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Alte Nebelstation wandert in den Schredder

Wustrow Alte Nebelstation wandert in den Schredder

Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude auf dem Deich wird abgerissen / Damit verschwindet ein Wahrzeichen und ein Teil der maritimen Historie Wustrows

Wustrow. Nach 105 Jahren ist die Geschichte der Nebelstation und Leuchtfeuer Wustrow zu Ende. Nachdem in der vergangenen Woche die asbesthaltige Dacheindeckung fachgerecht „eingetütet“ wurde, hat gestern der Abbruch des Gebäudes begonnen. Lange war versucht worden, die alte Nebelstation auf dem Deich bei Wustrow zu retten. Mit viel Engagement war im Jahr 2014 der Förderverein Nebelstation Wustrow angetreten, um das Gebäude zu sichern und das auf die Seebrücke versetzte Leuchtfeuer wieder an den alten Platz auf die Nebelstation zurückzuholen. Außerdem sollte eine kleine Ausstellung die Entwicklung der Signalstation vor den Toren des Ostseebades dokumentieren. Für das Gesamtvorhaben wurden seinerzeit gut 800000 Euro veranschlagt.

Vergebens, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt sah in dem Standort eine Gefahr für den Küstenschutz und machte so hohe Auflagen, dass der Schutz vor Sturmfluten den Erhalt des alten Gebäudes letztendlich unmöglich machte. Gerettet wurden jedoch unter anderem die Kuppel sowie das alte Leuchtfeuer selbst. Die Gegenstände befinden sich auf dem Betriebsgelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund.

„Das ist ein altes Haus und kommt weg“, sagt völlig emotionslos Baggerführer Maik Müller. Im Laufe der Woche wird er das Gebäude bis zum Fundament abtragen. Dann kommt schwereres Gerät zum Einsatz, wie Bauleiter Henrik Leinweber sagt. Die Stahlbetonteile werden mit einer speziellen Schere geschnitten. Sobald das mächtige Fundament aus dem Deichkörper geholt ist, wird der Schutz vor Hochwasser neu aufgebaut. Der Radweg, der zurzeit um das Gebäude herum verläuft, wird wieder auf die Kuppe des Deichs verlegt.

Steine, Holz, Metall und Dachpappe werden fein säuberlich voneinander getrennt und auf den Döring‘schen Recycling Hof nach Plummendorf gebracht. Die Steine werden geschreddert und können später für den Straßen- und Wegebau wiederverwendet werden. Das Holz wird in einer Verbrennungsanlage in Malchin verwertet.

Bürgermeister Daniel Schossow (SPD) bedauert, dass es nicht gelungen sei, die Nebelstation zu einem touristischen Magneten auszubauen. Mit dem Abriss des Gebäudes verschwinde nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein sichtbarer Teil der maritimen Historie Wustrows.

Früher gab es auch andere Pläne. So wollte ein Investor aus Rostock nahe des Windrades ein Café mit Leuchtfeuer errichten. Das Vorhaben scheiterte unter anderem an einer nicht zu verwirklichenden Abbiegespur auf der L 21. Auch stellte sich damals nach anfänglicher Zustimmung eine Mehrheit der Gemeindevertreter gegen das Vorhaben.

Hohe Tragweite

5bis 6 Seemeilen weit war der Ton der Nebelstation auf der Ostsee zu hören. Grund für die Planung waren die zunehmende Zahl von gestrandeten Schiffen an der Küste vor Wustrow. Bis zu 16 Seemeilen weit war das Leuchfeuer Wustrow zu sehen.

1911 wurden die Nebelstation sowie das später geplante Leuchtfeuer in Betrieb genommen.

Von Timo Richter

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