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Bestsellerautor Wolfgang Schreyer ist tot

Ahrenshoop Bestsellerautor Wolfgang Schreyer ist tot

Der Ahrenshooper Schriftsteller gehörte mit einer Gesamtauflage von über fünfeinhalb Millionen zu den meistgelesenen DDR-Autoren.

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Der Schriftsteller Wolfgang Schreyer am Strand.

Quelle: Paul Schreyer

Ahrenshoop. „Zu guter Letzt“ heißt sein letztes Buch, erschienen 2016 im BS-Verlag Rostock. Ein Abschiedsbuch, mit Erinnerungen, Erzählungen und Essays. Jetzt ist dieser Abschied endgültig: Wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag am 20. November starb der Ahrenshooper Schriftsteller Wolfgang Schreyer nach langer Krankheit am Dienstagabend, teilte sein Sohn Paul Schreyer am Mittwoch mit.

Schreyer war einer der meistgelesenen DDR-Autoren

Wolfgang Schreyer, gebürtiger Magdeburger, der seit 45 Jahren in Ahrenshoop lebte, war mit einer Gesamtauflage von über fünfeinhalb Millionen Exemplaren einer der meistgelesenen Autoren der DDR. Seinen ersten Roman hatte er noch in amerikanischer Kriegsgefangenschaft (1945/46) zu schreiben begonnen und später, mit recherchiertem Material angereichert, unter dem Titel „Großgarage Südwest“ herausgebracht. „Da es 1952 der einzige Krimi hier im Buchhandel war, hatte ich einen guten Start und konnte mich ernsten Themen widmen, wie einer Darstellung des Warschauer Aufstands vom Sommer 1944“, erinnerte sich Schreyer später.

40 Krimis und Abenteuerromane

Nach dem erfolgreichen Romandebüt wurde der Drogist und Geschäftsführer eines pharmazeutischen Betriebes freiberuflicher Schriftsteller und schrieb über 40 Krimis und Abenteuerromane, meist über ferne Länder der Karibik, die er selbst als DDR-Bürger nie besuchen konnte. Nach 1990 holte er das nach. Auch ein Science-Fiction-Roman sowie Drehbücher und Hörspiele stammen aus seiner Feder. Es ist Unterhaltungsliteratur mit deutlich sozialkritischen Zügen, in der Schreyer mit Fabulierlust und gründlich recherchierten Fakten Tatsachenromane verfasste. Mehrere Werke wurden in der DDR verfilmt.

Auch nach 1990 verstummte der Autor nicht. So schrieb er weitere Romane, darunter mit seinem Sohn Paul Schreyer „Die Legende. Was am 11. September geschah“, aber auch Rückblicke wie „Der zweite Mann. Rückblicke auf Leben und Schreiben“ oder „Ahrenshooper Begegnungen. Ein Haus am Meer und seine Gäste“. Da Schreyer stets sozial engagiert war, wurde 2015 der erste Wolfgang-Schreyer-Preis für Solidarisches Handeln vergeben: an Ulrich Haesener, Ursula Stecker, Siegfried Schwarze, Prof. Dr. Wilhelm, Simon und Hannelore Nausch.

Für seinen Kriegsroman „Unternehmen Thunderstorm“ erhielt Schreyer 1956 den Heinrich-Mann-Preis. Schreyer wurde im Zweiten Weltkrieg als Flakhelfer eingesetzt, trat 1944 der NSDAP bei und diente in der Wehrmacht. Mit dieser Phase setzte er sich unter anderem in dem Beitrag „Promis im Zwielicht“ in der Tageszeitung „Neues Deutschland“ kritisch auseinander.

OZ

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