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Darßer Fotoschatz vollständig digitalisiert

Prerow Darßer Fotoschatz vollständig digitalisiert

Prerower Fotograf Alfred Wiese hinterließ Tausende Aufnahmen aus den Jahren 1910 bis 1975

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Eines von Tausenden Fotos aus dem Nachlass von Alfred Wiese. Die Aufnahme dieses Prerower Ladens stammt aus den 1930-er Jahren.

Quelle: Foto: Alfred Wiese

Prerow. Strand und Badeleben, Landschaften, Porträts, Aufnahmen von Festen und Feiern, Dorfansichten sowie Genrebilder – Alfred Wiese fotografierte von 1910 bis 1975 auf dem Darß, vor allem in Prerow. Tausende Aufnahmen hinterließ er, darunter auch Fotos von KZ-Häftlingen, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen sowie aus der sowjetischen Besatzungszeit ab 1945, die einen besonders großen Seltenheitswert haben.

OZ-Bild

Prerower Fotograf Alfred Wiese hinterließ Tausende Aufnahmen aus den Jahren 1910 bis 1975

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Ein Teil seines Nachlasses konnte 1978 vom Darß-Museum vor der Müllpresse gerettet werden. Darunter befanden sich etwa 11000 Glasplatten-Negative aus den Jahren zwischen 1920 und 1950. Später verwendete Wiese vornehmlich Kleinbildkameras.

Das Geheimnis, wo dieser Schatz befand, wurde von der früheren Museumsleiterin nie preisgegeben. Und so lagerten die Glasplatten-Negative und Negativstreifen jahrzehntelang in einer Abseite des Dachbodens vom Haupthaus des Darß-Museums, bis eine Mitarbeiterin auf sie stieß.

„Als 2010 mit der Sichtung des Materials begonnen wurde, wurde sehr schnell deutlich, dass es sich um historisch wertvolles Bildmaterial handelt. Eine historische Fotodokumentation dieser Dichte und für einen so langen Zeitraum von ein und demselben Fotografen zu besitzen, das ist eine Seltenheit“, erläutert Museumsleiterin Antje Hückstädt. Damit die Fotos später mit einer entsprechenden Software archiviert und verwaltet werden können, hat man sich dazu entschlossen, die Kleinbild- und Mittelformat-Negative zu digitalisieren. Diese Arbeiten seien beendet worden, sagte Antje Hückstädt. Insgesamt handelt es sich um rund 43000 Aufnahmen.

Ausgeführt wurden die Digitalisierungs-Arbeiten vom Fotostudio Loeper. Antje Hückstädt: „Ulrich Loeper aus Celle hatte das Verfahren so optimiert, dass große Stückzahlen effektiv und in hoher Qualität digitalisiert und für die Archivierung signiert werden konnten.“ Die Kosten für die Digitalisierung hat der Kur- und Tourismusbetrieb Prerow als Museumsträger übernommen. Unterstützt wurde das Projekt vom Verein zur Förderung der Heimatpflege und des Darß-Museums. Er hat zum Beispiel das säurefeste Verpackungsmaterial für die Original-Negative und die Abzüge für Ausstellungszwecke finanziert, erläuterte die Museumsleiterin weiter.

Die Digitalisierung ermöglicht die Erhaltung und Sicherung der Bildinformationen für spätere Generationen und ist eine wesentliche Voraussetzung für die wissenschaftliche Erschließung dieser Fotosammlung. Außerdem sei sie wichtig für Veröffentlichtungen, so Hückstädt. Nachdem die Digitalisierung abgeschlossen wurde, soll nun mit der inhaltlichen Erschließung der Bildinformationen begonnen werden. Da geht es unter anderem um die Frage, wann und wo das jeweilige Bild entstanden ist und wer darauf zu sehen ist. „Für die Erschließung und die Dokumentation dieser Bildinformationen wird sich das Museum wiederum Hilfe von außen holen“, so Hückstädt. Eine Auswahl von Wieses Fotos wurden in den vergangenen Jahren in verschiedenen Ausstellungen gezeigt. Eine weitere Ausstellung ist für 2018 geplant.

Tausende Fotos dokumentieren über 60 Jahre Geschichte

Der Fotograf Alfred Wiese wurde am 11. Januar 1884 in Berlin geboren. Im Jahre 1910 kam er als junger Fotograf nach Prerow, wo er 1975 verstarb. In mehr als sechzig Jahren, vom Kaiserreich über das Dritte Reich bis in die DDR-Zeit hinein, dokumentierte er mit seiner Kamera die Landschaft und das Leben auf dem Darß.

Ein Teil seines Nachlasses konnte 1978 durch das Darß-Museum Prerow für die Nachwelt gesichert werden. Dabei handelt es sich um etwa 11 000 Glasplatten-Negative aus der Zeit zwischen 1920 und 1950, in späteren Jahren arbeitete Alfred Wiese vor allem mit Kleinbildkameras.

In mehreren Ausstellungen wurde eine Auswahl seiner Bilder der Öffentlichkeit präsentiert: 2010 im Darß-Museum Prerow, 2011 Galerie Alte Molkerei (Ernst Lau) in Baumgarten, 2012 Darßmuseum, 2013 im Kröpeliner Tor in Rostock und 2014 im Dünenhaus Prerow. Im kommenden Jahr soll es eine weitere Sonderausstellung im Darß-Museum geben.

Edwin Sternkiker

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