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Abriss-Vorschlag lässt Wellen hochgehen

Prerow Abriss-Vorschlag lässt Wellen hochgehen

Prerows Bürgermeister sieht sich von Empfehlung des Betriebsausschusses zu Widerspruch getrieben

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Der Betriebsausschuss der Gemeindevertretung Prerow empfiehlt Abriss und Neubau der Turnhalle. FOTO: TIMO RICHTER

Prerow. Die Turnhalle auf dem Gelände des Darßer Bildungszentrums abreißen und neu errichten – diese Empfehlung des Betriebsausschusses der Prerower Gemeindevertretung schlägt in dem Ostseebad hohe Wellen. Bereits in der kommenden Zusammenkunft soll nach Willen des stellvertretenden Bürgermeisters und Vorsitzenden des Betriebsausschusses, Andreas Meller (Gewerbeverein), über das millionenschwere Vorhaben entschieden werden. Überstürzt, nicht ausgereift, zahlreiche offene Fragen – Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) sieht sich durch die Beschlussvorlage geradezu zu einem Widerspruch getrieben.

Laut Meller ist die rund 35 Jahre alte Halle „sowohl physisch als auch moralisch verschlissen“. Für rund 1,325 Millionen Euro, so dessen Beschlussvorschlag, soll eine neue Halle errichtet werden. Grund für das Ansinnen sind in erster Linie heutige Vorschriften, „die in keinster Weise eingehalten werden“.

Seitens der Schule wird das anders gesehen: „Nach unserer Kenntnis ist die jetzige Halle nach der jüngsten Teilsanierung voll funktionsfähig und hat wohl auch Bestandsschutz“, heißt es in einem gemeinsam unterzeichneten Schreiben von Schulleiter Gerald Schaarschmidt und dem Leiter des Schulelternrates, René Wegner, an die Kommune. Das Geld sollte vielleicht besser in die Sanierung des Schulhauses investiert werden. Das will der Trägerverein am liebsten auf Erbbaupacht-Basis erwerben und dann auf eigene Kosten sanieren.

Für Roloff, der sich dem Thema eigenen Worten offen gibt, stellen sich aber noch zahlreiche ungeklärte Fragen. 2014, also noch zur Amtszeit Mellers als Bürgermeister, wurde die Turnhalle in die Verwaltung des Kurbetriebs übergeben. Welche kulturellen Veranstaltungen sollen denn künftig in einer neugebauten Halle stattfinden, fragt sich Roloff – und mit ihm der Großteil der Wählergemeinschaft. Vor allem bei die von Meller veranschlagten Kosten zweifelt der Bürgermeister an. Der Summe fehlten die Kosten für Abriss, Inneneinrichtung und Außenanlagen – „mehrere hunderttausend Euro“.

Meller will mit dem Vorstoß zwei Projekte verbinden. Hinter der Sporthalle soll ein Anbau für den Bauhof der Kurverwaltung entstehen. Somit könne das Lager in der Waldstraße aufgelöst werden.

Innerörtliche Grundstücke, so Meller, „sind Goldstaub“, sodass die Finanzierung des Neubaus gesichert sei. Dass derzeit aber auch die Wasserwehr dort einen Lagerplatz unterhält, werden laut Roloff unterschlagen. Dort gebe es ein Sandlager. Die im neuen Rettungszentrum angebotenen 13 Quadratmeter reichten nicht einmal, die leeren Sandsäcke zu lagern. Roloff fürchtet eine Art Selbstbeschränkung, die nicht begründet sei.

In dem Ostseebad werden inzwischen aber auch ganz andere Vermutungen angestellt: So solle durch den Neubau die Kasse der Kommune geplündert werden, sodass im Zusammenhang mit dem Hafenbau kein Geld für Eigenbeteiligungen beim Ausbau der touristischen Infrastruktur vorhanden ist. Das verweist Meller, kein Freund des neuen Hafens, von sich. Bis dato gibt es keine Entscheidung der Gemeindevertretung, welche Zusätze im Zusammenhang mit dem Hafenbau überhaupt kommen sollen.

Dem Bau des Hafens vor der Seebrücke räumt Meller sowieso nur eine 50:50-Chance ein. Bislang habe „ein kluger Bauernminister“ nur „Parolen“ verkündet. Angesichts des „größenwahnsinnigen Irrsinnsprojekts“ dürften wichtige Alltagsvorhaben nicht vernachlässigt werden.

Abgestimmt wird während der Sitzung am 15. Dezember.

Ausschuss empfiehlt Neubau

1,325 Millionen Euro soll nach Einschätzung von Andreas Meller als Vorsitzendem des Betriebsausschusses der Prerower Gemeindevertretung der Neubau einer Veranstaltungs- und Sporthalle auf dem Gelände des Darßer Bildungszentrums kosten. Der Bau der Fischlandhalle in Wustrow hat etwa diese Summe gekostet, wie Bürgermeister Daniel Schossow sagt. In der Summe war die Einrichtung der Dreifelderhalle mit Gymnastikraum inbegriffen.

50 : 50 ist die Chance, die der stellvertretende Bürgermeister Andreas Meller der Verwirklichung des Landeshafens vor der Seebrücke in Prerow gibt. Diesem „größenwahnsinnigen Irrsinnsprojekt“ dürften wichtige Alltagsprojekte in der Kommune nicht geopfert werden. Die Turnhalle entspreche in keinster Weise den Vorschriften heutiger Zeit.

35 Jahre alt ist die Turnhalle in Prerow. Die Schule will sie weiternutzen.

Timo Richter

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