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Der BMX-Profi und seine Mission

Stralsund Der BMX-Profi und seine Mission

Eric Skupien gilt als einer der besten Fahrer in MV / Er will Kids von Drogen fernhalten und für den Sport begeistern

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60 Vereinsmitglieder fahren regelmäßig auf den Rampen der Skatehalle. Die kleinsten Sportler sind gerade mal vier Jahre alt. Der neueste Trend bei ihnen sind Stuntscooter. Das sind besonders stabile Cityroller.

Stralsund. Eric Skupien geht kurz in sich, rollt auf seinem Rad die Rampe herunter, die Beine gestreckt, den Körper nach vorn gebeugt. Mit einer Kraft, die aus dem Nichts zu kommen scheint, macht er einen Rückwärtssalto mit halber Schraube – so schnell, dass Mensch und Metall für den Bruchteil einer Sekunde miteinander verschmelzen. Da hat es ihn wieder gepackt, das Gefühl, wenn plötzlich alles möglich scheint und die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt sind. „Der Kick ist das Adrenalin nach einem gestandenen Sprung“, sagt der 25-Jährige.

 

OZ-Bild

Eric Skupien (25) fährt BMX, seit er 16 ist. Seine Eltern hatten ihm ein Rad zu Weihnachten geschenkt. Heute gehört er zu den besten Fahrern in MV und hat die Skatehalle Stralsund mit aufgebaut.

Quelle: Fotos: Alexander Müller
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Skater lieben das Risiko. Schutzkleidung ist trotzdem Pflicht.

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Vor ein paar Jahren habe es niemanden im Land gegeben, der so gut war wie er. Die Videos auf Youtube mit seinen Tricks und Stunts haben sich tausende Menschen angesehen. Der Stralsunder gilt bis heute in der Szene als einer der besten BMX-Fahrer in Mecklenburg-Vorpommern. Doch nach einer schweren Verletzung bei einem Sturz ist er vorsichtiger geworden, der Kopf ist nicht mehr so frei wie damals. „Ich hatte mir in einem Fuß alle Bänder gerissen. Es gibt ein Video davon, ich habe nur geschrien“, erinnert sich der Sportler.

Eric Skupien hat sich deswegen eine neue Mission gesucht. Er will den BMX- und Skatesport in MV bekannter machen und gleichzeitig die Kids von Drogen und Spielkonsolen fernhalten. Dafür hat er mit Freunden die Skatehalle Stralsund aufgebaut – die einzige ihrer Art in ganz MV. „Wer bei uns beim Kiffen oder mit Alkohol erwischt wird, fliegt raus“, sagt er.

Die Halle in einem Gewerbegebiet an der Richtenberger Chaussee ist die einzige in der Gegend, in der am Abend noch Licht brennt. Jungs auf Skateboards oder Rädern düsen die Rampen rauf und runter.

Auf einer Wand ist ein riesiges Graffiti aufgesprüht, in der Ecke gegenüber steht ein Schaumstoffbecken, in dem die weiche Landung nach einem Stunt garantiert ist. Die Skatehalle, die als ein Verein organisiert ist, hat mittlerweile rund 60 Mitglieder, die das ganze Jahr über regelmäßig fahren. Dazu kommen die Tagesgäste. Zuletzt sind die Besucher immer jünger geworden. Die meisten sind zwischen acht und zwölf Jahre alt, die Kleinsten sind gerade mal vier. Der neueste Trend sind sogenannte Stuntscooter. Das sind besonders robuste Cityroller, mit denen Überschläge und andere Tricks möglich sind. „Wenn das hier so weitergeht, haben die anderen mich bald eingeholt“, scherzt Eric Skupien mit Blick auf die kleinen Sportler, die hier in der Halle alle zu ihm aufsehen.

Seit neuestem sind die Fähigkeiten von Eric Skupien und seinen Freunden auch in einigen Filmen zu bestaunen. Wenn Fernsehteams in MV ein paar Skater oder BMX-Fahrer braucht, melden sie sich oft bei dem Stralsunder. Anfang Februar waren er und seine Truppe in der ZDF-Serie „SOKO Wismar“ zu sehen. In den ersten Filmminuten entdecken die Jungs nach ein paar Sprüngen auf einer Steganlage die Leiche einer jungen Frau in einem geparkten Wagen.

Leichen gab es in der Stralsunder Skatehalle zum Glück noch nicht. Dafür hängen an einer Wand die Röntgenbilder der letzten Knochenbrüche – die sind zwar die Ausnahme, kommen aber vor. Eric Skupien drückt es so aus: „Für den Sport muss man ein bisschen wahnsinnig sein.“

Flatrate in der Skatehalle

900 Quadratmeter groß ist die Skatehalle Stralsund, in der BMX, Skateboard, Inliner und vieles mehr gefahren werden kann.

23 Euro im Monat kostet eine Mitgliedschaft. Wer das bezahlt, kann das ganze Jahr über fahren, so oft er will. Eine Tageskarte kostet in der Woche vier Euro, am Wochenende fünf Euro. Die Halle im Gewerbegebiet an der Richtenberger Chaussee 47 hat täglich von 15 bis 21 Uhr geöffnet, am Wochenende schon ab 14 Uhr.

Alexander Müller

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