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Bodden-Kliniken sind jetzt Lehrkrankenhaus

Ribnitz-Damgarten Bodden-Kliniken sind jetzt Lehrkrankenhaus

Studenten der Uni-Medizin Rostock dürfen jetzt in Ribnitz-Damgarten das sogenannten Praktische Jahr absolvieren.

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Visite: Medizinstudentin Julia Beier (27) untersucht einen Patienten. Chefarzt Reiko Wießner ist in den Bodden-Kliniken verantwortlich für die Ausbildung.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. Die Bodden-Kliniken in Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) sind offiziell als Lehrkrankenhaus der Uni-Klinik Rostock anerkannt worden. Das teilte die Klinik-Leitung jetzt mit. „Jetzt können auch bei uns Medizinstudierende ausgebildet werden“, berichtet Geschäftsführer Dr. Falko Milski. Julia Beier ist die erste Medizinstudentin, die in diesem Rahmen ihr Praktisches Jahr (PJ) in der Bernsteinstadt absolviert. Vor knapp zwei Wochen hat die 27-Jährige in der Chirurgie begonnen. „Es ist sehr familiär. Alle haben Lust, einem etwas beizubringen“, sagt die Stralsunderin, die in Rostock Medizin im zwölften Semester studiert.

Mehr Praxis, kurze Wege

Das Praktische Jahr ist Bestandteil des Medzinstudiums kurz vor dessen Ende im elften und zwölften Semester. Es gliedert sich in drei Ausbildungsabschnitte von je 16 Wochen. Schrittweise sollen bis zu fünf Studenten in den Bodden-Kliniken betreut werden, davon jeweils zwei in den Pflichtfächern Innere Medizin und Chirurgie sowie einer im Wahlfach Anästhesie oder Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten. „Man hat mehr Chancen, etwas zu lernen, als in einem großen Haus. Und die Wege sind kürzer, wenn man einen Ansprechpartner braucht“, sagt Julia Beier. In größeren Krankenhäsuern seien bis zu vier PJler auf einer Station. Da sei es schwieriger, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Verantwortlich für die Ausbildung in Ribnitz ist Chefarzt Dr. med. Reiko Wießner. Seit 2015 leitet der 45-Jährige in den Boddenkliniken die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Die Studenten, die herkommen, sind fast fertige Ärzte. Sie bringen schon viel mit“, sagt Wießner. Neben den praktischen Anteilen organisiert das Ribnitzer Krankenhaus auch theoretische Fortbildungen.

Gegen den Ärztemangel

Knapp zwei Jahre habe es gedauert, bis die Anerkennung zum Lehrkrankenhaus für die Uni bestätigt wurde. So müssen in den Pflichtfächern mindestens 60 Behandlungsplätze vorhanden sein sowie eigene Lehrpläne und genügend Mentoren zur Verfügung stehen. Dazu gehört außerdem eine entsprechende, moderne technische Ausstattung. Der Dekan und der Studiendekan der Medizinischen Fakultät der Rostocker Uni-Medizin hatten sich schließlich im Januar vor Ort davon überzeugt, dass die Rahmenbedingungen erfüllt sind.

Laut Falko Milski würden sowohl Krankenhaus als auch Studenten profitieren. „Klinik und Studierende lernen sich bereits während des Studiums näher kennen, um vielleicht später einmal in Ribnitz zusammenzuarbeiten. Dadurch gelingt es uns künftig besser, den ärztlichen Nachwuchs in unsere Region zu holen“ sagt der Klinik-Geschäftsführer. „In einem kleineren Haus kann man individueller fördern. Auch ist es möglich, über den Tellerrand hinaus zu schauen und nicht nur auf einer Station eingesetzt zu werden“, sagt Reiko Wießner.

„Ich wäre gern schon früher hergekommen, aber das war erst jetzt möglich“, sagt Julia Beier. Die Boddenkliniken sind die dritte Station ihres Praktischen Jahres. Zuvor war sie jeweils etwa vier Monate in Güstrow (Innere) und in Rostock (Kinerchirurgie) im Einsatz. Die Stralsunderin könne sich sehr gut vorstellen, auch nach Abschluss des Studiums in Ribnitz-Damgarten zu arbeiten.

Bereits im vergangenen Sommer waren sechs Rostocker Studentinnen im Ribnitzer Krankenhaus. Jährlich werden von der Uni in Rostock sogenannte Schnuppertouren organisiert, um andere Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern kennenzulernen.

Robert Niemeyer

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