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Container sorgt für Streit

Dierhagen Container sorgt für Streit

Gemeindevertreter und Amt Darß/Fischland fordern Abbau der Anlage in Dierhagen / Erst nach Aufbau wurde Genehmigung beantragt

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Der Container am Fischpavillon sorgt für Streit.

Quelle: Timo Richter

Dierhagen. Ein Container am Fischpavillon in dem Gewerbegebiet Fischlandtor in Dierhagen sorgt derzeit für Wirbel. „Der Container muss weg“, sagt beispielsweise Ralf Haacke. Der Gemeindevertreter der Linken sieht sich in guter Gesellschaft. Alle Mitglieder des Gremiums sehen den Container als Ärgernis an, wie Haacke sagt. Dass der ohne vorherige Gespräche mit der Kommune und ohne jegliche Genehmigung aufgestellt worden sei, ist in dieser Angelegenheit Salz in der Wunde der Dierhäger.

Toiletten in weiter Ferne

300Quadratmeter mehr Verkaufsfläche standen die Gemeindevertreter dem einstigen Eigentümer des Einkaufsmarktes in Dierhagen zu. Im Gegenzug sollte der öffentliche Toiletten bauen und betreiben. Doch war der Vertrag so unpräzise formuliert, dass die stillen Örtchen immer noch nicht existieren.

1Container sorgt derzeit für Ärger innerhalb der Kommune. Der Kasten wurde ohne Genehmigung aufgestellt.

Auch dem Amt Darß/Fischland ist der Container ein Dorn im Auge. „Seelisch und moralisch betrachtet gefällt uns der Container nicht“, sagt der Leiter des Sachgebietes Bau und Liegenschaften, Ingo Dann. Beim das Fischlandtor handele es sich zudem um ein Bebauungsplangebiet. Und in das füge sich der Container nicht ein. Die Amtsverwaltung habe den Vorgang bei der zuständigen Unteren Bauaufsicht der Kreisverwaltung angezeigt. Dort werde entschieden, ob der Container wieder abgebaut werden müsse oder wie von der Eigentümerin des Fischlandtores gewünscht, bis zum Herbst dieses Jahres dort stehen bleiben könne.

Nachdem der Container erst einmal stand, meldete sich Eigentümerin Petra Lange bei der Kommune. Wegen dringender Arbeiten am Fischlandtor — beabsichtigt sei, das Gesamtobjekt malerisch zu verschönern — möge die Gemeinde doch bitte dem Anbau des Fischpavillons zustimmen. Bis zum Herbst soll der Container demnach dort stehen. Mit einem massiven Zaun wurde der Metallkasten bereits in das Ensemble auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums eingefügt. Ein Baum wurde kurzerhand ausgebuddelt, um für den Container den erforderlichen Platz zu schaffen.

Dem Schreiben der Eigentümerin zufolge benötige der Fischpavillon den Lagerplatz. Haacke zufolge will die Eigentümerin in dem Kasten Material für die angeblichen Maler- und Putzarbeiten am Fischlandtor unterbringen. „Ich gehe nicht davon aus, dass das ein ehrlicher Text ist“, urteilt der Gemeindevertreter über das Schreiben. Vielmehr sei der neue Pächter angehalten, den Fischverkauf bis in die Abendstunden zu gewährleisten. Dafür werde Lagerplatz benötigt, in dem sich die verderbliche Ware vergleichsweise einfach kühlen lasse. Dass der Container nur als Lagerfläche für Malerutensilien dienen solle, hält Haacke wie andere in der Gemeindevertretung für vorgeschoben. Besonders ärgert er sich darüber — das wird im Amt Darß/Fischland genauso gesehen —, dass mit dem Aufstellen des Containers erst einmal Fakten geschaffen wurden, die nachträglich durch ein Votum der Gemeindevertreter abgesegnet werden sollen.

Eine Entscheidung der Unteren Bauaufsicht steht noch aus. Sachgebietsleiter Steffen Schulze sieht durch das Aufstellen des Containers ohne Genehmigung jedoch einen zu ahndenden Baurechtsverstoß.

Geplatzt ist in diesem Zusammenhang ein sogenannter Deal. Der Pächter des Fischpavillons sollte die lange geforderten öffentlichen Toiletten im Gebäude des Einkaufsmarktes fertigstellen und hätte im Gegenzug die Erlaubnis für den Container für diese Saison erhalten. Das Geschäft ging in die Hose, weil die Gemeindevertreter fürchteten, nach einem Verbot für den Containerbau auf den Kosten für die Toiletten sitzen zu bleiben.

Ursprünglich hätten die stillen Örtchen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Verkaufsfläche des Supermarktes um rund 300 Quadratmeter gebaut werden sollen. Doch war der Vertrag so ungenau formuliert, dass sich der Bauherr um Bau und Betrieb der öffentlichen Toiletten bislang erfolgreich drücken konnte. Gegen Kostenerstattung würden die öffentlichen Toiletten gebaut oder aber die Kommune richte die stillen Örtchen auf eigene Rechnung ein, zitiert Haacke die Eigentümerin. Flächen stehen bereit. Dass Dierhagen auf den Kosten für die Unterhaltung der sanitären Anlagen sitzen bleiben soll, stinkt den Gemeindevertretern.

Von Timo Richter

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