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Diebstähle machen ein Drittel der Kriminalität aus

Stralsund Diebstähle machen ein Drittel der Kriminalität aus

Aufklärungsquote von 62 Prozent im Kreis liegt über dem Landesdurchschnitt

Stralsund. Diebstähle gehören im Landkreis Vorpommern-Rügen zu den häufigsten Straftaten. Ihre Zahl ist zwar gesunken, von 2014 zu 2015 um 338 Fälle auf 5034.

Doch für die Beamten der Polizeiinspektion (PI) Stralsund, deren Einzugsbereich dem Kreisgebiet entspricht, machen Ermittlungen dazu etwa ein Drittel ihrer Arbeit aus.

Diese Zahlen nannte gestern Polizeidirektor Thomas Dabel bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015. Die gibt aus Sicht der Polizei erfreuliche Trends wieder. Denn die Gesamtzahl aller im letzten Jahr erfassten Fälle liegt mit 15032 um 917 Fälle unter 2014. Und wie Dabel betonte: „Die Aufklärungsquote in der PI blieb im vergangenen Jahr mit 62,24 Prozent auf einem gleichbleibend hohen Niveau.“ Damit liegt die PI Stralsund seit dem Jahr 2004 nicht nur stetig über 60 Prozent, sondern auch über dem Landesdurchschnitt. Dieser lag vergangenes Jahr bei 61,4 Prozent.

Bei der Aufklärung von Diebstählen werden diese Werte nicht erreicht. Bei einfachen Delikten wie Laden- oder Taschendiebstahl wurden zuletzt im Kreis 2591 Fälle erfasst, die zu 47,2 Prozent aufgeklärt wurden. Schwere Diebstähle finden sich mit 2443 Fällen in der Statistik. Sie wurden zu 20,3 Prozent aufgeklärt. Dazu gehören auch Wohnungseinbrüche, deren Zahl im letzten Jahr im Kreis gestiegen ist— um neun auf 174 Fälle.

In Stralsund nahm Ende 2015 eine aufsehenerregende Serie von Wohnungseinbrüchen ihren Anfang, die erst im Januar dieses Jahres aufgeklärt werden konnte. „Wir haben mit großem personellen Aufwand an diesem Fall gearbeitet“, sagt Stralsunds Kripochef Holger Köhn. Am Ende gelang es, ein albanisches Räubertrio zu überführen und dingfest zu machen.

Ein Erfolg, den sich die Bewohner der Ribnitzer Suhr-Siedlung auch wünschen. Wie Holger Köhn berichtet, gibt es hier den Verdacht, dass eine Tätergruppe aus dem Raum Rostock operiert, die immer wieder über die Kreisgrenzen hinaus aktiv wird. „Die Kollegen haben in Bad Doberan eine Ermittlungsgruppe gebildet, die an dem Fall arbeitet“, so Köhn.

Viel Arbeit bereiteten den Kriminalisten die Einbruchserien in Filialen der Kette Lila-Bäcker im Raum Grimmen und auf Rügen. Laut Köhn gibt es auf der Insel bereits eine Spurenlage, die Hoffnung macht, der dortigen Tätergruppe habhaft zu werden. In Grimmen sei da weniger Grund zu Optimismus.

Zum Ende der umfangreichen Statistik dann auch die Zahl aller 2015 ermittelten Tatverdächtigen: Die lag bei 6478, darunter 5778 Deutsche und 700 Ausländer. Bei letzteren gab es zu 2014 einen Anstieg um 123 Verdächtige. Angeführt wird dieser Statistikteil durch 131 Polen vor 54 Rumänen. Auf Platz drei finden sich 52 Syrer. Letztere fielen laut Thomas Dabel aber meist durch solche Verstöße wie illegale Einreise oder Verstoß gegen Aufenthaltsbestimmungen auf. Der PI-Chef stellte zum Thema Flüchtlinge abschließend fest: „Bei den über 3000 im Kreis lebenden Zugewanderten wurden 131 Straftaten registriert.“

Von Jörg Mattern

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