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„Das sind die Sternstunden unseres Berufs“

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Die Schulleitung der Rosenhofschule sprach mit der OZ über moderne Anschaffungen, viele Ideen, Geldpreise und auch über Apfeldiebe

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Jonas Frick und Nadja Hermann in ihrem preisgekrönten Schulgarten, der der Schule fast 4000 Euro Preisgeld vom Landwirtschaftsministerium einbrachte.

Quelle: Fotos: Carolin Riemer

Ribnitz-Damgarten. Ein neuer Bolzplatz, auf den die Rosenhofschule zehn Jahre lang sparte, ein Preis für den Schulgarten und ein modernes Pflegebad: Die Ribnitzer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, startet im Jahr ihres 25-jährigen Jubiläums in ein aufregendes neues Schuljahr. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit der Schulleitung über ihre besonders ehrlichen Schüler, Apfeldiebe und viele Ideen, die in den nächsten Wochen umgesetzt werden.

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Die Schulleitung der Rosenhofschule sprach mit der OZ über moderne Anschaffungen, viele Ideen, Geldpreise und auch über Apfeldiebe

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25 Jahre Rosenhofschule

56Schüler besuchen die Rosenhofschule zurzeit. Sie sind zwischen sechs und 19 Jahren alt und kommen aus dem ganzen ehemaligen Landkreis. Einige Schüler müssen Fahrtwege bis zu eineinhalb Stunden auf sich nehmen.

Jetzt können ihre Schüler endlich auf dem Schulhof Fußball spielen. Wie konnten sie den Platz, der

16 000 Euro kostete, finanzieren?

Silke Höfs: Wir haben zehn Jahre lang auf ihn gespart. Der Schulverein und Schulelternrat setzten sich in der Zeit stark für unser Vorhaben ein. Es gab viele Eltern, die Geld spendeten und auch die Sparkasse, die Deutsche Bank und die Firma Consult aus Dettmannsdorf-Kölzow spendeten Beträge.

Profitieren alle Schüler nun von ihm?

Höfs: Ja, wir haben natürlich an unsere agilen und auch an die körperlich beeinträchtigten Kinder gedacht. Die Aktiven nutzen den Bolzplatz in den Pausen und im Sportunterricht. Und für unsere schwerstbehinderten Kinder, konnten wir eine Nestschaukel kaufen, damit auch sie, die sonst auf den Rollstuhl angewiesen sind, aktiv am Pausengeschehen teilnehmen können. Beide Anschaffungen sind große Bereicherungen für uns.

Sie haben gerade erfahren, dass sie einen Preis im Schulgartenwettbewerb gewonnen haben. Wie wollen sie das Preisgeld anlegen?

Judith Siegler: Über die 3875 Euro haben wir uns riesig gefreut und sind stolz, dass unser 350 Quadratmeter großer Schulgarten jetzt noch erweitert werden kann. Wir legen uns ein Gewächshaus zu, in dem wir Tomaten und Gurken anpflanzen. Außerdem legen wir Hochbeete an, damit auch unsere Rollstuhlfahrer gleichwertig am Unterricht teilnehmen können. Teilhabe, das ist ein Luxus, den wir uns für alle unsere Schüler wünschen.

Trotz der positiven Nachrichten, mussten sie aber gerade auch eine schlechte Erfahrung machen. Mögen Sie uns das erzählen?

Höfs: Natürlich. Wir wurden von Gartendieben heimgesucht. Einen kompletten Apfelbaum haben die Diebe geerntet. Besonders traurig war, dass unseren Schülern das sehr nahe ging. Die Äpfel sahen aus wie aus dem Märchen. Wochenlang hatten sie sie beim Reifen beobachtet und freuten sich auf die Ernte – doch dann waren die Diebe schneller als wir.

Verarbeiten Sie das Obst und Gemüse in der Schule?

Siegler: Ja, alle zwei Wochen haben unsere Schüler Kochunterricht in unserer Lehrküche. Sie würden staunen, wie geschickt sie sich anstellen und wie selbstständig sie arbeiten.

Haben denn viele Menschen Vorurteile?

Höfs: Ja, leider. Aber denen können wir erklären, dass unsere Schüler oft sozial kompetenter und interessierter sind, als andere Schüler. Sie sind immer ehrlich und weil wir so ungefiltert ein Feedback von ihnen bekommen, können wir Pädagogen auch immer dazulernen. Und wenn sie dann mit Stolz geschwellter Brust ihre selbst gepflanzten Kartoffeln ernten, sind das Sternstunden, die unseren Beruf aus- und schön machen.

In den vergangenen zwei Jahren hatten sie sehr viele Schulabgänger, die ihr Abschlusszeugnis erhielten. Wie sieht das Leben für die Rosenhofschüler danach aus?

Höfs: Die meisten fangen dann im Christlichen Jugenddorfwerk an zu arbeiten. Wir arbeiten aber auch eng mit dem Integrationsfachdienst zusammen, der unseren Schülern Praktika beispielsweise in der Gastronomie, in der Landschaftspflege oder in Kindergärten vermittelt.

Sie konnten gerade ein sehr modernes Pflegebad in Betrieb nehmen. Gibt es Projekte, die sie sich als nächstes vorgenommen haben?

Siegler: Das Pflegebad ist wirklich eine Erleichterung. In ihm können wir unsere schwerst körperlich gehandicapten Kinder mithilfe einer Hebevorrichtung aus den Rollstühlen, in die Dusche, das WC oder auf den Wickeltisch bewegen. Wir haben ständig neue Ideen. Als nächstes wollen wir beispielsweise das Kneipp Gesundheitskonzept umsetzen. Das ist sehr viel umfassender als nur die bekannten Wechselbäder. Eine gesunde Ernährung und Entspannung gehören genauso dazu, wie den Kindern zu vermitteln, dass sie die Natur achten sollen. Wir haben sehr gute Voraussetzungen, dass wir es bis zur Kneipp-Einrichtung schaffen.

Interview von Carolin Riemer

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