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Ahrenshooper Holz in den Fokus gerückt

Ahrenshoop Ahrenshooper Holz in den Fokus gerückt

Das Neue Kunsthaus widmet dem Naturschutzgebiet eine Ausstellung / Das Thema wird mit unterschiedlichen Techniken dargestellt

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Kunstpädagogin Henrike Schäfer mit dem Leporello „Hirschlein“ von Sven Märkisch, Holzschnitt, Auflage zehn Exemplare.

Quelle: Elke Erdmann

Ahrenshoop. Die Ausstellung „Ahrenshooper Holz“ im Neuen Kunsthaus von Ahrenshoop hat eine Galeriemitarbeiterin aus Dresden so sehr beeindruckt, dass sie sich nach dem Besuch der Ausstellung spontan aufs Fahrrad setzte und in das 54 Hektar große Naturschutzgebiet radelte. „Komm bitte wieder“, sagte ihre Freundin. Ein Wunsch, der sich auf das Schicksal des aus Ostpreußen stammenden Malers Alfred Partikel bezog. Er war am 20. Oktober 1945 dorthin unterwegs und blieb verschollen. Luise Kaschnitz widmete ihm ein Gedicht, in dem es heißt: „Und das Essen stand auf dem Tisch / Und Du kamest nicht wieder.“

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12 Künstler haben die Ausstellung im Neuen Kunsthaus gestaltet.

Sie wird bis zum 7. September gezeigt, geöffnet ist mittwochs bis montags jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Zwölf Künstler widmen sich dem Thema. Einer von ihnen ist Sven Märkisch, mit seinem handgemachten 24-seitigen Buch „a hope – Land umher“. Ein Blatt zeigt im Holzschnitt einen Tisch, auf dem eine Suppenterrine mit Kelle und zwei Teller stehen. Dazu am unteren Blattrand der einfache Satz: „Warten auf Alfred.“

Bis heute ist dieses rätselhafte Verschwinden nicht erhellt. Alfred Partikel ließ sich 1925 in der Ahrenshooper Dorfstraße 32 ein Fachwerkhaus bauen und legte dabei selbst mit Hand an. Oft malte er im nahegelegenen Ahrenshooper Holz oder sammelte Pilze. Das mehrfarbige Leporello „Hirschlein“, gleichfalls von Sven Märkisch, der Buchkunst an der Burg Giebichenstein in Halle studierte, interpretiert das Thema Wald auch auf fröhliche Art. Das Ahrenshooper Holz zeichnet sich durch dichte Stechpalmenbestände (Ilex) aus, die dort mehr als fünf Meter hoch wachsen und sich selbst verjüngen. In einer Vitrine liegen Blätter dieses Strauch-Baumes, musterhaft angeordnet, in mannigfaltigem Dunkelgrün. Diese Idee für „Ilex aqiufolium“ stammt von James Hathaway aus London. Dazu dichtete Literat Olli Heikkonen aus Helsinki: „Aber auf der Erde liegt eine Stechpalme, immergrün, doch grünt sie nicht grün, weil sie Schwarz im Grün hat.“ Auch er nimmt Bezug auf Alfred Partikel.

Der aus Leipzig stammende Dietrich Oltmanns zeigt großformatige Fotografien (Silbergelantine auf Baryt, 70 x100 cm) aus seiner Folge „Ahrenshooper Holz“, die er 2009 im Rahmen eines Aufenthalts im Künstlerhaus Lukas begann. „Das begrenzte Areal mit seiner unerwarteten Abgeschiedenheit in unmittelbarer Nähe zu Strand und Kurbetrieb“ war ihm schon bald vertrauter Rückzugsort.

Im Monat August arbeitet Henrike Schäfer als Praktikantin im Künstlerhaus Lukas und im Neuen Kunsthaus. Die junge Kunstpädagogin aus Leipzig sagt: „Es sind unterschiedliche Techniken, die das Thema Ahrenshooper Holz beleuchten. Spannend, weil es urig, aber auch abstrakt umgesetzt ist wie die sehr moderne Übersetzung von Stephanie Krumbholz.“ Sie zeigt seriell in Mischtechnik auf Papier „September“, „Dazwischen“, „Innen“ und „Lichtung“. Die einstige Meisterschülerin an der Berliner Kunsthochschule Weißensee bei Professor Liebmann erhielt in diesem Sommer 2016 den Kunstpreis des Freundeskreises – Neues Kunsthaus Ahrenshoop.

Elke Erdmann

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