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Elektronischer Ausweis unter der Haut

Marlow Elektronischer Ausweis unter der Haut

Um sie identifizieren zu können, bekommen Tiere im Vogelpark Marlow einen Transponder

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Tierärztin Gudrun Haase (links) und Tierpflegerin Annika Witzel mit der kleinen Sonnenralle, die gechipt wird.

Quelle: Peter Schlag

Marlow. Vorsichtig führt Tierärztin Gudrun Haase die Kanüle unter die Haut der kleinen Sonnenralle. Der Jungvogel, gehalten von Tierpflegerin Annika Witzel, streckt das Köpfchen vor und hält ganz still. Die Prozedur dauert auch nicht lange. Dann hat die Sonnenralle ihren elektronischen Personalausweis bekommen. Einen Chip, auch Transponder genannt. Gudrun Haase hält zur Sicherheit das Lesegerät über die Stelle. Sofort erscheint eine 15-stellige Ziffernfolge auf dem Display. Das ist die Identifikationsnummer des Jungvogels, der die Familie der Sonnenrallen im Marlower Vogelpark auf vier Mitglieder erweitert.

Für die Tierärztin ist das Chippen der tierischen Vogelpark-Neulinge Alltag. Schließlich leben auf dem 22 Hektar großen Gelände hunderte Tiere, vom Lori über Kängurus bis zu den Pinguinen. Da stellt sich zahlreicher Nachwuchs ein. Vor allem jetzt im Frühling.

Die Humboldtpinguine zum Beispiel haben ihre vor einem Jahr eingeweihte Anlage bestens angenommen. 34 Alttiere sind es derzeit. Und dazu sind in den vergangenen Wochen zwölf Jungtiere dazu gekommen, erzählt Tierpfleger Alexander Fuchs.

Jedes Tier soll gekennzeichnet werden, das gilt auch im Vogelpark. Besonders gilt das für diejenigen Tiere, die unter Artenschutz stehen. Sie bekommen einen speziellen Artenschutz-Chip. Die Sonnenralle ist solch ein Beispiel. Sie ist eigentlich in den Tropen Mittelamerikas beheimatet. In Marlow gibt es ein Elternpaar sowie zwei Jungtiere — das jetzt gechipte kam im März zur Welt. Für die Sonnenralle existiert ein europäisches Zuchtprogramm, erklärt Gudrun Haase. Im digitalen Zeitalter lassen sich Informationen im Zoo-Informationssystem ZIMS eintragen und sind damit verfügbar.

Sozusagen wird dort das Leben des Tieres widergespiegelt. Die Miniaturisierung der Technik biete gute Möglichkeit, die Tiere zu kennzeichnen. Der Chip wird nur aktiv, wenn per Gerät die Daten ausgelesen werden. Bei den Lemuren kommt das regelmäßig vor. Sie werden einmal wöchentlich gewogen. Und die Identifikation per Chip und Lesegerät geht sehr schnell.

Einen Chip zu bekommen, das hat auch andere Gründe: Die Alpakas beispielsweise sollen keine Ohrmarken bekommen. Stattdessen werden auch sie gechipt.

Die Alpaka-Gruppe lässt sich gut auseinander halten. Bei anderen Tiergruppen scheint das aufwendiger zu sein — aber eigentlich kennen die Tierpfleger ihre Pappenheimer. Die tägliche Arbeit lässt sie Unterschiede erkennen. Das sind natürlich Äußerlichkeiten, erzählt Annika Witzel. Aber auch das Verhalten macht die Tiere individuell unterscheidbar.

Bei den Pinguinen übrigens lässt sich schon am Punktmuster auf der Brust unterscheiden, wer wer ist.

Personalausweis

Der Transponder (auch Chip genannt) ist ein auf Funk basierendes Kommunikationsgerät. Es nimmt eingehende Signale auf und beantwortet sie. Für die Tiere

dient der Transponder quasi als Personalausweis der Tiere. Dies funktioniert so: Der Transponder enthält einen 15-stelligen Code. Diese Zahlenkombination wiederum kann mittels eines Lesegerätes abgelesen werden. So kann man das Tier identifizieren.

Von Peter Schlag

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