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„Die Heiden haben noch sehr viel Potenzial“

„Die Heiden haben noch sehr viel Potenzial“

Im Sommerinterview spricht Holger Schulze, Intendant der Darß-Festspiele, über die Arbeit mit jungen Darstellern und die Pflege des Plattdeutschen

Born. 11 000 Besucher verfolgten in diesem Jahr bei den Darß-Festspielen in Born die Geschichte der „Heiden von Kummerow“. Wir unterhielten uns mit dem Festspiel-Intendanten Holger Schulze über Casting, die Arbeit mit sehr jungen Darstellern und die Pflege des Plattdeutschen:

Worin liegen eigentlich die Anfänge der „Heiden von Kummerow“ bei den Darß-Festspielen?

Holger Schulze: Angefangen haben wir mit den „Darßer Schmugglern“, damals noch in Wieck. Ich wollte unbedingt ein Stück von hier machen. Das haben wir nach dem Umzug nach Born fortgesetzt.

Die „Heiden von Kummerow“ hatte ich schon immer auf dem Schirm, befürchtete aber, dass die logistische Herausforderung zu groß wäre. Als ich mich vor vier Jahren erkundigte, ob das vielleicht doch gehen würde, hatte ich aber sofort eine ungeheure Resonanz.

Worin lag die Herausforderung?

Schulze: Unter anderem darin, die entsprechende Anzahl von Darstellern für die Kinder-Rollen zu finden. Mit der Freien Schule in Prerow hatten wir aber gleich einen guten Ansprechpartner.

Dass wir so viele Interessenten finden würden, hätte ich nicht gedacht. Alles hat sehr gut geklappt.

Was macht Ehm Welk's Heiden-Geschichte aus?

Schulze: Es ist eine pommersche Geschichte, pommerscher geht’s nicht. Und sie ist sehr bekannt, auch wegen der Verfilmung in den 60er-Jahren. Das ist natürlich ein Vorteil.

2016 war die vierte Saison für die „Heiden von Kummerow“. Wie viel Potenzial hat der Stoff noch?

Schulze: Sehr viel Potenzial. Ehm Welk hat sehr viel geschrieben. Mittlerweile sind unsere Heiden ein bisschen eine Marke. Besucher fragen auch schon mal, was als nächstes kommt.

Es gibt Vorstellungen in Hochdeutsch und Vorstellungen up Platt. Was schätzen Sie am Niederdeutschen?

Schulze: Ich habe Platt immer geliebt. Platt hat eigenes Flair. Ich habe viel mit Petra Schwaan-Nandke zusammen gemacht, die sich ja sehr für das Plattdeutsche engagiert. Dem möchte ich mich gerne auch verschreiben. Eine Herausforderung für uns als Festspiele liegt darin, Platt ,,massentauglich“ zu machen.

Wie oft werden die Heiden up Platt aufgeführt?

Schulze: Voriges Jahr waren es vier Vorstellungen, alle sehr gut besucht. Dieses Jahr sind es deshalb fünf. Wobei zu diesen Vorstellungen meist Einheimische kommen, weniger die Urlauber. Ich finde das schade, sie würden sehr viel verstehen.

Kinder spielen im Stück eine große Rolle. Wie ist das Arbeiten mit ihnen?

Schulze: Sehr gut. Kinder lernen ganz schnell. Einige von ihnen konnten auch vorher schon Platt. Was sehr schön ist – dass alle so gut miteinander können. Die Erwachsenen gehen sehr gut auf die Kinder ein.

Einige der Kinder sind auch schon über Jahre dabei.

Schulze: Für einige sind es schon vier Jahre. Sie haben sich künstlerisch weiterentwickelt. Es ist schön zu erleben, wie sie die Pointen setzen.

Wie ist die Resonanz bei den Besuchern?

Schulze: Eine sehr gute. Wir haben viele Stamm- Besucher. Manche sagen dann auch schon, wir freuen uns auf das nächste Jahr. Etwa 20 bis 25 Prozent unserer Besucher sind Einheimische, die anderen sind Touristen.

Welche Wünsche gibt es im Hinblick auf die Festspiele?

Schulze: Ich bin zufrieden mit der Resonanz und wünsche mir, dass es so weiter geht. Man merkt, dass wir in der Region angekommen sind. Was nächstes Jahr neu sein wird und was wir uns sehr gewünscht haben, ist eine neue und bessere Überdachung für den Publikumsraum.

Wie groß ist die Rolle der Helfer bei den Darß-Festspielen?

Schulze: Groß. Viele helfen mit, ob beim Einlass oder als Techniker.

Sie sind selbst Schauspieler, da hat man als Intendant sicher einen besonderen Blick auf die Vorstellung?

Schulze: Das ist so, ich bin sehr drin in der Geschichte.

Sie haben viele Rollen gespielt, ob Mozart, Jupiter oder Edward den Vierten. Welches ist Ihre persönliche Lieblingsrolle?

Schulze: Mozart. Die Rolle habe ich nicht gespielt, die habe ich gelebt. Allein dafür war es richtig, Schauspieler zu werden.

Interview von Peter Schlag

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