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A-20-Abbruch Dieses Dorf wird zum Nadelöhr

Mit der geplanten Behelfsausfahrt wird der gesamte Autobahnverkehr der A20 durch Langsdorf geleitet. Dabei gibt es eine Alternative.

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Bis zu 10000 Fahrzeuge täglich werden durch Langsdorf fahren, wenn die Behelfsauffahrt fertig ist.

Quelle: Robert Niemeyer

Langsdorf/Tribsees. Ronald Norman, Leiter des Straßenbauamtes Güstrow, hatte am Mittwochabend keinen leichten Stand. Die Anwohner von Langsdorf, unweit der abgesackten Stelle der A20, haben die Nase voll. Seit Wochen müssen sie den Autobahn-Verkehr ertragen, der von der Anschlussstelle Tribsees durch den Ort umgeleitet wird. Honoriert wurde am Mittwoch zwar, dass sich Norman bei einer Einwohnerversammlung den Fragen der Langsdorfer stellte. Dass er aber verkünden musste, dass es möglicherweise noch schlimmer wird, sorgte teilweise für noch mehr Unzufriedenheit. Gar mit Straßenblockaden wurde gedroht.

DCX-Bild

Dramatische Bilder von der Autobahn 20: In der Nähe der Abfahrt Tribsees ist die Fahrbahn am Montag um mehrere Meter abgerutscht und dabei regelrecht eingebrochen. Die Autobahn war an dieser Stelle bereits seit mehreren Tagen gesperrt.

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Die geplante Behelfsausfahrt von der Autobahn auf die Kreisstraße südlich von Langsdorf soll Ende November fertig sein, so Ronald Norman. Wer Richtung Rostock will, kann hier nach der Abfahrt Tribsees wieder rauf auf die A20. Wer Richtung Stettin will, fährt hier ab und über die Anschlussstelle Tribsees wieder drauf. Doch egal ob von Osten oder Westen, alle müssen durch Langsdorf durch. „Je kürzer der Umleitungsverkehr, desto weniger Stau“, sagt Norman. Elf Kilometer lang ist die Umleitung, die ab diesem Freitag gilt. Etwa rund zwei Kilometer sind es mit der Behelfsausfahrt.

Alte Baustellenstraße

Dabei gebe es eine Alternative, sind sich die Langsdorfer sicher. 2005 gab es östlich von Langsdorf eine Baustellenzufahrt. Die könne wieder eingerichtet und als Auf- und Abfahrt genutzt werden. „Die Anwohner werden damit nicht beeinträchtigt und unsere Straßen werden nicht zerfahren“, sagte Bürgermeister Hartmut Kolschewski. Und Platz genug sei vorhanden.

Einfacher als gedacht. Nach Fertigstellung der A20 wurde diese Straße zurückgebaut. Stattdessen entstand ein Vogelschutzgebiet – EU-Recht also. Und das könne laut Ronald Norman nicht so einfach umgangen werden. „Schutzgebiete haben einen sehr hohen Stellenwert“, so Norman. Es aufzuheben, sei möglich. Doch das bedürfe eines ordentlichen Planungsverfahren. Heißt: Die Straße muss geplant werden, als würde sie komplett neu gebaut. Und bekanntlich dauert so etwas in Deutschland eine Weile. „In einem Dreivierteljahr können wir Baurecht haben“, sagt Norman. Immerhin: Für den schlimmsten Fall, also wenn noch mehr Schäden an der Autobahn bekanntwerden und die Behelfsbrücke im kommenden Jahr nicht ausreicht, also noch länger als geplant die A20 saniert werden muss, dann sei das „Plan C“, so Norman. Parallel zu den anderen Bemühungen werde nämlich auch hieran gearbeitet. Doch es müssen schneller Lösungen her. Die Behelfsauffahrt sei die schnellste.

10000 Fahrzeuge täglich

Bis zu 10000 Fahrzeuge täglich dürften dann durch Langsdorf fahren. Und das voraussichtlich bis August 2018. Dann soll die Ersatzbrücke auf der Autobahn fertig sein. Etwas mehr als 1500 Fahrzeuge täglich waren es, bevor die A20 zu bröckeln begann. Schon jetzt leiden die Anwohner. „Die Abgase, der Lärm, wir können nachts nicht mehr schlafen. Und es ist geschäftsschädigend. Es hält keiner mehr an“, sagt Erika Baumgart. Die 66-Jährige betreibt die Gaststätte „Zur Kastanie“ am östlichen Ortseingang von Langsdorf. „Wir Langsdorfer sind der Kollateralschaden der A20“, schimpfte Günter Bernit während der Versammlung. „Ich erwarte, dass der Lkw-Verkehr hier nicht durchfährt, sonst sind wir mit dem Fahrrad auf der Straße“, sagte Udo Naß. Eine Blockadestrategie, der sich auch Landwirte im schlimmsten Falle anschließen würden.

Fragen und Antworten

Fragezeichen gibt es viele. Können die Langsdorfer noch die Straße zu Fuß überqueren? Wird die Geschwindigkeit überwacht? Hält der Kreisverkehr an der Autobahnabfahrt Tribsees den Massen an Fahrzeugen stand? Was ist mit Schäden an Straßen und Häusern, die durch Erschütterungen entstehen?

Lkw könnten nicht ausgesperrt werden. „Das ist eine Landesstraße. Es ist deren Aufgabe, diesen Verkehr aufzunehmen“, so Ronald Norman. „Aber wir werden alles genau beobachten. Wenn etwas nicht funktioniert, müssen wir reagieren.“ Zusätzliche Fußgängerampeln seien kein Problem. Eine ist bereits aufgestellt worden. Die Polizei werde verstärkt Geschwindigkeitskontrollen in Langsdorf durchführen. Die Höchstgeschwindigkeit wird ohnehin von 50 km/h auf 30 km/h reduziert. Der Landkreis wolle zudem zwei stationäre Blitzer aufstellen.

Der Kreisverkehr könne relativ schnell umgebaut werden, etwa zu einer normalen Kreuzung. Und die Schäden? Ein Gutachter besucht laut Norman dieser Tage die Anwohner, um den Ist-Zustand der Häuser festzuhalten. Der Bund werde Schäden, die durch den Straßenverkehr entstehen, ersetzen. Gleiches gelte für die Straßen, die durch den Umleitungsverkehr enorm belastet werden.

 Robert Niemeyer

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