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DRK streicht Termine für Blutspenden

Ribnitz-Damgarten DRK streicht Termine für Blutspenden

Aus Kostengründen fallen diverse Termine in der Region Ribnitz-Damgarten weg. Mediziner befürchten Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven.

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In der Region Ribnitz-Damgarten sind zahlreiche Blutspendetermine gestrichen worden.

Quelle: Patrick Seeger

Ribnitz-Damgarten. Der Blutspendienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat in diesem Jahr zahlreiche Blutspendetermine in der Region Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) gestrichen. „Es gibt Termine, bei denen es sich absolut nicht lohnt“, sagt Silke Hufen, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Blutspendedienstes mit Sitz am Institut für Transfusionsmedizin in Rostock. Von dort aus werden die Termine in Ribnitz-Damgarten und auf dem Fischland koordiniert. Die Streichungen betreffen jedoch die gesamte Region, sogar das gesamte Land. Auch im Bereich des Instituts für Transfusionsmedizin Neubrandenburg, das mit seinem Blutspendedienst unter anderem auch Stralsund, Barth, Darß, Zingst und den südlichen Teil der Region abdeckt, sind Termine gestrichen worden, etwa in Prerow, Bad Sülze und Tribsees.

Konkret besagt die Anweisung der DRK-Geschäftsführung, dass nur noch Blutspendetermine angeboten werden, zu denen mindestens 35 Spendewillige kommen. Das hat in Ribnitz-Damgarten zur Folge, dass im Richard-Wossidlo-Gymnasium in Damgarten, in der Damgartener Grundschule, in Wustrow, Ahrenshoop und Dierhagen sowie im Finanzamt Ribnitz seit diesem Jahr kein Blut mehr gespendet werden kann. Auch samstags werden keine Termine mehr angeboten.

Die Blutspendeaktionen beschränken sich künftig nur noch auf die Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes im Körkwitzer Weg 43 sowie auf vier Termine in den Boddenkliniken. In der Berufschule in Damgarten werden vereinzelt nach Absprache mit der Schulleitung Termine angeboten.

Weniger Spender

Die Umstrukturierung hat zwei Folgen. Erstens waren die ersten Termine beim Kreisverband überfüllt. Im Februar kamen beispielsweise 93 Menschen zum Blutspendetermin, etwa doppelt so viele wie im Februar 2016. „Viele Spender waren über lange Wartezeiten böse und sind enttäuscht und zum Teil unverrichteter Dinge wieder gegangen“, berichtet Silke Hufen. Dem soll für Abhilfe gesorgt werden, indem bei künftigen Terminen im Körkwitzer Weg ein weiterer Raum, ein zweiter Arzt sowie eine dritte Krankenschwester zur Verfügung stehen.

Aber auch wenn dieser Termin stärker angenommen wird, insgesamt steht zu befürchten, dass sich weniger Spendewillige sich melden. „Für einige Menschen ist es nicht möglich, die Termine in Ribnitz zu besuchen“, so Silke Hufen.

„Das ist ungünstig. Man muss befürchten, dass es weniger Blutkonserven gibt“, sagt auch Dr. Dana Holst, Oberärztin der Intensivstation und Transfusionsverantwortliche an den Boddenkliniken in Ribnitz-Damgarten, deren Hauptlieferant für Blutkonserven das DRK ist. Gerade in den Sommermonaten habe es in den vergangenen Jahren zeitweise Engpässe gegeben. „Bisher haben wir jeden Patienten versorgen können. Aber die Tendenz ist, dass es immer knapper wird“, sagt Holst.

„Die Spendenbereitschaft geht zurück“, weiß auch Uwe Bornkessel. Der Barther spendet seit 1971, hat bereits 155 Mal Blut gespendet, wurde dafür im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Er könne verstehen, dass aus kaufmännischer Sicht Termine gestrichen werden. „Um was zu tun, muss das DRK mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten, die Auszeichnungen für die Spender besser nach außen darstellen“, sagt der 65-Jährige.

Herausforderung für Krankenhäuser

DRK und Krankenkassen fordern andererseits von den Krankenhäusern einen sparsameren Umgang mit Blutkonserven. „Mit kritischem Blick ist sicherlich noch einiges möglich“, sagt Dana Holst. Ein sogenanntes „Patient Blod Management“, also eine Strategie, mit der bereits im Vorfeld von Operationen therapeutisch darauf hingearbeitet wird, dass möglichst wenige Blutkonserven notwendig sind, sei aber schwer umzusetzen. Entsprechende Präparate müssten vom Hausarzt verschrieben werden. Doch auch diese seien teuer.

In den vergangenen Jahren ging die Zahl der Spenden konstant zurück. Verzeichnete das DRK im Bereich Ribnitz-Damgarten und Fischland im Jahr 2014 bei 30 Terminen noch 1179 Spender, rutschte die Zahl im vergangenen Jahr bei 27 Terminen unter die 1000-Marke auf 948 Spender.

Geplante Spendetermine in diesem Jahr

Ribnitz-Damgarten, DRK-Kreisverband, Körkwitzer Weg 43, 14. März, 11. April, 9. Mai, 13. Juni. Bodden-Kliniken: 7. März, 6. Juni.

Barth, Famila Markt: 7. April, 14. Juli. Kulturhaus: 15. Mai, 19. Juni, 14. August, 18. September, 13. November, 18. Dezember.

Ahrenshagen, Grundschule: 4. Mai, 3. August, 1. November

Marlow, DRK-Vereinsraum: 22. Mai, 21. August, 20. November

Zingst, DRK-Kreisverband: 31. Mai, 16. August, 22. November

Bad Sülze: 22. Juni, 4. Dezember

Tribsees, Seniorenclub: 31. März., 29. September

Robert Niemeyer

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