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Angst vor Ausverkauf von Wohnraum

Dierhagen Angst vor Ausverkauf von Wohnraum

Dierhäger diskutieren Entwicklung in der Kommune / Einwohnerzahl ist binnen 15 Jahren um 500 gesunken

Dierhagen. Die Dierhäger Gemeindevertreter wollen die Ortsteile Dierhagen-Dorf und Dändorf vor einem schleichenden Wandel zu Zweitwohnsitzen und weiterer Verdrängung der Einheimischen schützen. Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Gremiums in ihrer jüngsten Sitzung eine Satzung für die beiden Ortsteile, wonach beispielsweise nach Umnutzung eines Wohnhauses zu einer Ferienwohnung oder einem Zweitwohnsitz eine Dauerwohnung geschaffen werde muss. Ferienunterkünfte dürfen der Satzung zufolge nur eine untergeordnete Rolle bei der Nutzung spielen.

Wir müssen Einfluss nehmen, um das weitere Verdrängen der einheimischen Bevölkerung zu verhindern.“Guido Keil, Vorsitzender

Bauausschuss Dierhagen

Mehr Senioren

1510 Einwohner hat die Gemeinde Dierhagen gegenwärtig. Zum Jahrtausendwechsel hatte diese Zahl noch circa 2000 betragen.

Die Zahl der Senioren, die in der Gemeinde leben, nimmt dagegen immer mehr zu. Im Jahr 2000 waren es etwa 270, mittlerweile wohnen circa 470 Senioren in der Gemeinde.

Guido Keil, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeindevertretung, zeichnete ein düsteres Bild für die weitere Entwicklung. Steigende Grundstückspreise machten es der einheimischen Bevölkerung geradezu unmöglich, auf dem Immobilienmarkt zu partizipieren. Abzulesen sei die Entwicklung an einer anhaltend steigenden Zahl von Rentnern in den beiden Ortsteilen. Gleichzeitig, klagte Keil, gehe die Zahl von Kindern zurück. Gehe diese Entwicklung weiter, so sei die Existenz wichtiger Standortfaktoren, wie Grundschule und Kindertagesstätte, gefährdet. „Auf Dauer fehlt die Wohnbevölkerung, um ein fruchtbares Gemeinwesen aufrecht zu erhalten.“ Dazu gehöre auch die freiwillige Feuerwehr, der irgendwann der aktive Nachwuchs ausgehen könnte.

Schon jetzt leben laut Keil mehr als 470 Senioren in Dierhagen, das sind dem Bauausschussvorsitzenden zufolge rund 200 mehr als noch im Jahr 2000. Gleichzeitig sei die Zahl der Einwohner in dem sieben Ortsteile umfassenden Ostseebad im selben Zeitraum von einst knapp 2000 Frauen und Männern auf aktuell etwas mehr als 1510 Menschen gesunken. „Es geht weiter in diese Richtung“, fürchtete Keil. „Wir müssen Einfluss nehmen, um das weitere Verdrängen der einheimischen Bevölkerung zu verhindern.“ Die beiden Ortsteile genössen bei Investoren ein immer größer werdendes Interesse.

Die Ortsteile Dierhagen-Strand und Dierhagen-Ost hatte Keil in dieser Frage schon fast abgeschrieben. Die dort erfolgte Entwicklung sollte für Dierhagen-Dorf und Dändorf, die beiden traditionellen Wohnbereiche der Dierhäger Bevölkerung, möglichst vermieden werden. „In fünf Jahren wäre eine ungebremste Entwicklung in diese Richtung nicht mehr umzukehren.“

Hoffnung auf Fördermittel für Wegebau

Einstimmig haben die Dierhäger Gemeindevertreter während der jüngsten Zusammenkunft den Nachtragshaushalt für das laufende Jahr beschlossen.

Für die Sanierung von Grünem Weg und Kirchweg in Dierhagen-Dorf sollen Fördermittel eingeworben werden, wie Bürgermeisterin Christiane Müller (Linke) den Nachtragsetat begründete. Trotz der Mehrausgaben sei der Haushalt des Ostseebades weiterhin ausgeglichen.

Ralf Haacke (Linke) mahnte als Vorsitzender des Finanzausschusses der Dierhäger Gemeindevertretung, die Einnahmesituation für die Kommune zu verbessern. „Mehr ist im Moment nicht möglich.“ Die Bürgermeisterin sieht das Ostseebad mit der Politik der kleinen Schritte auf dem richtigen Weg.tri

Immer häufiger werden anonyme Bestattungen gewünscht

Immer größere Leerflächen, zugewachsene Wege und ungepflegte Gräber sind für den Vorsitzenden des Bauausschusses der Dierhäger Gemeindevertretung, Guido Keil, klare Zeichen dafür, dass der Friedhof der Kommune zu groß ist. In Vertretung des Planers erläuterte Guido Keil die Eckpunkte für eine Neugestaltung des Friedhofes.

Wichtigste Neuerung ist die Ausweisung von Grabstätten auf einer deutlich geringeren Fläche. Weil immer häufiger anonyme Bestattungen gewünscht würden, sollen in einem Bereich entsprechende Möglichkeiten geschaffen werden. Daneben ist ein Urnenfeld vorgesehen, auf das kleine Grabplatten gelegt werden können.

Wegen der sich wandelnden Begräbniskultur – „viele wählen den Weg der kostengünstigsten Bestattung“ – und die weitgehende Verdrängung des Themas Tod in der Gesellschaft könnten die neuen Freiflächen parkähnlich gestaltet werden. Grabstellen sollten konsequent im inneren Bereich vorgehalten werden. Eine Hecke könne den Lärm der L 21 wenigstens etwas abschirmen. Am südlichen Eingang sollen befestige Parkplätze für die Besucher entstehen, dieser Zugang solle auch behindertengerecht ausgebaut werden. Das ist laut Keil auf der gegenüber liegenden Seite aufgrund der Böschung nicht möglich.

Der Grabsteingarten sowie der eigene Bereich für Kindergräber sollen erhalten werden.

Der Beginn der Umgestaltung des Friedhofes ist für den Herbst vorgesehen. tri

Timo Richter

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