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Fastenzeit: 40 Tage ohne Süßes, Alkohol oder Zigaretten

Ribnitz-Damgarten Fastenzeit: 40 Tage ohne Süßes, Alkohol oder Zigaretten

Nicht nur Gläubige verzichten bis Ostern auf Genussmittel / Doch auch außerhalb der sieben Wochen schwören einige aufs Heilfasten

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Gemüse und Obst statt Schokolade. In der Fastenzeit verzichten einige auf Genussmittel, wie Süßigkeiten oder Schokolade. Für Kerstin Gutknecht, Inhaberin von Kerstins Bioladen in Ribnitz, spielt eine gesunde Ernäherung das ganze Jahr über eine wichtige Rolle. Fotos (3): Anika Wenning

Ribnitz-Damgarten. Schluss mit lustig: Aschermittwoch wurde die Fastenzeit eingeläutet — zumindest im Christentum. Doch längst verzichten nicht nur Gläubige in den fast sieben Wochen bis Ostern auf Genussmittel, wie Alkohol oder Süßigkeiten. „Bei vielen hat das mittlerweile einen anderen Klang und hat mit der Kirche an sich nichts mehr zu tun“, erklärt Janett Harnack, Gemeindehelferin der evangelischen Kirchgemeinde St. Marien in Ribnitz. „Das hat etwas mit Wellness, gesund und bewusst leben zu tun. In der Kirche spielt die Fastenzeit eine große Rolle. Es ist eine besondere Zeit, in der sich die Christen auf das Osterfest vorbereiten.“

Christine und Horst Völker aus Dierhagen verzichten in der Fastenzeit auf Süßigkeiten. „Hin und wieder machen wir aber schon eine Ausnahme. Wir sehen das nicht so eng“, sagt die 75-Jährige. „Wir achten auch sonst darauf, uns bewusst zu ernähren.“ Für Adelheid Östreich und ihre Familie gibt es in der Zeit vor Ostern nur eine klare Regel. „Karfreitag essen wir kein Fleisch, sondern Fisch. Das kenne ich auch noch aus meiner Kindheit so“, erklärt die 67-jährige Ribnitz-Damgartenerin.

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage der DAK-Gesundheit hat jeder zweite Deutsche (53 Prozent) bereits mindestens einmal für mehrere Wochen gefastet. In Nordrhein-Westfalen sind es sogar 64 Prozent der Befragten, im Osten Deutschlands 46 Prozent. Auf Platz eins steht deutschlandweit mit 67 Prozent der Verzicht von Alkohol, gefolgt von Süßigkeiten (66 Prozent) und Fleisch (38 Prozent). 33 Prozent gaben an, dass sie auf Fernsehen verzichten möchten und 32 Prozent aufs Rauchen. Jeder fünfte Deutsche (21 Prozent) möchte in der Fastenzeit auf sein Smartphone und seinen Laptop verzichten.

Janett Harnack findet einen neuen Ansatz der evangelischen Kirche interessant. „Ich nenne es das positive Fasten. Statt auf etwas zu verzichten, achtet man darauf, in der Zeit bis Ostern nicht nur auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Man überprüft sein eigenes Verhalten.“ So könne man beispielsweise darauf achten, offener zu werden. „Es ist erstaunlich, wie fremde Menschen reagieren, wenn man sie einfach auf der Straße anlächelt“, sagt Janett Harnack.

Kerstin Gutknecht schwört unabhängig von der fast siebenwöchigen Fastenzeit vor Ostern auf das Heilfasten. „Ich mache das schon seit 15 Jahren“, berichtet die Inhaberin von Kerstins Bioladen in Ribnitz-Damgarten. „Beim ersten Mal habe ich sechs Wochen durchgehalten. Mittlerweile mache ich das Heilfasten zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst für zwei Wochen.“ In dieser Zeit trinkt die 54-Jährige nur Wasser, Tees und Säfte. „Man kriegt den Kopf frei und fühlt sich viel besser.“

Auch Marianne Gürlach und Dietmar Walter kennen diesen positiven Effekt. „Man fühlt sich einfach viel fitter und hat mehr Energie“, erklärt der 60-Jährige aus Görlitz. „Es ist aber auf jeden Fall ratsam, das mit seinem Partner gemeinsam zu machen.“ Einmal im Jahr machen die beiden für acht Tage Suppenfasten. „Wir versuchen es immer innerhalb der Fastenzeit zu machen“, sagt die 59-Jährige.

Ursprung der Fastenzeit

Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet in der Osternacht (von Karsamstag auf Ostersonntag). Da die sechs Sonntage vom Fasten ausgenommen werden, sind es insgesamt 40 Tage. Christen bereiten sich in dieser Zeit auf Ostern — dem wichtigsten Fest des Christentums — vor. Es geht darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Der Ursprung der Fastenzeit liegt weit zurück. Bereits im 2. Jahrhundert haben sich Christen durch ein zweitägiges Fasten auf das Osterfest vorbereitet. Im 4. Jahrhundert setzte sich dann die 40-tägige Fastenzeit durch.

Früher gab es seitens der Kirche klare Fastenregeln. Fleisch, Milchprodukte, Eier und Genussmittel waren streng tabu. In der Fastenzeit sollten Christen nur eine volle Mahlzeit zu sich nehmen. Diese Regeln wurden von der Kirche allerdings mit der Zeit gelockert. Im 15. Jahrhundert durften Milchprodukte, Eier und auch Öl in der Fastenzeit wieder gegessen werden.



Anika Wenning

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