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Ein Traumberuf mit Hindernissen

Ribnitz-Damgarten Ein Traumberuf mit Hindernissen

Antje Dembek arbeitet seit einer Woche als freiberufliche Hebamme / Acht Selbstständige sind insgesamt in der Region unterwegs / Hohe Versicherungen sind ein großes Problem

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Mit dem Pinard-Hörrohr kann Hebamme Antje Dembek die Herztöne von Carla Schwanbecks ungeborenem Baby kontrollieren.

Quelle: Carolin Riemer

Ribnitz-Damgarten. Heutzutage scheint es eine schwere Geburt zu sein als Hebamme zu arbeiten. Und trotzdem hat sich Antje Dembek für diesen Beruf entschieden. Seit einer Woche bietet die 31-Jährige die Vor- und Nachsorge für Schwangere an. Sie ist die achte Hebamme in der Region zwischen Bad Sülze und Graal Müritz. Frauenärzte sind überzeugt, dass es einen wachsenden Bedarf aufgrund steigender Geburtenraten gibt.

Der Bedarf an Hebammen ist groß

8Hebammen gibt es zurzeit in der Region. Sie wohnen in Graal-Müritz, Bad Sülze, Dierhagen, Damgarten und Ribnitz und betreuen die werdenden Mütter freiberuflich.

Kontakt:

Antje Dembek bietet die Vor- und Nachsorge in der Region zwischen

Bad Sülze und Rostock an.

☎ 01 76/ 84 09 72 48

• E-Mail antje.dembek@gmx.de

Doch die Schwierigkeiten begannen schon damit, einen Ausbildungsplatz zu finden. Deutschlandweit bewarb die Ribnitzerin sich an Hebammenschulen und wurde schließlich in Karlsruhe (Baden-Württemberg) angenommen – 1000 Bewerbungen gab es auf die 15 Ausbildungsplätze. Sie setzte sich mit Fleiß und ihrer Leidenschaft für den Beruf durch. Nach 1600 Theorie- und 3000 Praxisstunden schloss sie mit einem Examen ab und half seitdem etwa 100 Babys auf die Welt. Nun wagt sie den Sprung in die Selbstständigkeit, obwohl es den Hebammen schwer gemacht wird. Würde Antje Dembek auch Hausgeburten anbieten, und somit außerklinische Geburtshilfe leisten, müsste sie jährlich mehr als 7000 Euro für ihre Berufshaftpflicht-Versicherung zahlen. Eine horrende Summe. Und die Beiträge steigen weiter.

„Das ist der Grund, weswegen ich diese Leistung leider nicht anbieten kann, sondern die Frauen lediglich vor und nach der Geburt betreue.“ So seien die Beiträge für die Versicherungen überschaubar.

Doch Antje Dembek sieht dieser Entwicklung kritisch entgegen. „Vermutlich werden Frauen in Zukunft nicht mehr die Wahl haben, ob sie ihr Kind in einem Krankenhaus, zu Hause oder in einem Geburtshaus zur Welt bringen wollen. Das ist sehr schade.“ Am liebsten würde sie die Frauen in den Kreißsaal begleiten.

Der Ribnitzer Gynäkologe Jens-Olaf Schmeißer findet die Arbeit der Hebammen sehr wichtig. „Sie sind eine wichtige Ergänzung zur ärztlichen Betreuung, weil sie emotionaler an die Schwangeren herangehen. Durch die Hausbesuche wird das Verhältnis persönlicher.“ Der Facharzt empfiehlt vor allem Erst- und Zweitgebärenden eine Hebamme.

Zu denen gehört Carla Schwanbeck. Die 35-Jährige bekommt im Dezember ihr erstes Kind und wusste schon vor der Schwangerschaft, dass sie eine Hebamme möchte. Nun ist sie die erste werdende Mutter, die von Antje Dembek betreut wird. Regelmäßig treffen sich die beiden in Carla Schwanbecks Wohnzimmer. Dann kontrolliert die Hebamme mit ein paar fachmännischen Griffen beispielsweise, wie das Baby im Bauch der Mutter liegt und beantwortet alle Fragen rund um das Thema Geburt. Und da gibt es viele. Zusammen besuchten sie den Kreißsaal in Rostock. Die Hebamme gibt Tipps, wie sich die Schwangere entspannen kann, übt mit ihr spezielle Atemtechniken und kontrolliert den Mutterpass. „Wenn das Baby da ist, kann ich sie noch ein Jahr lang betreuen. Auch das bezahlt die Krankenkasse“, erklärt Antje Dembek. Und ist das Baby erst einmal da, gibt es weitere Fragen. Wann stille ich ab? Wie verheilt der Nabel? „Ich kann Antje auch peinliche Dinge fragen. Sie ist eine große Stütze“, sagt Carla Schwanbeck.

Antje Dembek möchte nun erst einmal sehen, wie groß der Bedarf in der Region ist. „Ich könnte mir auch vorstellen, einen Raum anzumieten, in dem ich dann Vorbereitungs-Kurse anbiete.“

Carolin Riemer

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