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Aufbrezeln und maritimes Profil schärfen

Prerow Aufbrezeln und maritimes Profil schärfen

Expertenrunde empfiehlt Seehafen, Sauna und Solegrotten / Verkehr ist Prerows größtes Problem

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Nach einer Erkundungsrundfahrt auf dem Rad im Regen, Vorträgen und Botschaften von Bürgern und Besuchern, brüteten die Fachleute in vier Arbeitsgruppen sieben Stunden lang über Landkarten und Ortsplänen, Informationen und Broschüren.

Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff

Prerow. Ostsee, Strand, Natur, Verkehrschaos, Ersatzhafen, vielleicht ein Thermalbad? Neben vielen Stärken und einigen Schwächen machten die 15 Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner, die der Einladung der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern zu ihrer 17. Planerwerkstatt gefolgt waren, auch ungenutzte Potenziale in Prerow aus. Mitveranstalter waren das gastgebende Ostseebad, das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung sowie der Regionale Planungsverband Vorpommern. Nach einer Erkundungsrundfahrt auf dem Rad im Regen, Vorträgen und Botschaften von Bürgern und Besuchern, brüteten die Fachleute in vier Arbeitsgruppen sieben Stunden lang über Landkarten und Ortsplänen, Informationen und Broschüren bis sie am Dienstagnachmittag im Kulturkaten „Kiek In“ rund 100 neugierigen Gästen eine Fülle von Anregungen, Impulsen und Ergebnissen präsentierten.

 

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Die Prerower Comic-Ausstel-lung könnte ja mal auch zu aktuellen Themen der Gemeinde stattfinden.“ Silke van Ackeren, Planerin

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Der Verkehr ist unser größtes Problem. Und der beste Satz, den ich heute gehört habe, war ’einfach 'mal ausprobieren’.“ Lienhard Faulbaum, Prerower

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Die Prerower Comic-Ausstel-lung könnte ja mal auch zu aktuellen Themen der Gemeinde stattfinden.“ Silke van Ackeren, Planerin

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Prerow habe mit seinem beschaulichen Charme eine Zielgruppe mit Potenzial unter den „Familienmenschen und Entschleunigern“ gefunden, hieß es bei der Präsentation. Allerdings könne Prerow sein Profil noch etwas schärfen. „Prerow braucht was Eigenes“, erklärte Dr. Peter Hajny, Vizepräsident der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gehören Elemente der Ortserkennung, das könnte aus Richtung Zingst die „Hohe Düne“ sein, die derzeit unter Wald verschwindet, die könne man „freiräumen“. Auch innerorts ließen sich Schätzchen aufpolieren, die Identifikation schaffen, alte Häuser beschildern, Gästeführungen ausbauen. Die leerstehende Vogelswarte könnte zu einer Außenstelle des Standesamtes mit Sternwarte, Café und Übernachtungsmöglichkeiten, Kurpark, Kirche, Altes Dorf und Binnenhafen aufgewertet werden. Gaudimeile, Ufer- statt Freiluftbühne, Handwerkerhof statt Gewerbegebiet. Der Wald könnte teils universitär und als Kletterpark genutzt werden, Wege zur Orientierung farblich markiert werden. Prerow liegt auf einer warmen Solequelle, die Einrichtung eines Gesundheits-Wellness- und Erholungszentrums mit Solegrotte und Saunalandschaft könnte die Tourismussaison verlängern, die Reha-Tradition beleben, auch Einheimischen außer Schwimmunterricht und Aquafitness neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze im Bereich Physiotherapie bieten. Auch an bezahlbaren Wohnraum muss gedacht werden.

Nur ein „Nothafen“ ist nicht genug – wennschon, dennschon – ein richtiger Außenhafen sollte daraus werden, mit Mehrwert. Auf der dann 500 Meter langen Seebrücke muss etwas geboten werden, Leuchtmarken, Bar, Fischverkauf, am Ende Gastronomie. Das maritime Element Prerows könne noch Verstärkung brauchen, die Seemannskirche sei schon da, fehlen historische Schiffe und Fahrgastschifffahrt, die den Strand vom Außenhafen aus erschließen kann. „Wir sind nicht für eine lineare Seebrücke, sondern für einen Erlebnisbereich. Dr. Frank Weichbrodt aus dem Ministerium hat am Vorabend signalisiert, dass er dafür offen sei“, erklärte Hajny.

Prerows große Schwäche allerdings sei der Verkehr, insbesondere in der Waldstraße. „Die Tages- und reinen Strandgäste müssen raus aus dem Ort“, war man sich einig. Gelänge es, diesen Verkehr am Ortsrand abzufangen und diese Gäste gebenenfalls mit Elektrobussen weiter zu befördern sowie den gewerblichen Lieferverkehr geschickter zu regulieren, sei schon viel gewonnen. Die Waldstraße könne zur Dorfpromenade und Einkaufsstraße werden. Moderne Fahrradverleihsysteme oder Einbahnstraßenregelungen könnten helfen. „Man kann es ja 'mal probieren!“ Beeindruckt wünschte sich Prerows Bürgermeister René Roloff „irgendeine Fortsetzung“ der Arbeit. „Die Entwicklung in Prerow muss von Ihnen getragen werden“, gab Hajny ihm und den Bürgern mit auf den Weg, und versprach für Anfang 2017 die Ergebnisse des Workshops auch in schriftlicher Form. Die Broschüre soll dann auch Handlungsempfehlungen enthalten.

Susanne Retzlaff

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