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Besonderer Ausflug auf die Insel Kirr

Zingst Besonderer Ausflug auf die Insel Kirr

Zingst: Nationalparktage ermöglichten Naturliebhabern phantastische Begegnungen

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Zingster Nordstrand oder Insel Kirr: Die Nationalparktage boten Gelegenheit, an besonderen Führungen teilzunehmen.

Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff

Zingst. Die Chance zu besonderen Ausflügen boten die Zingster Nationalparktage am Wochenende.

OZ-Bild

Zingst: Nationalparktage ermöglichten Naturliebhabern phantastische Begegnungen

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Am Sonnabend fand mittags die Eröffnung der Nationalparktage statt, am Schlösschen Sundische Wiese ein. „Nur 17 Prozent des Nationalparks sind Kernzone“, bat Gernot Haffner, Leiter des Nationalparkes, um Verständnis für strenge Verbote. So gebe es nur an den Nationalparktagen die Möglichkeiten, den magischen Zingster Nordstrand zu besuchen, kaum öfter habe man Gelegenheit die Insel Kirr zu besuchen.

Vogelkundler Horst Scheufler begleitete die Tour zur Kirr. Vor rund 10 000 Jahren entstanden, ist die Bewirtschaftung der 380 Hektar großen Insel immer schwierig gewesen, von Gräben und Wassern durchzogen herrschten „Verhältnisse wie in der russischen Tundra“. Ingo Bussert war der letzte, der auf der Kirr geboren wurde, 1950 war das. Drei Jahre später verließ auch seine Familie die Insel, er kennt noch die Geschichten der Ruinen und Grabhügel. Bahnschienen für Baumaterial führen vom Anleger zu einer kleinen Feriensiedlung, deren Grundsteine noch zu DDR-Zeiten gelegt wurden. Das idyllische Minidorf innerhalb des Schutzzauns, in dem eine Kampfente mit friedlichem Erpel, Shetlandpony Susi und Kamerunschafe die Rasenpflege übernehmen, wird inzwischen von einer Hamburger Reederei vermarktet. Um das Dorf herum halten den Sommer über rund 340 Fleischrinder, deren Gesundheit ungefähr so robust ist wie ihr Gemüt, die Vegetation der Salzwiesen kurz. Wichtig für die Vögel.

„Ich habe zwei Wanderfalken gehört“, so ein Teilnehmer. „Gut möglich“, bestätigte Scheufler, die Vögel kommen, wie auch Seeadler und Rohrweihe, auf die Insel zur Futtersuche. Etwa 50 Vogelarten brüten auf der Kirr, darunter Kiebitz, Schwan, Säbelschnäbler, Rotschenkel und Graugans. Außerdem sagen sich hier Fuchs und Hase „Gute Nacht“, Rehe und Wildschweine, Marderhunde sind angekommen und sogar zwei Nerze haben sich unterm Bootssteg eingerichtet. „Es waren auch schon Wellensittiche da und eine Flamingogruppe, wohl aus dem Zoo ausgebüchst“, erzählte Scheufler von exotischen Begegnungen auf der Kirr. Die Naturfreunde waren begeistert. „Wir sind überwältigt von dieser Größe und Weite und freuen uns über alles, was wir hier entdecken“, beschrieben Hobbynaturfotograf Andreas Hain und seine Frau Julia aus der Oberlausitz auf dem Aussichtsturm ihren Eindruck von der Kirr. So oft haben sie die Boddenlandschaft besucht, zum ersten Mal war es ihnen nun gelungen, einen Fuß auf die Insel zu setzen. Auch die auf dem festeren Land gebliebenen Gäste hatten die Chance auf Begegnungen mit seltenen Vögeln und imposante Aussichten. Uhu „Symphonie“ vom Vogelpark aus Marlow macht dort in der Show mit, im fremden Zingst achtete Zootierpflegerin Sonja Deißler darauf, dass der Uhu nicht abhob. Beispielsweise auf den 30Meter hohen Korb der Drehleiter der Barther Feuerwehr, von dem aus Schwindelfreie bis Hiddensee blicken konnten. Starken Andrang gab es auf die Wanderungen zum magischen Nordstrand, allein 60 Anmeldungen für die Mittagstour verzeichnete Sylva Juhnke am Info-Pavillon, ebenfalls beliebt waren andere Touren, die Begegnungen im Osterwald und die Ausführungen der Junior-Ranger. Beim Schlendern zwischen den Ausstellern überraschten an Baumstämmen zwei Schnecken im Höhenrausch und weitere Holzskulpturen und Stiche, Kunsthandwerk, Malerei und Steinschmuck. Ein bibliophiles Schätzchen hatte die Regionalschule Zingst mitgebracht, die einzigen 20 handgemachten Exemplare ihres eigenen Kochbuchs. „Alle Rezepte selbst probiert, alle Seiten selbst gestaltet, gedruckt und gebunden“, bestätigten Charlotte und Lea, jedes Buch ein Unikat.

Kaffee und Kuchen boten die Zingster Realschüler an, Sanddornprodukte, Pilzaufklärung, Rehsalami und Bullenbier ergänzten die Leckereien aus dem Schlösschen, zu denen in diesem Jahr auch aufgespießte Makrelen gehörten, die über glühender Kohle knusprige Bräune annahmen, in Bayern Steckerlfisch genannt. „Hmmm, alles gut hier“, Besucher Stefan Endisfelder aus Gifhorn hatte sich ebenso spontan zum ersten Zingsturlaub entschlossen wie nun zum Makrelentest.

Das Programm bot Vielfalt. Zingsturlauberin Andrea Möller aus Wittenberg hatte einen Kranich gefaltet. Noch 999 weitere und das Glück weiche nicht mehr von ihrer Seite, ermutigte Josephine Scheeler zu weiteren Origami-Übungen. Die Berlinerin ist die Neue im Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft, sie verbringt hier ihr „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ (FÖJ).

Susanne Retzlaff

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