien hier teilweise wochenlang verbringen.

„Für 20 Stellplätze wirbt der Platz im Internet, doch im Sommer sind es mehr als doppelt so viele.“ Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie sich über das „rücksichtslose“ Verhalten vieler Sommergäste aufregt. „Die Hunde laufen frei herum. Sie machen überall hin und die Besitzer sammeln es nicht auf, weil es sowieso nur eine einzige Mülltonne in Neuendorf gibt, in der sie den Kot entsorgen könnten.“

An einigen Stellen, ist der Fäkaliengeruch nicht zu leugnen. „Die Abwasserleitungen können das ja gar nicht schaffen bei den Massen. Einige Camper erleichtern sich sogar in den Büschen.“ Veronika Roberts lebt seit elf Jahren in Neuendorf. An den Hafen geht sie nur noch sehr selten, weil sie sich den Anblick ersparen möchte.

Was sie besonders stört, und den Platz bei Touristen vermutlich außerordentlich beliebt macht, ist der Preis. Für zehn Euro am Tag bekommen die Camper nicht nur einen Stellplatz, sondern auch Wasser, Strom und die Entsorgung des Abwassers spendiert. Zelten kann man in Neuendorf für drei Euro täglich. Als wenn das nicht günstig genug ist, nutzen einige Gäste die gutmütige Gemeinde aus, haben Roberts und andere Camper beobachtet. Viele würden ihr Wohnmobil spät am Abend auf den Platz fahren, Wasser und Strom nutzen, und im Morgengrauen, bevor der Hafenmeister zum Kassieren kommt, ohne zu bezahlen verschwinden. „Hier überprüft niemand den Verbrauch der einzelnen Gäste und viele nutzen das aus“, erbost sie sich. Zum Vergleich: Auf dem Campingplatz in Bodstedt, in ähnlicher Lage, nur größer und etwas besser ausgestattet, zahlen Nutzer für ihren Wohnwagen täglich sechs Euro. Dazu kommen fünf Euro für einen Erwachsenen, drei Euro für ein Kind, 1,50 Euro für einen Hund und eine Strompauschale von drei Euro.

Dagegen ist Neuendorf wirklich ein Schnäppchen. Im Strahl aus einem Trinkwasserhahn – deutlich ausgewiesen, dass es sich um Trinkwasser handelt – waschen zwei Jugendliche ihre Surfausrüstung und das Frühstücksgeschirr ab. Als Veronika Roberts das sieht, winkt sie nur noch ab. „Können die nicht lesen“, fragt sie mürrisch. Die beiden jungen Männer reagieren jedoch sofort, als sie freundlich darauf hingewiesen werden, dass sie ihre Schuhe nicht zwingend mit Trinkwasser reinigen müssen, sondern auch den Wasserschlauch ein paar Meter entfernt kostenlos nutzen können.

Bürgermeister Wolfgang Pierson kennt den Ärger von Veronika Roberts. „Leute, die ohne zu bezahlen abhauen, sind Einzelfälle. Hier geht gar nichts drunter und drüber“, beschwichtigt er. Zum Einen sei er selbst täglich am Hafen und der Hafenmeister habe den Platz im Griff. Am günstigen Preis will er nichts ändern. „Das läuft alles rund. Der Platz rechnet sich gut, sodass wir beispielsweise durch die Einnahmen die Bootsstege neu machen konnten. Die Gemeinde muss ja nicht zwingend große Gewinne mit ihm machen.“

Seit zwei Jahren müssen auch Hundebesitzer für ihre Vierbeiner zahlen – zwei Euro pro Tag. Ein überschaubarer Betrag, den so manch’ Herrchen nicht akzeptieren wollte. Seitdem gibt es – zur Freude vieler Gäste und Einheimischer – weniger Vierbeiner auf dem Platz.

Gäste-Meinungen von der Homepage

„Sehr schön gelegener Stellplatz am Bodden. Wir waren im August 2008 das erste Mal dort. Leider kann man heute nicht mehr im Sommer dort hinfahren. Alles voll und viele, die sich sehr breit machen.“

„Leider kommen viele Hundehalter ihrer Aufsichtspflicht nicht nach. Die Hunde laufen frei rum, markieren fleißig ihre Reviere. Morgens bitte aufpassen. Tretminen lauern überall. Die verschwinden dann zum Glück beim nächsten Starkregen.“

„Ver- und Entsorgung perfekt. Die Gemeinde könnte viel mehr Geld verdienen, wenn der Hafenmeister mehr präsent wäre. Wir sahen mindestens drei Wohnmobile, die dort übernachteten und nicht zahlten.“

„Leider kein Geheimtipp mehr, trotzdem sehr schön und günstig.“

Carolin Riemer

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