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„Das Verhältnis ist nicht zerrüttet“

Ribnitz-Damgarten „Das Verhältnis ist nicht zerrüttet“

Oliver Rybicki, Ribnitz-Damgartens neuer Gemeindewehrführer, im OZ-Interview.

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Oliver Rybicki (30), der neue Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. Nach seiner Wahl Ende März verabschiedete sich Oliver Rybicki, neuer Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen), erstmal in den verdienten Urlaub. Jetzt ist der Nachfolger von Steffen Harder zurück und spricht im OZ-Interview über seine Ziele für die größte freiwillige Feuerwehr im Landkreis.

Zur Person

Oliver Rybicki ist 30 Jahre alt und wohnt in Ribnitz. Seit 1998 gehört er der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten an. Sein Dienstgrad ist Brandmeister. Im Hauptberuf arbeitet Rybicki als Rettungsassistent.

Wie war Ihr Urlaub?

Oliver Rybicki: Der Urlaub war sehr schön. Ich war in Spanien und habe mich gut erholt.

Hatten Sie schon Gelegenheit, sich in Ihr neues Amt einzufinden?

Nach meinem Urlaub habe ich mich gleich mit meinem Stellvertreter Harald Pett aus Damgarten in Verbindung gesetzt. Wir haben uns zusammengesetzt und geschaut, was man machen kann, was man verbessern kann.

Warum haben Sie sich eigentlich zur Wahl gestellt?

Ich wurde von den Kameraden vorgeschlagen.

Sie hätten ablehnen können.

Hätte ich. Aber die Kameraden wollten, dass ich das Amt des Wehrführers übernehme, auch aus dem Zug Damgarten wurde ich gefragt, ob ich dafür bereit wäre. Ich habe bereits im Vorfeld Ja gesagt und ich stehe zu meiner Aussage. Außerdem fühle ich mich in der Feuerwehr sehr wohl, bin damit aufgewachsen.

Waren Sie überrascht, dass Sie der einzige von den vorgeschlagenen Kandidaten waren, der überhaupt wollte?

Ich war ziemlich überrascht. Es liegt natürlich bei jedem selbst, Nein zu sagen. Ich war trotzdem sehr erstaunt. Wenn es jetzt aber heißt, wir mussten den ja wählen, weil nur einer kandidiert hat, dann ist das Quatsch. Niemand musste mich wählen. Aber diese Stimmen hat es zum Glück nicht gegeben, es gab zwei Enthaltungen, drei Gegenstimmen und 78 Ja-Stimmen. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.

Hat Ihnen Ihr Vorgänger Steffen Harder noch was mit auf den Weg gegeben?

Eine Übergabe fand leider noch nicht statt. Aber ich gehe davon aus, dass es das noch geben wird. Normalerweise bin ich auch erst richtig im Amt, wenn ich von den Stadtvertretern berufen worden bin. In unserer Satzung steht aber auch, dass ich ab dem Tag nach der Wahl Gemeindewehrführer bin. Rein rechtlich habe ich aber die Befugnisse noch gar nicht, weil ich noch nicht verbeamtet bin. Das widerspricht sich etwas.

Gibt es schon einen Termin für die Wahl des Stellvertreters?

Nach den Sommerferien im September oder Oktober soll die Wahl stattfinden. Bis dahin werden Harald Pett und ich weiter intensiv zusammenarbeiten. Ich würde mich freuen, wenn er weiter Stellvertreter bleibt. Aber das muss er selbst entscheiden.

Wie gut ist die Freiwillige Feuerwehr Ribnitz-Damgarten derzeit aufgestellt?

Relativ gut. Nur die Einsatzbereitschaft tagsüber von sieben bis etwa 18 Uhr, da sieht es nicht ganz so gut aus. Aber bis jetzt konnten wir jeden Einsatz, den wir hatten, bewältigen.

In welchen Bereichen braucht es Veränderungen?

Was wir antreiben wollen, ist die Zusammenarbeit zwischen den vier Standorten Damgarten, Ribnitz, Klockenhagen und Tempel. Damit fangen wir auch schon an. Am 1. Mai, beim Frühlingsfest im Ribnitzer Hafen, wird es auch einen Tag der Feuerwehr geben. Das haben viele Jahre immer nur die Kameraden aus Damgarten besetzt. Dieses Jahr sind nach langer Zeit wieder alle vertreten. Wir werden eine Übung auf dem Wasser und unsere Fahrzeuge präsentieren. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wollen wir stärken. Wir werden in unseren Kindertagesstätten und unseren Schulen Brandschutzerziehung machen. Da ist in den vergangenen Jahren leider wenig bis gar nichts passiert.

Thema Zusammenhalt: Wie kann der noch gestärkt werden?

Zunächst einmal: Bei den gemeinsamen Einsätzen hat immer alles wunderbar funktioniert. Außerdem finde ich, dass das Verhältnis zwischen den Zügen nicht so zerrüttet ist, wie es manchmal dargestellt wird. Der Eindruck entsteht meiner Meinung nach dadurch, dass in der Vergangenheit nichts angetrieben wurde, etwa gemeinsame Ausbildungsabende oder das gemeinsame Auftreten auf Festen. Das möchte ich ändern. Der alltägliche Umgang miteinander ist gut. Ziel ist aber, dass wir nach außen stärker als geschlossene Gemeindefeuerwehr dastehen.

Wie steht es um den Nachwuchs?

Auf dem Papier ist unsere Nachwuchsabteilung sehr gut aufgestellt. Wir haben 32 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Das sind die Kameraden, die uns später einmal ablösen und für uns weiterfahren. Trotzdem müssen wir mehr Nachwuchs anwerben. Wir werden neue Flyer drucken, diese verteilen, unter anderem sollen sie beim Einwohnermeldeamt Neubürgern mitgegeben werden. Das Problem ist natürlich, dass wir immer in Konkurrenz zu Sportvereinen stehen.

Wie schätzen Sie die derzeitige technische Ausstattung ein?

Wir sind ja gerade in der Beschaffung eines HLF 20 für den Zug Ribnitz. Das Fahrzeug soll so weit ich weiß quasi als Weihnachtsgeschenk am 20. Dezember kommen. Kleine Mängel gibt es zwar noch, aber wenn wir dieses Fahrzeug hier stehen haben, sind wir materiell sehr gut aufgestellt. Wir müssen allerdings auch noch abwarten, was der Feuerwehrbedarfsplan am Ende ergibt.

Wann ist der fertig?

Dazu enthalte ich mich. Ich mache ihn nicht. Das ist Aufgabe des Trägers der Feuerwehr, also der Kommune. Das Ordnungsamt ist aber intensiv dabei, den Feuerwehrbedarfsplan zu erstellen.

Von Ihrem Vorgänger ist angesprochen worden, dass in der Zusammenarbeit mit der Stadt noch Luft nach oben ist. Wie sehen Sie das?

Es gab schon schlechtere Zeiten. Die Kommunikation untereinander hat sich verbessert, ist aber noch ausbaufähig. Wenn man anruft, kümmert sich auch jemand. Manchmal dauert es aber sehr lange, bis die Rückkopplung kommt. Dennoch gibt es noch einiges aufzuarbeiten. Die Feuerwehrpläne, also zum Beispiel Evakuierungspläne für wichtige Gebäude wie das Krankenhaus, müssen wir gemeinsam mit der Stadt noch erstellen. Und die Löschwasserversorgung ist nach wie vor eine Riesenbaustelle. Da muss ich mich aber noch ein wenig einarbeiten.

Aber trotz der Probleme sind Sie frohen Mutes, dass Ihre sechsjährige Amtszeit erfolgreich verläuft.

Ja, natürlich. Außerdem bin ich ja nicht allein. Ich habe einen Stellvertreter, außerdem trifft sich alle drei Monate unser Stadtkommando. Da sitzen alle Führungskräfte an einem Tisch. Da suchen wir gemeinsam Lösungen und entscheiden auch gemeinsam. Niemand wird irgendetwas alleine entscheiden.

Robert Niemeyer

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