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Feuerwehr sammelt für Familien von verunglückten Kameraden

Saal/ Ribnitz-Damgarten Feuerwehr sammelt für Familien von verunglückten Kameraden

Die Feuerwehr Saal/ Hessenburg spendete 2000 Euro für die hinterbliebenen Familien zweier Brandhüter aus Kloster Lehnin - und ein ganzes Dorf half dabei.

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Quelle: Andre Neumann

Saal/ Ribnitz-Damgarten. Tragödien schweißen die Menschen oft zusammen. So passierte es nun auch in Saal. Nachdem zwei Feuerwehrmänner während eines Einsatzes starben, spendeten die Brandhüter aus Saal 2000 Euro für die hinterbliebenen Familien.

Zwei Familien verloren ihren Vater

Der Zufall ist der stolze Bekannte des Schicksals. Als André Neumann, stellvertretender Wehrführer aus Saal, an einem Morgen im September die Zeitung aufschlägt, erfährt er, dass im brandenburgischen Kloster Lehnin zwei Feuerwehrmänner bei einem Einsatz starben. Während sie das Leben eines Transporterfahrers retten wollten, verloren sie ihr eigenes, als ein 40 Tonnen schwerer Laster in die Unfallstelle rast. Die beiden Familienväter, 23 und 38 Jahre alt, werden von ihrem Einsatzfahrzeug zerquetscht und sterben vor den Augen ihrer Kollegen. „Das schlimmste, was man sich vorstellen kann“, sagt André Neumann. Während er den Artikel liest, läuft im Hintergrund das Radio: „Und wie es der Zufall wollte, startete Ostseewelle gerade den Aufruf ,Scheine für Vereine’“, erzählt der 33-Jährige. Kurzerhand zückt Neumann sein Handy und schreibt Gemeindewehrführer Thomas Kleinke (46) eine Nachricht. „Wollen wir uns bei der Aktion anmelden? Falls wir gewinnen, spenden wir das Geld an die Feuerwehr in Kloster Lehnin“, lautet sein Vorschlag. Gesagt, getan. Alle Kameraden fühlen mit den Hinterbliebenen. Alle wollen ihnen etwas Gutes tun.

Der Radiosender erfährt von dem Vorhaben der Ehrenamtlichen und rückt, ohne lange zu zögern, 1000 Euro raus. Mit der Chance, die Summe verdoppeln zu können. „Wir sollten innerhalb einer Stunde 200 Menschen vor unserer Wache versammeln und ihre Unterschriften sammeln, nur dann bekommen wir weitere 1000 Euro“, erzählt Thomas Kleinke.

Ein ganzes Dorf unterstützt die Aktion

Mit einem Feuerwehrauto fahren die Freiwilligen durch das Dorf. Sie klingeln an etlichen Saaler Haustüren, halten zufällig vorbeikommende Autos an und erzählen den Menschen von ihrem Plan. Innerhalb kürzester Zeit waren mehr Menschen auf der Straße versammelt als bei unserem Dorffest“, sagt Ortswehrführer Kleinke. Der Jüngste ist Ole Neumann, gerade ein halbes Jahr alt und der Sohn von André Neumann. Die älteste ist Hertha Dittmann (99) aus Saal, die an der Aktion teilnimmt. 225 Menschen versammeln sich vor der Wache und sorgen dafür, dass die Wehr ihren Kollegen aus Kloster Lehnin 2000 Euro überweisen können. Unter ihnen befinden sich auch Brandhüter aus Lüdershagen, Trinwillershagen, Hermannshagen und Pruchten. „Eine tolle Aktion, wir bedanken uns bei jedem einzelnen der dabei war“, sagt André Neumann.

Mit der Feuerwehr in Kloster Lehnin nehmen sie über das soziale Netzwerk Facebook Kontakt auf. Am vergangenen Freitag überweisen sie das Geld. „Eine gute Aktion, die zeigt, wie sehr die Feuerwehren aus ganz Deutschland zusammenhalten“, findet Bürgermeister Wolfgang Pierson (CDU). Freiwillig setzen diese ihr Leben aufs Spiel, um andere Menschen zu retten. „Und die Bevölkerung weiß das leider oft nicht zu schätzen.“ Vor dem Unfall standen die beiden Wehren nicht in Kontakt. „Und eigentlich hätten wir das Geld auch dringend benötigt – beispielsweise für neue Überlebensanzüge, die wir für die Wasserrettung brauchen“, sagt Ortswehrführer Jörg Perlich (51). Aber das sei nebensächlich in Anbetracht solch einer Tragödie. Das Geld ist nun sicher auf einem Spendenkonto verwahrt und kommt den Familien der verunglückten Retter zu Gute. Die Kameraden aus Kloster Lehnin bedankten sich per Nachricht für die Hilfsbereitschaft aus dem Norden, erzählt Neimann: „Bei ihnen sitzen Trauer und Schock noch sehr tief. Der Unfall ist erst vor wenigen Wochen passiert.“

Carolin Riemer

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