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Feuerwehr: 174 Einsätze und vier Todesfälle

Ribnitz-Damgarten Feuerwehr: 174 Einsätze und vier Todesfälle

Das Jahr 2016 war für die Ribnitz-Damgartener Brandschützer geprägt von dramatischen Einsätzen / Im März wird ein neuer Wehrführer gewählt

Ribnitz-Damgarten. Die Freiwillige Feuerwehr Ribnitz-Damgarten zieht Bilanz: Das Jahr 2016 sei, was die Zahl der Einsätze angeht, zwar vergleichbar mit den Vorjahren.

Jedoch gab es lange nicht so viele Verkehrstote. Gleich vier Menschen sind auf den Straßen um Ribnitz-Damgarten durch Autounfälle, zu denen die Feuerwehr gerufen wurde, ums Leben gekommen.

„Das ist schon enorm viel“, bestätigt auch Feuerwehrsprecher Berthold Moog. Der schwerste Verkehrsunfall – einer von neun im gesamten Jahr – war jener, der sich am 15. November bei Daskow ereignete.

Dabei verletzten sich gleich fünf Menschen schwer. Einer der Insassen verstarb später im Krankenhaus.

Einsätze besser koordinieren

Im Rückblick auf das Jahr 2016 fallen Moog und Wehrführer Steffen Harder einige besondere Einsätze ein – darunter Brände einer Blitzeranlage in Tempel und in einer Gartenanlage in Damgarten. Auch ein Fund von Behältern mit vermeintlich radioaktivem Inhalt sorgte für Aufregung. „Letztendlich war da nichts dran. Brisant sind solche Einsätze dennoch“, sagt Harder. Auffällig sind die zehn Containerbrände, die die Wehr bekämpft hat. Acht von ihnen passierten im ersten Halbjahr – „und immer an den Wochenenden“, berichtet Moog.

Wirklich spektakulär sei der Brand der Biogasanlage bei Öbelitz gewesen. Damals eine prekäre Situation: Alle verfügbaren Einheiten aus Ribnitz-Damgarten waren dort im Einsatz. „Wenn es gleichzeitig einen anderen Alarm in der Stadt gegeben hätte, hätten wir Schwierigkeiten bekommen, weil alle Rettungskräfte in Öbelitz waren“, sagt Harder. Sein Appell: „Das muss künftig anders koordiniert werden.“

Neuer Wehrführer ab März

Zeitnahe Veränderungen stehen bei der Freiwilligen Feuerwehr schon jetzt an. Bei der großen Jahreshauptversammlung im Stadtkulturhaus wird im März ein neuer Wehrführer gewählt. Harder, der das Amt zwölf Jahre lang bekleidete und insgesamt seit 30 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz aktiv ist, steht nicht mehr zur Wahl. „Das sollen jetzt andere machen.“ Aus gesundheitlichen und privaten Gründen wird er aufhören. Außerdem sei es wichtig, dass „festgefahrene Strukturen“ auch mal aufgebrochen werden.

In seiner Zeit als Wehrführer sei viel passiert. „Wir haben einige neue Fahrzeuge angeschafft, haben die Wehr umstrukturiert und unter anderem den Digitalfunk eingeführt“, sagt Harder.

Auf ihn verzichten müssen die Ribnitzer Retter künftig aber nicht: „Ich bleibe der Wehr aktiv erhalten“, betont der Ribnitzer. Nur: Die Zeiten, zu denen er um die 100 Einsätze im Jahr hatte, seien vorbei. Doch nun soll jemand anderes die Chance nutzen. Wer sich zur Wahl stellt, ist noch nicht ganz klar. Fünf Kandidaten müssen dem Bürgermeister vorab angekündigt werden. Viel Zeit bleibt nicht – die Wahl ist für den 24. März angesetzt.

Forderung nach Löschteichen

Mit der Neuwahl des Wehrführers hofft Steffen Harder auch auf neue Impulse für die Sicherheitslage in der Region. So müssen seiner Meinung nach in den Dörfern dringend Löschteiche entstehen – ein Problem, das es im ganzen Land gibt. Auch wenn es um neue Fahrzeuge für die Freiwillige Feuerwehr geht, bezieht Harder Stellung: „Das muss schneller klappen. Zurzeit vergehen noch drei Jahre, bis ein neues Einsatzfahrzeug bereit steht. Das dauert einfach zu lange.“ Es sei zudem zermürbend, immer wieder mit dieser Problematik zwischen Wehr und Stadtverwaltung zu tun zu haben.

Dennoch, Harder weiß auch: „Der Haushalt der Stadt ist zwar immer knapp. Uns wurden aber noch nie die Mittel gekürzt. Das muss man auch anerkennen.“

Dazu auch Feuerwehrsprecher Berthold Moog: „Die Wehr steht und fällt mit der Ausrüstung und der Ausbildung.“ Zurzeit seien die Ribnitz-Damgartener Feuerwehrleute gut aufgestellt. Auch Nachwuchs sei da. Schwierig werde es nur, wenn die Jugendlichen ihre Lehre beginnen. Dann werde die Vereinbarung von Beruf und Feuerwehr oft zu viel.

Michaela Krohn

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