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Den Bienen mehr Futteroasen schaffen

Ahrenshagen-Daskow Den Bienen mehr Futteroasen schaffen

Der Daskower Imker Hanno Löber fordert ein Umdenken in der Gesellschaft

Ahrenshagen-Daskow. Imker Hanno Löber ärgert sich so manches Mal darüber, dass immer noch unterschätzt wird, wie wichtig Bienen als Bestäuber sind. Immerhin seien 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf Bestäubung durch Bienen angewiesen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung eines Bienenvolkes übersteigt den Wert der Honigproduktion immerhin um das 10- bis 15-fache, so Löber. Deshalb gelten Bienen nach dem Rind und dem Schwein als das drittwichtigste Nutztier für den Menschen.

 

OZ-Bild

Hanno Löber leistet seit vielen Jahren Lobby-Arbeit für die Bienen.

Quelle: Foto: Edwin Sternkiker

Aber sie sorgen nicht nur für reiche Ernten und üppiges Wachstum, auch die Artenvielfalt hänge entscheidend von ihnen ab und schließlich seien sie für viele Tierarten auch Nahrungsgrundlage, erläutert Hanno Löber weiter. „Jede Biene, die in den Monaten von März bis Oktober tot auf die Erde fällt, ist für Insektenfresser willkommenes Futter.“

Der Daskower Imker legt noch ein paar Zahlen nach: Pro Quadratkilometer bräuchte es eigentlich vier Völker. In Deutschland kommen im Durchschnitt aber nur zwei Bienenvölker auf einen Quadratkilometer. „Und Mecklenburgburg-Vorpommern landet bei mickrigen 0,7“, erläutert er. „Wir brauchen also dringend mehr Bienen“, so Löber. Denn Honig könne man zwar importieren, „Bestäubungsleistungen hingegen kann man nicht importieren“. Aus seiner Sicht müsste das, was jeder Imker für die Landwirte, Gesellschaft und die Natur an Leistungen erbringt, viel mehr anerkannt werden, auch in finanzieller Hinsicht.

Hanno Löber verweist darauf, dass die wild lebenden Honigbienen bei uns bereits ausgestorben seien. Deshalb müssten mehr Imker mehr Bienenvölker halten. Doch das sei schwierig. Nicht nur, weil Varrora-Milbe und Pflanzenschutzmittel den Bienen schwer zu schaffen machen, sondern auch deshalb, weil die moderne Landwirtschaft mit ihren Monokulturen den Bienen kaum noch Nahrung biete. Ist der Raps verblüht, finden die Bienen kaum noch Nektar und Pollen. Damit können sie sich kein ausreichendes Eiweißpolster anfuttern, um gut über den Winter zu kommen. Deshalb sei ein Umdenken notwendig, erläutert Löber. So müssten viel mehr Blühstreifen entlang der großen Äcker angelegt werden.

„Und auch weniger Rasen und mehr Blühpflanzen in den Dörfern könnten sehr helfen“, so der Imker. Er berät auch gern, welche Nektar- und Pollentrachtpflanzen angebaut werden können.

Viele von ihnen kann man auf seinem Grundstück in Daskow in Augenschein nehmen. Da sind unter anderem der Bienenbaum, Kugeldiesteln und die Becherpflanze, um nur einige zu nennen.

„Und wer den Bienen noch mehr Gutes tun will, der sorgt dafür, dass in seinem Garten auch möglichst viel Efeu wächst.“ Der sei die letzte blühende Pflanze vor dem Winter, an der die Bienen noch einmal Kraft tanken können, sagt er bei einem Rundgang durch seinen Garten. Gerade ungefüllte Blüten seien für die Nektarsammler gut geeignet. Hochgezüchtete, gefüllte Blüten hingegen nutzen den Bienen hingegen nichts. Da müssten aus seiner Sicht Züchter und Konsumenten umdenken.

Soll es den Bienen wieder besser gehen, müsse auch das Interesse an der Imkerei stärker gefördert werden, auch und gerade bei Kindern. Das klappe bereits seit Jahren sehr gut an der Ahrenshäger Grundschule und der Grundschule in Damgarten. „Schön wäre es, wenn alle Kinder in Ribnitz-Damgarten und Umgebung Kontakt zu Imkern bekommen würden“, so Löber abschließend.

Eine der wichtigsten Nutztierarten

Bienen gehören weltweit zu den wichtigsten Nutztierarten. Ohne sie gäbe es keine oder nur wenige Äpfel, Erdbeeren, Birnen, Pflaumen und viele andere Gemüse- und Obstsorten. Nicht nur der Ertrag bei Obst und Gemüse wird durch die Bestäubung der Bienen ermöglicht: Auch Gewicht, Gestalt, Keimkraft, Fruchtbarkeit und Lagerfähigkeit werden deutlich gesteigert. Eine Bienenkönigin lebt etwa vier Jahre, eine Arbeiterin im Sommer nur bis zu acht Wochen. Ein Bienenvolk produziert im Jahr rund 50 Kilogramm Honig.

Edwin Sternkiker

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