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Das Gold des Nordens faszinierte ihn

Ribnitz-Damgarten Das Gold des Nordens faszinierte ihn

Der Ribnitz-Damgartener Bernstein-Drechslermeister Werner Lux ist im Alter von 94 Jahren verstorben

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Ein Foto aus dem Jahre 1997. In diesem Jahr fertigte Werner Lux die Nachbildung einer Kaminuhr aus Gotha.

Quelle: Archiv Deutsches Bernsteinmuseum

Ribnitz-Damgarten. Als Werner Lux vor wenigen Wochen die OZ-Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten besuchte, sprach er über das, was sein Leben acht Jahrzehnte lang prägte:

Von seinem Wissen und seinen Fertigkeiten kann ich bis heute profitieren. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.“Henning Schröder,

Verwaltungsleiter

Bernsteinmuseum

Bernstein. Werner Lux erzählte über seine Ausbildung an der Staatlichen Bernsteinmanufaktur in seiner Heimatstadt Königsberg, wo er 1922 geboren wurde. Während seiner Lehre von 1937 bis 1940 erlernte er unter anderem das Facettieren, das Drechseln und Perlendrehen sowie das Schnitzen von Bernstein. Auch über seine Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg und über das Bernsteinzimmer berichtete er.

Während eines Heimaturlaubs im August 1944 hatte er es im Königsberger Schloss gesehen.

Als er seine Empfindungen und Eindrücke, die er beim Anblick des „Achten Weltwunders“ schilderte, spürte man, wie sehr ihn dieses Erlebnis auch nach so vielen Jahrzehnten berührte. Es sollte das letzte OZ-Gespräch mit ihm sein, in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni starb Bernstein-Drechslermeister Werner Lux im Alter von 94 Jahren. Darüber informierte jetzt das Deutsche Bernsteinmuseum, mit dem Werner Lux über Jahrzehnte eng verbunden war. Die Zusammenarbeit begann, als das städtische Museum 1976 ihn fragte, ob er sich vorstellen könne, Bernsteinarbeiten zu restaurieren. Werner Lux sagte zu.

Tausende Besucher des Deutschen Bernsteinmuseums erfreuen sich an seinen Arbeiten. Dazu gehört unter anderem ein in den Jahren 1978 bis 1980 geschnitztes Schachspiel, das einem 300 Jahre alten Original aus dem Grünen Gewölbe in Dresden nachempfunden wurde.

Die Arbeit an der Nachahmung einer Kaminuhr aus Bernstein nahm fast ein Jahr in Anspruch. Bis zum Schluss blieb Werner Lux dem Deutschen Bernsteinmuseum sehr verbunden. Da er über so viele Jahre sein Wissen und seine handwerklichen Fertigkeiten in den Dienst des Museums gestellt hatte, wurde er zweimal mit Sonderausstellungen geehrt. Das war 2002 anlässlich seines 80. Geburtstages und dann 2012 zu seinem 90. Geburtstag.

Der gebürtige Königsberger hatte 1949 in Ribnitz sein neues Zuhause gefunden. Hierher kam er aus der Kriegsgefangenschaft. Die Familie hatte nicht viel retten können, zu den wenigen Stücken gehörte unter anderem sein Gesellenbrief. Lux arbeitete zunächst in der Firma Fischlandschmuck, aus der später der Volkseigene Betrieb (VEB) Ostsee-Schmuck wurde. Im Jahre 1954 erwarb er den Meistertitel und war dann über viele Jahre Leiter der Bernsteinabteilung dieses bedeutenden Schmuckbetriebes.

Sehr wichtig war es Werner Lux, dass das Bernsteindrechslerhandwerk nicht ausstirbt. Deshalb erklärte er sich noch im Alter von 76 Jahren bereit, einen Lehrling fürs Museum auszubilden. Das war Henning Schröder. Ihn begleitete Werner Lux von 1997 bis 2000. Und er betreute ihn dann auch auf seinem Weg bis zur Meisterprüfung. Den Meisterbrief erwarb Henning Schröder dann 2004. Mit 22 Jahren war er damals jüngster Meister Deutschlands. „Von dem großen Schatz an Wissen sowie seinen Erfahrungen und Fertigkeiten kann ich bis heute sehr profitieren. Dafür bin ich Werner Lux für immer dankbar“, sagte Henning Schröder gestern gegenüber der OZ.

Edwin Sternkiker

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