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Baustart Fischlandwiesen: Projekt spült Geld in klamme Kassen

Wustrow Baustart Fischlandwiesen: Projekt spült Geld in klamme Kassen

Bereits seit den 1990er-Jahren war die Renaturierung der Flächen zwischen Ribnitz und Wustrow im Gespräch / Neuer Deich wird 3,5 Kilometer lang

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Eine staubige Angelegenheit: Die Basis für den neuen Deich auf den Fischlandwiesen wird vorbereitet.

Quelle: Timo Richter

Wustrow. Es staubt mächtig. Dichte Wolken ziehen über die Fischlandwiesen in Richtung Südwest. Der feine Sand macht sich als feines rhythmisches Prasseln auf einer Scheibe des Führerhauses einer Raupe hörbar. Zwei Bagger werfen die abgeschabte Grasnarbe im Verlauf des neuen Deiches für die Renaturierung der Fischlandwiesen beiseite. Da stockt nicht nur den Arbeitern der Atem, sondern auch einstigen Kritikern des Projekts.

Die jedoch lassen sich nach dem Beschluss der Wustrower Gemeindevertreter zugunsten des Umwelt-Vorhabens nicht mehr hören. Schließlich spült die Wiedervernässung der Fischlandwiesen einen dicken Batzen Geld in die klamme Gemeindekasse – deutlich mehr als eine Million Euro allein für das Ostseebad. Mit im Boot sitzen aber auch noch Ribnitz-Damgarten um mit einem vergleichsweise winzigen Anteil Dierhagen. Erstmal erhält die Kommune auf dem Fischland von der Landgesellschaft, die das Vorhaben durchführt, eine Grundentschädigung. Zugleich wird mit der Maßnahme ein Öko-Punkte-Konto eingerichtet, von dem das Ostseebad zehren kann, wenn das „Guthaben“ für den Ausgleich von Umwelteingriffen an anderem Ort verkauft werden konnte. Interessenten sollen sich laut des Wustrower Bürgermeisters Daniel Schossow (SPD) schon gemeldet haben.

Rund 3,5 Kilometer lang wird der neue Deich entlang der L 21. Nach Beginn in Höhe des Surf-Camps biegt der neue Deich weiter südlich in Richtung des alten Schöpfwerks ab. Derzeit wird der Untergrund für den landseitig verlagerten Küstenschutz gelegt. Mit einer Ketten-Raupe wird die Grasnarbe abgetragen. Ein rund 50 Meter breiter Streifen nackter Oberfläche windet sich über die Fischlandwiesen. Dort wuchs bis dato das Gras für die Rinder des Gut Darß. Künftig sollen auf den nassen Flächen Wasserbüffel stehen . Der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebs, Marc Fiege, hatte erst jüngst den Bestand der wasserliebenden Rindviecher deutlich aufgestockt.

50 Meter breit ist die Baustrecke, auf der Deich, Graben und Nebenanlagen entstehen sollen. Der Deich erhält einen Sandkern. Das Material wird eigens für die Verwendung mit zig Lastwagen angekarrt. Über den Kern kommt eine Deckschicht aus der abgetragenen Grasnarbe. Sozusagen ummantelt wird der neue Deich mit Muttererde, auf der sodann Gras sprießen soll.

Das Projekt wird seitens der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern als Vorhabenträgerin als Beitrag zur biologischen Vielfalt gesehen. Durch die Wiedervernässung der Wiesen könne wertvolles Salzgrünland entstehen – eine Lebensgrundlage für viele besonders spezialisierte Pflanzen und Tiere, wie Volker Bruns, Geschäftsführer der Landgesellschaft MV, während des ersten Spatenstichs erklärte. Die Maßnahme diene vor allem der Verwirklichung zur Vernetzung von Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebieten.

Die ersten Planungen für eine Renaturierung der Flächen stammen aus den frühen 1990er-Jahren. Im März dieses Jahres wurde die Bereitstellung der zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen für die Naturschutzmaßnahme vertraglich bestätigt. Damals hatte das Vorhaben nicht so viel Staub aufgewirbelt, wie jetzt.

Landwirtschaft ließ Salzgrasland schrumpfen

3,5Kilometer lang ist der neue Deich, der die Fischlandwiesen vor den Toren Wustrow umschließt. Der Wall reicht vom Surf-Camp bis zum alten Schöpfwerk.

218Hektar der Fischlandwiesen werden renaturiert. Heißt: Infolge der Öffnung des Deiches zum Bodden kann die Fläche bei hohen Wasserständen im Bodden überflutet werden.

10Prozent der Fläche des ursprünglichen Salzgraslandes in Mecklenburg-Vorpommern existieren heute noch. Die einstige Fläche von rund 21 000 Hektar schrumpfte vor allem durch die landwirtschaftliche Nutzung.

Timo Richter

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