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Blutige Nase nach Streit mit dem Nachbarn

Ribnitz-Damgarten Blutige Nase nach Streit mit dem Nachbarn

Zoff am Gartenzaun: Vater und Sohn mussten sich vor Gericht verantworten

Ribnitz-Damgarten. Dieser Nachbarschaftsstreit endete nicht nur mit einer blutigen Nase, sondern jetzt auch vor dem Ribnitzer Amtsgericht, wo sich ein 17-Jähriger und dessen 76-jähriger Vater wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten mussten. Patrick R. war angeklagt, seinem Nachbarn Michael T. die Nase gebrochen zu haben.

Zoff hatte es zwischen Opfer Michael T. und den Tätern Maic (17) und Heinz R. schon öfter gegeben. Dabei war meistens eher Michael T. der Auslöser der Auseinandersetzungen. Mal war es ein am Gartenzaun angelehntes Fahrrad, das ihn in Rage versetzte. Ein anderes Mal rief er die Polizei, weil sein 17-jähriger Nachbar mit einem Luftgewehr auf eine Zielscheibe schoss oder weil ihm ein Auto ohne Kennzeichen auf dem Hof „verdächtig“ erschien.

So richtig eskalierte der Streit dann aber am 20. April dieses Jahres. Als Elke J. von der Arbeit kam, geriet sie wieder einmal in einen Streit mit ihrem Nachbarn Michael T.. Sie beschimpften sich gegenseitig – warum, das wollte Richter Neumann bei der Verhandlung lieber gar nicht wissen. „Bitte verschonen Sie mich mit Einzelheiten, dass sie sich hassen, hat das Gericht verstanden.“ Doch dieses Mal blieb es nicht bei einer verbalen Attacke. Michael T. schlug der 33-jährigen J. ins Gesicht. Ihre Lippe blutete und sie rief einen Rettungswagen.

Doch als ihr Stiefsohn Maic R. von der Sache erfuhr und die blutige Lippe seiner Mutter sah, wollte er die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Genauso ging es dem Ehemann der Geschädigten Heinz R..

Beide stellten den aggressiven Nachbarn zur Rede. „Mir hat es gereicht. Ich kann nicht zusehen, wenn jemand Frauen schlägt, erst recht nicht meine Mutter“, sagte Maic R., der vorher noch nie etwas mit der Polizei zu tun hatte oder straffällig geworden war. Es kam zu einem Handgemenge vor der Wohnungstür.

Der 17-Jährige schlug dem Nachbarn ins Gesicht. Die Ärzte stellten später den Bruch des Nasenbeins fest. Auch der Vater soll dem Streit nicht tatenlos zugesehen haben, besagt die Anklageschrift.

Heinz R. soll seinem Nachbarn mit seiner Gehhilfe auf den Kopf geschlagen haben, sagte eine Zeugin. Das Opfer selbst konnte sich daran jedoch nicht erinnern.

„Nachdem Michael T. nach dem einen Schlag von mir zu Boden ging, setzte ich mich auf seinen Brustkorb. Er versuchte, mich zu schlagen, und wehrte sich natürlich. Aber ich wich seinen Schlägen aus und sagte, dass er sich beruhigen soll“, sagte der junge Mann dem Richter. Ein weiterer Nachbar ging dazwischen und trennte die Streithälse. Das sei unproblematisch gewesen, sagte der Zeuge. „Sie haben sofort aufgehört mit dem Gerangel.“

Die einzige, die gesehen haben will, dass der Vater des 17-Jährigen Michael T. mit seiner Krücke auf den Kopf schlug, ist die Frau des schlichtenden Nachbarn. Deswegen wurde Heinz R. wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt. „Sobald man einen Gegenstand benutzt, um einem anderen Menschen Schaden zuzufügen, ist das laut Gesetzgebung eine gefährliche Körperverletzung“, erklärte der Richter. Doch Heinz R. bestritt bis zuletzt, dass er mit seiner Krücke zuschlug. Woher die Platzwunde am Kopf des Klägers kam, konnte sich keiner der Beteiligten erklären.

Bei der Urteilsverkündung flossen Tränen bei dem 76-jährigen Angeklagten. „Ich kann ohne meine Gehhilfe nicht mal stehen, wie soll ich dann mit ihr zugeschlagen haben?“, fragte er den Richter. Nach einem Schlaganfall ist Heinz R. halbseitig gelähmt. Außerdem hat er zwei kaputte Knie und ist auf die Krücke angewiesen.

Richter Neumann stellte das Verfahren gegen den 17-Jährigen Maic R. schließlich ein – 40 Stunden gemeinnützige Arbeit soll er verrichten. Sein Geständnis und dass er seine Stiefmutter verteidigte sprachen vermutlich für ihn. „Ihr polizeiliches Führungszeugnis bleibt also ohne Eintrag“, sagte Neumann. Anders sah es bei seinem Vater aus. Er wurde zu einer Geldbuße in Höhe von 200 Euro verurteilt. Der Richter erklärte: „Die Verletzungen waren heftig, aber auch von dem Kläger provoziert.“ Hans R. zahlt das Geld an das Suchttherapiezentrum „Chamäleon“.

Carolin Riemer

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