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„Das Leben ist so ein großes Geschenk“

„Das Leben ist so ein großes Geschenk“

Künstlerin Barbara Krippendorf erzählt über Glück, Seelenwachstum und die Sehnsucht nach Afrika

Kölzow Als dancing raven woman hat sich Barbara Krippendorf einen Namen gemacht. Mit der Tanzenden Raben Frau, die auf einem idyllischen Grundstück in Kölzow lebt, haben wir uns über Glücks-Pflege, Seelen-Wachstum und die Sehnsucht nach Afrika unterhalten.

 

OZ-Bild

Barbara Krippendorf hat sich als Tanzende Raben Frau einen Namen gemacht.

Quelle: Peter Schlag

Seit 2014 stellten wir dienstags Dörfer der Region vor. Nach Abschluss der Dörferserie veröffentlichen wir nun Sommer-Interviews.

Serie

Sommer-

Interview

Als Künstlerin sind Sie als dancing raven woman, die Tanzende Raben Frau, bekannt. Woher kommt dieser Name?

Barbara Krippendorf: Bei einem Schamanen vom Stamm der Lakota habe ich nächtelange Rituale mitgemacht. Tod und Wiedergeburt zu erleben ging an die Substanz. Diese Zeremonien haben starke Energien frei gesetzt. In solch einem Moment bat ich den Schamanen, mir einen Namen zu geben. Er sagte: Kangi Owache Wen, die Tanzende Raben Frau. Mit diesem Namen habe ich mich sofort identifiziert.

Später, als ich in Afrika war, hat mich der Spirit des Indianers begleitet.

Apropos Afrika. Für Sie ein Sehnsuchts-Kontinent?

Krippendorf: Ja, ich hatte schon als Kind Sehnsucht nach Afrika. 1990, als die Mauer gefallen war, stillte ich meine Sehnsucht und reiste in den Senegal. Übrigens habe ich auch dort einen Namen bekommen.

Welchen?

Krippendorf: Mame Sey Nabou. Mutter für Viele.

Was ist im dortigen Leben anders, das unser Leben bereichern könnte?

Krippendorf: Am meisten haben mich die offenen Sinne beeindruckt, die Fähigkeit zur Wahrnehmung. Die Menschen sind eingefügt in die Familie, sind voller Lebensfreude und Ur-Vertrauen. Das Wissen um das Einfache im Leben, das gibt Kraft.

Sie sind gebürtige Thüringerin. Wo ist für Sie Heimat?

Krippendorf: Heimat ist, wo ich mich wohlfühle. Ich fühle mich schon auch als Tochter der Saale. Im November 2014 bin ich das zweite Mal in meine Wahl-Heimat Mecklenburg zurückgekehrt, fühle mich hier willkommen, zuhause. Ich bin in meinem Leben auch schon heimatlos gewesen, unterwegs wie fahrendes Volk. Umso mehr schätze ich die Orte, an denen ich sein und bleiben kann.

Wie sehen Sie den Norden?

Krippendorf: Ich war einmal als Kind an der Ostsee, fasziniert vom offenen Horizont, der für mich Freiheit symbolisiert.

Ihre künstlerischen Anfänge lagen in der Pantomime. Wie brachten Sie dort ihren persönlichen Ausdruck ein?

Krippendorf: Pantomime a la Marcel Marceau, das ist nie meine Sache gewesen. Pantomime heißt Körper-Sprache. Tanz kam hinzu, Texte, Gesang. Ich habe den ganzheitlichen Ausdruck gesucht.

Sie haben in der DDR-Zeit, was damals eher exotisch war, Bewegungsformen wie Tai Chi und Qi Gong praktiziert und vermittelt. Was fasziniert Sie daran?

Krippendorf: Dahinter verbirgt sich uraltes Wissen aus einer Zeit, in der der Mensch noch ganz eng mit der Natur verbunden war. Jede Bewegung hat ihre Symbolik. Praktiziere ich diese Bewegungen, wird dieses alte Wissen wieder in meinen Zellen geweckt. Die Übungen entspannen und stärken mich.

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass Sie Performerin, Tänzerin, Komödiantin, Liedermacherin und Geschichten-Erzählerin sind. Was ist für Sie Glück?

Krippendorf: Das Leben ist so ein großes Geschenk. Das Geschenk zu erkennen, ist Glück. Ich empfinde Glück, weil ich weiß, dass sich bei mir der viele Fleiß und die Mühe gelohnt haben. Weil ich mein Leben gelebt habe und mir angesichts des Todes gesagt habe, wann soll ich das machen, wenn nicht jetzt. Mein Leben ist mit Risiko verbunden. Daraus resultiert die Lebendigkeit.

Sie haben jetzt, nach „Tränen Perlen“ und „Die Mond Blume“ mit „Schwingen der Sehnsucht nach Afrika“ Ihr drittes Buch veröffentlicht. Mit Lyrik und Prosa, zu ganz verschiedenen Aspekten. Welche Projekte haben Sie vor, welche Träume gibt es?

Krippendorf: Es gibt vier weitere Buchprojekte. Ich möchte ein Buch nur in afrikanischen Sprachen herausbringen. Als Zeichen der Wertschätzung für das alte Afrika, das im Begriff ist, seine Farbe zu verlieren.

Es wäre schön, dies in Zusammenarbeit mit der Universität in Dakar, Abteilung Stammes-Sprachen zu realisieren. Das Goethe Institut in Dakar hat bereits seine Unterstützung bezüglich der Logistik zugesagt. Andere Projekte sind „Raben Flug und Wolfs Geheul – Hexen Sprüche und Narren Verse“. „Von der Närrin zur Herrin“, ein weiterer Lyrik Band und „Die Tanzende Raben Frau – der Roman meines Lebens“.

Was ist eigentlich Ihr Markenzeichen?

Krippendorf: Kopfstand ist meine Spezialität. Die andere Sicht auf die Welt.

Zur Person

1950 erblickte Barbara Krippendorf im thüringischen Jena das Licht der Welt. Sie ist gelernte Krankenschwester, arbeitete unter anderem in der Rostocker Uni-Chirurgie. Später studierte sie Theologie, die Übernahme in den kirchlichen Dienst wurde ihr aber verweigert. Sie wurde Solo-Pantomimin, befasste sich in Berlin mit Yoga, Tai Chi und Qui Gong.

Nach der Wende besuchte sie viele Länder, unter anderem Senegal, Jamaika und die USA. Nach Jahren in der Pfalz kam sie im Herbst 2014 zurück in ihre Wahlheimat Mecklenburg, wohnt in Kölzow.

Interview von Peter Schlag

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