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2,5 Millionen Euro für Bootstourismus

Greifswald 2,5 Millionen Euro für Bootstourismus

Maritime Möglichkeiten in Vorpommern und im übrigen südlichen Ostseeraum sollen intensiver vermarktet werden

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In ganz Vorpommern sollen Marinas gefördert werden. Hier im Bild der Barther Hafen von oben.

Quelle: Ernst Fischer

Greifswald. Da flattert ein Fördermittelbescheid in Höhe von 2,1 Millionen Euro ins Haus und Romy Sommer sagt auf die Frage, wie sich das anfühlt, schlicht: „Gut.“

Einerseits freut sich die Projektmanagerin von der Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Vorpommern natürlich darüber, dass EU-Mittel für „South Coast Baltic“ fließen. Dank der Eigenanteile der 21 Projektpartner stehen nun bis zum Jahre 2020 insgesamt 2,5 Millionen Euro für eine intensivere Vermarktung der maritimen Möglichkeiten für Segel-, Charter- und Motorboot-Touristen zur Verfügung.

Andererseits hat Sommer aber auch schon den beachtlichen Arbeitsaufwand vor Augen, der mit dem Projekt verbunden ist.

Denn „South Coast Baltic“ nimmt den gesamten südlichen Ostseeraum in den Fokus. Hobbykapitäne sollen für die Marinas und kleinen Sportboothäfen entlang der Insel- und Festlandküsten begeistert werden – vom vorpommerschen Fischland über Polen und die russische Exklave Kaliningrad bis zum litauischen Klaipeda. Auch Dänemark mit der Ferieninsel Bornholm sitzt mit im Boot. Die WFG übernimmt neben der Federführung der internationalen Partnerschaft die Koordination des regionalen maritimen Netzwerkes in Vorpommern sowie die Organisation von Fachveranstaltungen. Die erste wird im Februar in der Hansestadt Greifswald stattfinden.

Warum ist es überhaupt sinnvoll, ein so großes Gebiet als Einheit zu vermarkten? „Seglern ist es fast egal, in welcher Region sie sind“, erklärt Sommer. „Sie sind grenzübergreifend unterwegs.“

Die Werbetrommel soll vor allem in „internationalen Quellmärkten“ gerührt werden, wie es die Marketingexpertin ausdrückt – also in den Ländern, aus denen viele (potenzielle) Touristen kommen.

Das wäre zum einen Deutschland. „Wir wollen auf jeden Fall mit einen Stand auf der ,Boot’ in Düsseldorf im Februar präsent sein“, sagt Romy Sommer. Die Messe gilt als die weltweit größte und bedeutendste Bootsschau. Außerdem seien die Niederlande und der skandinavische Raum interessant.

Neben Messeauftritten werde es „einen ganzen Strauß“ von Marketingmaßnahmen geben, kündigt Romy Sommer weiter an. „Es wird ein ,South Coast Baltic Magazin’ geben, wir wollen Broschüren in mehreren Sprachen für Motor- und Charterboot-Interessierte drucken, es wird ein Video und Social-Media-Kampagnen geben“, listet Sommer auf.

Mit „South Coast Baltic“ fangen die Verantwortlichen nicht bei null an. Das Vorgängerprojekt namens „Marriage“, das seit Oktober 2011 existierte, hatte schon eine ähnliche Schlagrichtung und war laut Sommer auch erfolgreich. Unter anderem ist ein Hafenführer entstanden, der detailliert die Marinas und Sportboothäfen in dem Gebiet beschreibt. „Den wollen wir aktualisieren und fortschreiben“, benennt sie ein weiteres Vorhaben. Das soll auch dazu beitragen, dass sich die Marinas besser – über Ländergrenzen hinaus – vernetzen.

Aber in welchem Zustand sind die kleinen Ostsee-Häfen überhaupt? Was kann verbessert werden? „Ein großes Thema ist die Barrierefreiheit“, meint Sommer. Segeltouristen seien oft älteren Semesters.

Zudem könnten die Marinas einheitliche Computerprogramme und Managementsysteme verwenden, um die Gäste, ihre Herkunft und die Verweildauer präzise und vergleichbar zu erfassen.

Finanzierung nach 2020

3 Jahre wird das Projekt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Nach diesem Zeitraum soll „South Coast Baltic“ als Marke etabliert sein. Im Anschluss soll sich das Projekt selbst finanzieren. Neben der WFG sind der Tourismusverband Vorpommern, der Planungsverband Vorpommern, die Gemeinde Heringsdorf, der Marinaverbund Ostsee und der Landestourismusverband deutsche Partner.

Kai Lachmann

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