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Der Beste arbeitet im Autohaus Schmidt

Ribnitz-Damgarten Der Beste arbeitet im Autohaus Schmidt

Mechatroniker David Albrecht aus Ribnitz-Damgarten sicherte sich den Titel: der 30-Jährige ist der erfolgreichste Azubi und wurde für seine Leistungen von der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund ausgezeichnet.

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David Albrecht (l.) und sein Ausbilder Klaus Schmidt aus dem Ribnitz-Damgartener Peugeot-Autohaus.

Quelle: Carolin Riemer

Ribnitz-Damgarten. Es gibt ein Wort, das David Albrecht nicht so schnell akzeptiert: das Wort kaputt. Ein Rasenmäher, Toaster oder Moped gibt den Geist auf? Dann zückt der 30-Jährige sein Werkzeug und beginnt zu reparieren. Er schraubt die Geräte oder Fahrzeuge auseinander und sucht den Fehler. „Ich bin kein Fan davon, alles gleich wegzuschmeißen“, erklärt er schulterzuckend.

 

Niemand hatte bessere Noten

Kein Wunder, dass der Ribnitzer nun als Jahrgangsbester Kfz-Mechatroniker seine Ausbildung abschloss und von der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund ausgezeichnet wurde. Kein anderer schloss die Ausbildung so gut ab wie er, niemand hatte bessere Noten. In fast allen Fächern schloss er mit einem „sehr gut“ ab. Zu dem Titel „Jahrgangsbester“ wurde ihm auch eine Medaille verliehen. Und ein Gutschein über 100 Euro, der einen klitzekleinen Teil seines Meisterlehrgangs finanzieren soll.

Ausgebildet wurde er von Klaus Schmidt, der seit 26 Jahren das Peugeot-Autohaus in Ribnitz leitet. Mit „Kusshand“ habe er David Albrecht vor drei Jahren eingestellt, denn sein Talent und seine Bereitschaft entdeckte der Meister schon am ersten Tag. Und gute Lehrlinge finden, das sei heutzutage sehr viel schwieriger als einen Motor zu reparieren. Deswegen musste Schmidt auch nicht lange überlegen. Er übernahm den jungen Mechatroniker und ist stolz, dass der Jahrgangsbeste nun in seiner Werkstatt arbeitet. „Ich hatte zwar schon viele gute Azubis, aber so gut schloss noch niemand ab.“Für Albrecht ist die Kfz-Ausbildung bereits die zweite abgeschlossene Lehre. Nach der Schule entschied er sich auf Rat einer Berufsberaterin für den Beruf des Bürokaufmanns. „Damals war die Situation auf dem Ausbildungsmarkt eine andere. Die Frau aus dem Jobcenter meinte, ich hätte keine Chance auf eine Lehrstelle als Mechatroniker, weil das alle jungen Männer wollen.“ Der damals 16-Jährige vertraute auf den Rat, aber glücklich wurde er in seinem Bürojob nicht. Nach der Lehre verpflichtete er sich acht Jahre lang bei der Bundeswehr und orientierte sich mit 27 Jahren noch einmal neu. Und dieses Mal hatte er große Chancen als Mechatroniker ausgebildet zu werden.

Immer weniger Bewerber

Das bestätigt auch sein Meister Klaus Schmidt: „Während sich früher durchschnittlich 15 Bewerbungen auf meinem Schreibtisch stapelten, sind es jetzt höchstens drei pro Jahr – und davon sind die meisten höchst abenteuerlich.“ Junge Männer, die auf ihrem Abschlusszeugnis eine sechs in Mathe, Physik und Deutsch hätten oder die Rechtschreibung nicht beherrschen, beschreibt er vorsichtig. David Albrechts Bewerbung war anders. Fehlerfrei.

Der junge Familienvater bezeichnet sich als „typischen Simson-Schrauber“. Als Jugendlicher reparierte er Mopeds und auch heute besitzt er eine „Bastelbude“ auf dem heimischen Hof. „Das lieferte natürlich eine sehr gute Voraussetzung für den Beruf“, sagt Klaus Schmidt, der in seiner Jugendzeit eigentlich genauso seine Liebe zum Schrauben entdeckte und auslebte. Mittlerweile versucht der Lehrmeister alle drei Jahre einen Azubi auszubilden. „Aber das ist nicht immer zu realisieren. Im vergangenen Jahr bekam ich beispielsweise nicht eine einzige Bewerbung.“ Dabei sei der Beruf des Mechatronikers ein Job mit Zukunft. Die Autos sind moderner geworden und in ihnen stecke demnach auch eine kompliziertere Technik.

Diese Komplexität ist genau nach dem Geschmack des Ribnitzer Super-Azubis. Die Liebe zu Motoren spiegelt sich auch in David Albrechts liebstem Hobby wider: Motocross. Auch sein acht Jahre alter Sohn habe die Liebe zu dem rasanten Sport bereits entdeckt. Seit acht Jahren ist der Ribnitzer verheiratet und hat drei Kinder. Seinen Bürojob vermisst er nie. Dafür rollen täglich zu viele neue Fahrzeuge in die Werkstatt, die repariert werden müssen.

Carolin Riemer

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